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Letzte Minuten oder einfach Langeweile?


Hi. Ich schreibe nachher um 18:00 meine erste Klausur des Semesters. Jetzt weiß ich nicht mehr wirklich, was ich noch lernen/machen soll. Klar, gibt es viel zu tun, aber vor der Klausur lohnt sich nichts mehr wirklich. Also habe ich ein bisschen mit Photoshop und meinem Grafik-Tablet, das ich sonst nur zum Mitschreiben in Vorlesungen nutze, rumgespielt. Ich will bald mal eine andere Lerntechnik ausprobieren und da ich in einer Woche Elektronik schreibe, ist das ganz passend als Vorbereitung und Wiederholung :)

Tipps für die Uni | Teil 11 - Soll ich in die Einsicht gehen?




Herzlich Willkommen zu der Frage, ob du in die Einsicht gehen solltest oder nicht. Die kurze Antwort: Ja! Die lange Antwort:

Vorgestern war ich erst wieder in einer Einsicht. Und ich muss auch zugeben, dass es doch recht nervig ist. Anstehen, Studentenausweis abgeben, Klausur anschauen und über Punkte diskutieren. Aber: Es kann sich lohnen.

Gründe dafür:
  • Du kannst deine Note vielleicht verbessern.
  • Du lernst, dich selbst besser einzuschätzen.
  • Du siehst deine Fehler und kannst aus ihnen lernen.
Ich gehe in fast jede Einsicht (9 von 15). Bis jetzt hat sich meine Note in drei Modulen dadurch verbessert. Mal wurde etwas, das richtig war, als falsch angestrichen. Mal werden vielleicht die Punkte nicht richtig addiert oder eine Aufgabe wurde überhaupt nicht korrigiert.
Das habe ich alles schon erlebt. Die Prüfer sind auch nur Menschen und Menschen machen Fehler.
Mein Tipp ist also: Wenn du Zeit hast, geh hin. Besonders wenn du dich eigentlich besser eingeschätzt hast als die Note letztendlich war.
Selbst wenn man eine Eins geschrieben hat, lohnt es sich, in die Einsicht zu gehen, um zu sehen, ob man das Thema wirklich verstanden hat oder ob man nur gerade so die gute Note bekommen hat. Allein das zu erfahren, hilft, sich in dem Fach besser einzuschätzen und vielleicht auf die nächste Klausur in dem Fach besser vorbereiten zu können.

Ihr habt ein Recht auf Einsicht, also nutzt es auch!

Tipps für die Einsicht:
  • als erstes nachgucken, wie viele Punkte dir für die nächst bessere Note fehlen
  • nachzählen, ob alle Punkte richtig addiert wurden
  • die Aufgaben anschauen, in denen du nicht volle Punktzahl hattest
  • nachvollziehen, warum Punkte abgezogen wurden bzw. was du falsch hast, ggf. gibt es eine Musterlösung, mit der du vergleichen kannst
  • bei Unklarheiten die Aufsichtspersonen fragen
  • im Zweifelsfalls Notizen machen und Monita anmelden (d.h. du bist mit der Korrektur nicht einverstanden und möchtest, dass gewisse Stellen nochmal neu korrigiert werden), aber Achtung; deine Klausur wird dann komplett neu korrigiert und werden dabei noch mehr Fehler gefunden, kann sich deine Note auch verschlechtern

Geht ihr regelmäßig in Einsichten? Hat es sich für euch schon mal gelohnt?

Viele Grüße,
eure Sanja

9 Tipps zum Sparen!



Die Zeit ist knapp und trotzdem möchte ich mal wieder etwas schreiben. Momentan lerne ich für Klausuren, gerade sitze ich schon wieder in der Bibliothek, die mittlerweile mein zweites Zuhause geworden ist. Ich lerne nur noch hier, da bin ich viel effektiver. Aber jetzt zu den Tipps!

  1. Melde dich bei der Stadtbibliothek an! Das spart so unglaublich viel Geld! Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich schon ausgeliehen und verschlungen habe. Als Student ist der Jahresbeitrag auch günstiger und man bezahlt ca. 10€ und kann dafür alles ausleihen. Die meisten Bibliotheken haben auch eine Online-Bibliothek, bei der man ganz einfach eBooks, Hörbücher oder e-Magazine von zuhause aus ausleihen kann. Das mache ich auch oft im Urlaub, wenn ich nicht so viele Bücher im Koffer mitnehmen kann und nichts mehr zu lesen habe - ziemlich praktisch! Außerdem kann man oft auch DVDs und Blu-Rays ausleihen. Das geht in unserer Bib für 1€ pro Woche und die Filme sind sogar relativ neu. Wir leihen dort regelmäßig aus, weil es viel günstiger ist als selbst zu kaufen, bei einem DVD-Verleih auszuleihen oder ins Kino zu gehen.
  2. Geh in die Mensa und koche am Wochenende selbst! Für Studenten ist es meist sehr günstig, in der Mensa zu essen. Für ein paar Euro bekommt man eine ganze Mahlzeit, ohne vorher einkaufen zu müssen und ohne die Zeit (und Ressourcen) fürs Kochen und den Abwasch verschwenden zu müssen. Am Wochenende, wenn die Mensa (bei uns jedenfalls) nicht geöffnet hat, lohnt es sich aber auf jeden Fall, selbst zu kochen anstatt sich eine Pizza oder einen Döner zu holen, denn selbst kochen ist auf jeden Fall noch günstiger und man weiß, was drin ist.
  3. Lern in der Uni! Momentan in der Klausurenphase sitze ich den ganzen Tag in der Uni, oft auch samstags und manchmal auch sonntags. Dort lerne ich dann von 8:30 bis ca. 19:30. In der Uni-Bibliothek habe ich alles, was ich zum Lernen brauche -  spart mir also zuhause jede Menge Strom und Wasser und damit auch Geld. Ich kann euch also nur empfehlen: Seid so wenig wie möglich zuhause!
  4. Unisport! Das Sportangebot an der Uni ist meistens sehr günstig. Ein Semester Schwimmen kostet bei uns z.B. 15€ und ein Semester Tanzkurs kostet 15€. Wenn ich das mit den Preisen von Vereinen oder Tanzschulen vergleiche ist das unschlagbar. Ich habe früher keinen Tanzkurs gemacht und tanzen dann vor zwei Semestern an der Uni gelernt, das hat bestimmt 150€ gespart. Außerdem ist das Angebot riesig und man findet bestimmt irgendetwas, das man mag :)
  5. Plane dein Essen! Oft hat man in einem kleinen Haushalt das Problem, dass Lebensmittel schneller verderben, als man sie essen kann. Mein Tipp ist also: Plane dein Essen. Wann möchtest du was essen? Wann bin ich vielleicht auf einen Geburtstag eingeladen oder gehe mit Freunden weg und brauche nichts? Wenn man sich vorher überlegt, was man überhaupt braucht, kann man viel gezielter einkaufen gehen.
  6. Preise vergleichen! Bevor ich irgendwo im Internet kaufe, vergleiche ich eigentlich immer die Preise. Meistens beobachte ich sie auch, wie z.B. auf amazon. Wenn ich etwas möchte, setzte ich es mir erst einmal auf den Wunschzettel und beobachte den Preis eine Zeit lang. Der schwankt bei amazon nämlich erheblich. Wenn ich dann ein Gefühl bekommen habe, was günstig und was teuer ist, weiß ich auch, zu welchem Preis ich kaufen kann. Ein kleines Beispiel: Mein Lieblingsparfüm kostet manchmal 26€, manchmal aber auch nur 13€ für die gleiche Flasche!
  7. Sparen = Konsumverzicht! Ein Satz, den mir meine Mutter früh beigebracht hat. Wer sparen möchte, muss auf Konsum verzichten. Ganz einfach ist es: Wenn ich heute auf etwas verzichte, kann ich es mir vielleicht später für einen günstigeren Preis holen. Bei den meisten Produkten ist das nämlich der Fall: Handys, Laptops, Bücher, DVDs. Je "älter" das Produkt ist, desto weniger kostet es. Manchmal lohnt es sich, auf etwas zu warten!
  8. Sammle Punkte! Hoffentlich gibt es die bei euch auch noch: Die klassischen Sammelheftchen beim Bäcker. Wer 9 Brote kauft, bekommt das 10. umsonst. Ganz einfach. Wenn man sowieso immer zum gleichen Bäcker, Metzger oder Bücherladen geht, lohnt es sich auf jeden Fall, bei solchen Sammelaktionen mitzumachen. Allerdings kann ich von Aktionen abraten, bei denen man sich dann von den Punkten etwas holen kann, aber nur, wenn man noch Geld drauf legt. Das, was dort erst wie ein Schnäppchen aussieht, kann richtig teuer werden. Bei Payback mache ich übrigens auch mit, aber ich lasse mir das Geld auszahlen (das geht wirklich). Innerhalb von einem Jahr sind dadurch auch nochmal knapp 30€ zusammen gekommen.
  9. Studenten-Rabatte nutzen! Sehr, sehr oft gibt es Rabatte für Studenten: Im Schwimmbad, bei Elektronik-Herstellern und und und. Es lohnt sich also immer, vorher einfach zu googeln, vielleicht spart man so auch nochmal ein paar Prozente.
Was sind eure besten Spar-Tipps? :)

Erfahrungsbericht || Bewerbung & Auswahlwochenende | Stiftung des Deutschen Volkes


Ich dachte mir, dass ich einfach mal einen Erfahrungsbericht zum Auswahlwochenende der Stiftung des Deutschen Volkes schreibe. Bisher gibt es im Internet recht wenige und ich persönlich hätte es als sehr hilfreich empfunden, wenn es noch mehr gegeben hätte - also mache ich das jetzt!

Die Studienstiftung


Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist eines der größten und ältesten Begabtenförderungswerke in Deutschland, das unabhängig von politischen, religiösen und weltanschaulichen Vorgaben Stipendien vergibt. Aktuell werden ca. 12.000 Studierende und 2.000 Promovierende gefördert, wobei pro Jahr ca. 2.500 Studenten neu aufgenommen werden. Das Besondere ist außerdem, dass generell alle Studiengänge gefördert werden. Die Förderung besteht aus einer ideellen Förderung und einer finanziellen Förderung. Zur ideellen Förderung gehören z.B. Sommerakademien und wissenschaftliche Kollegs. Die finanzielle Förderung besteht aus einer Studienkostenpauschale (300€), die jeder Stipendiat erhält und eventuell einem Grundstipendium, das angelehnt an die Anforderungen des Bafögs vergeben wird und, anders als das Bafög, nicht zurück gezahlt werden muss. Ungefähr 60% der Stipendiaten erhalten dabei nur die Studienkostenpauschale.


Der Weg zum Auswahlwochenende

Seid ihr Abiturient und habt eine sehr gute Note im Abitur geschrieben, schlägt euch die Schulleitung normalerweise für eine Stiftung vor (Frist Mitte Juli). Diesen Weg gehen ein Großteil der Bewerber. Nach einem Vorschlag erhaltet ihr einen Brief mit dem Hinweis, dass ihr vorgeschlagen worden seid und der Bitte, einen Bewerbungsbogen und einen Lebenslauf (ausführlich & tabellarisch) mit verschiedenen Zeugnissen zurück zu senden. Macht ihr das, erhaltet ihr automatisch eine Einladung zur der Abiturientenauswahl.
Ein anderer Weg ist die Selbstbewerbung mit Auswahltest, bei dem der Anmeldeschluss im Januar liegt. Das geht allerdings nur für Studenten im 1. & 2. Semester. Nach dem Auswahltest werden die Testbesten ebenfalls zu einem Auswahlwochenende eingeladen.
Seid ihr Student, so könnt ihr vom Prüfungsamt oder von einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden. Vom Prüfungsamt werdet ihr normalerweise vorgeschlagen, wenn ihr zu den 2% der Besten eures Jahrgangs gehört. Das ist z.B. bei Medizinern der Fall, die ihr Physikum mit 1,0 bestanden haben.

Ich wurde durch einen meiner Professoren im Ende des 2. Semesters/Anfang des 3. Semesters vorgeschlagen, nachdem ich ihn persönlich gefragt habe. Ich kann jedem nur raten, sich einfach zu trauen. Wenn du davon überzeugt bist, dass du den Anforderungen der Studienstiftung entsprichst, trau dich und frage. Versuchen kostet nichts.

Das Auswahlwochenende

Es gibt meines Wissens nach verschiedene Auswahlwochenenden (pro Jahr über 150), ich kann euch etwas zu der Auswahl für Abiturienten und der Hochschulauswahl erzählen. Die Auswahl für Abiturienten findet, logischerweise, dann statt, wenn ihr nach dem Abitur durch eure Schule vorgeschlagen worden seid, also meistens ist man dann schon im ersten Semester. In die Hochschulauswahl kommt man, wenn man durch das Prüfungsamt oder einen Hochschullehrer vorgeschlagen wurde. Typischerweise ist das so im 3-6. Semester.

Zuerst werde ich ausführlich von der Hochschulauswahl berichten, weil ich dort vor zwei Wochen war und danach werde ich noch kurz etwas zur Auswahl der Abiturienten sagen. Beide Auswahlwochenenden laufen im Allgemeinen sehr ähnlich ab und unterscheiden sich nur in Details.

Kommissionsmitglieder

Die Kommissionsmitglieder sind unabhängige Alumni oder Promotionsstipendiaten, die ehrenamtlich an den Auswahlseminaren teilnehmen. Sie sind an jedem Auswahlseminar unterschiedlich. Meistens sind sie fachlich ein Querschnitt aus allen Richtungen, da auch die Kandidaten sehr unterschiedliche Fächer studieren.

Gespräche

Bei dem Auswahlwochenende führt man zwei Einzelgespräche zu je 40min mit Kommissionsmitgliedern, wobei eines davon fachnah und das andere fachfremd ist. Bei dem fachnahen Gespräch geht es besonders um das Studium. Es wird zwar gesagt, dass keine fachlichen Fragen gestellt werden, denn die fachliche Eignung sei bei guten Noten ja unumstritten, allerdings habe ich von anderen aus meiner Gruppe gehört, dass ihnen auch fachliche Fragen gestellt wurden. Das ist mir nicht passiert. Ich wurde vor allem gefragt, was ich später mal machen möchte, etwas zur aktuellen Entwicklung usw. Im fachfremden Gespräch ging es vor allem um meinen Lebenslauf und den Bewerbungsbogen, den man vorher eingeschickt hat. Den solltet ihr wirklich in- und auswendig können! Ihr solltet wissen, von wann bis wann ihr in welcher AG oder auf welchem Schüleraustausch wart, was ihr in eurer Freizeit macht und wie ihr euch genau ehrenamtlich engagiert. Ich habe mir die ganzen Unterlagen vorher nochmal ausgedruckt und durchgelesen, weil ich Angst hatte, irgendetwas zu vergessen, wenn ich aufgeregt bin.
Ich wurde nach einer AG gefragt, an der ich in der Schule teilgenommen habe und nach meinen Nebenjobs. Außerdem ging es um meine Hobbies und meine Arbeit in der Fachschaft.

Tipps für die Einzelgespräche
Ich möchte euch noch ein paar Tipps geben, die euch vielleicht helfen könnten.

  • vorher regelmäßig Zeitung lesen (das sollte man eh machen)
  • sich selbst googeln und unpassende Einträge entfernen (falls sie mit einem zusammen hängen)
  • auf die öffentlich sichtbaren Dinge in sozialen Netzwerken achten (andere wurden in facebook mit "unpassenden" Fotos gefunden; das machen zum Teil auch Arbeitgeber)
  • sich nicht verstellen oder besser darstellen als man ist
  • zugeben, wenn man etwas nicht weiß anstatt zu raten
  • nicht zu sehr von sich selbst überzeugt sein
  • Gründe überlegen - Warum engagiere ich mich dort? Warum studiere ich das? Was möchte ich später machen?
Außerdem gibt es noch Gruppendiskussionen. Zusammen mit vier anderen Kandidaten, die bunt gemischt von verschiedenen Fachrichtungen kommen können, bildet man eine Gruppe. Immer einer hält bei einem Termin ein Referat über ein selbst ausgewähltes Thema, das maximal 10 min lang sein darf. Danach wird 20 min in der Gruppe diskutiert und es wird erwartet, dass der Vortragende die Rolle des Moderators übernimmt. Das Kommissionsmitglied, das für jede Gruppendiskussion gleich ist, hält sich dabei im Hintergrund und beobachtet lediglich.

Tipps für das Referat
  • Karteikarten schreiben, Referat sicher vortragen können ohne abzulesen
  • selbstsicher stehen
  • langsam sprechen
  • auf die Zeit achten (Armbanduhr mitnehmen!)
  • Thema; verständlich für fachfremde, ein Thema mit Diskussionspotential
  • am Ende einen Abschluss machen und das wichtigste zusammenfassen
  • Fragen für die Diskussion schon im Vorhinein überlegen
Schiebt das Referat zuhause nicht auf. Man gerät in Gefahr, das Referat erst wenige Tage vorher zu machen, weil man immer etwas anderes zu tun hat. Nehmt euch die Zeit und überlegt euch ein gutes Thema, recherchiert dazu und übt es zuhause vor anderen! Besonders die Zeit von 10min kann bei umfangreichen Themen schnell knapp werden und die dürft ihr nicht überschreiten, denn sonst wird euer Referat evtl. durch das Kommissionsmitglied beendet. Mein Referat hatte das Thema "Die Gefahren eines Überwachungsstaats", wir haben aber auch über Neuro-Enhancement, die Patentierung von Medikamenten, multiresistente Keime und den Weg zur Unsterblichkeit diskutiert, da drei meiner anderen Gruppenmitglieder Medizin/Chemie studiert haben. Man muss sich also schnell auf andere Themen einstellen und gute Argumente finden.

Tipps für die Diskussion
  • Zettel & Stift dabei haben, um bei den Referaten der anderen mitzuschreiben
  • in der Diskussion Aspekte des Vortrags aufgreifen
  • Lösungsansätze zum evtl. genannten Problem überlegen
  • niemanden unterbrechen oder anderen reinreden
  • Meinungen gut begründen
  • als Moderator darauf achten, dass man alle zu Wort kommen lässt und kurz vor Ende der Zeit eine kleine Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse machen
Bei der Diskussion, so war mein Eindruck, wird vor allem darauf geachtet, ob ihr auf Argumente anderer Gruppenteilnehmer eingeht und ob ihr eure Meinung vertreten und mit Gründen belegen könnt.

Zeitplan

Einen beispielhafter Zeitplan habe ich mal aufgeschrieben. Natürlich nimmt man nicht an allen Einzelgesprächen teil, da man ja nur zwei hat. Bei mir lag eins samstags und das andere sonntags.

Samstag

bis 12:00 Anreise der Kandidaten
12:00-13:00 Mittagessen
13:00-13:30 Begrüßung im Plenum
13:30-14:00 Gruppendiskussion
14:00-14:10 Pause
14:10-15:30 Einzelgespräche, zwei Runden zu je 40min
15:30-16:00 Gruppendiskussion
16:00-16:20 Pause mit Kaffee und Kuchen
16:20-17:40 Einzelgespräche, zwei Runden zu je 40min
17:40-18:10 Gruppendiskussion
18:10-19.10 Abendessen
19:10-19:50 Einzelgespräche, eine Runde
19:50-20:20 Gruppendiskussion
20:30-21:00 Informationsveranstaltung (freiwillig)

Sonntag

7:30-8:30 Frühstück
8:30-10:30 Einzelgespräche, drei Runden je 40min
10:30-10:50 Pause mit Kaffee
10:50-12:10 Einzelgespräche, zwei Runden je 40min
12:10-12:40 Gruppendiskussion
12:40-13:40 Mittagessen

Das erste was ich sagen kann: Es ist anstrengend. Richtig anstrengend. Das Auswahlseminar liegt zwar ungefähr in der Nähe des Hochschulortes, oft hat man aber trotzdem eine Anreise von mehreren Stunden. Ich bin z.B. an dem Samstag um 5:00 aufgestanden und hatte eine lange Fahrt. Wenn man dann noch den ganzen Nachmittag Gespräche führt, diskutiert und vorträgt, kann das ziemlich anstrengend werden. Ich hatte jedenfalls nachmittags (16:00) schon mit richtig starken Kopfschmerzen zu kämpfen. Das Seminar ist also auch ein Test eures Durchhaltevermögens.

Bei der Begrüßung erhält man eine kurze Einführung darin, welche Kandidaten die Stiftung sucht und die Kommissionsmitglieder stellen sich kurz vor. In den Informationsveranstaltung abends wurde über das Angebot der Studienstiftung, insbesondere über das ideelle gesprochen und es wurde die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen. Diese Veranstaltung ist aber keine Pflicht gewesen.

Statistiken

Ich mag Statistiken, deswegen noch ein paar Zahlen aus dem Jahresbericht von 2013 (Quelle):

  • Teilnehmer am Verfahren: 9.126, davon erhielten 2.574 eine Förderzusage (28.2%)
  • Vorgeschlagen von Schulen: 5.212, davon erhielten 1.307 eine Förderzusage (25.1%)
  •  insgesamt haben 762 an den Auswahltests teilgenommen; "Testbeste": 291, davon erhielten 60 eine Förderzusage (60%)
  • Geförderte: 11.195 Studierende und 1.273 Promovierende
  • 46.5% der Geförderten sind Frauen 
  • die meistgeförderten Fächer sind: Rechts-/Wirtschafts- & Sozialwissenschaften (23,2%), Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (21.2%), Mathematik/Naturwissenschaften (20.4%), Sprach- & Kulturwissenschaften (inkl. Theologie und Psychologie, 18.4%), Ingenieurwissenschaften (11.1%)

Die Abiturientenauswahl

Die Abiturientenauswahl geht von Freitagabend bis Sonntagmittag, was aber nicht heißt, dass es weniger Gespräche gibt. Die Gespräche gehen samstags bei der Hochschulauswahl einfach nur länger in den Abend hinein.

Auch bei den Gesprächen gibt es einen kleinen Unterschied. Während man bei der Hochschulauswahl ein fachnahes und ein fachfremdes Gespräch hat, gibt es bei der Abiturientenauswahl diese Unterscheidung nicht. Mit wem ihr das Gespräch führt, ist vollkommen zufällig und nicht speziell auf euer Fach abgestimmt. Auch gibt es hier wahrscheinlich gar keine fachlichen Fragen, sondern es dreht sich alles um euren Lebenslauf. Auch auf Fragen zu dem Namensgeber eurer Schule solltet ihr euch vorbereitet haben, denn danach wird ganz besonders gerne gefragt.

Abschluss

Abschließend kann ich nur sagen, dass das Auswahlseminar eine lohnenswerte Erfahrung ist, unabhängig davon, ob man aufgenommen wird oder nicht. Man lernt an einem Wochenende unglaublich viele und interessante Menschen kennen und kann sich dadurch mit anderen Studenten, auch aus anderen Fachrichtungen, austauschen. Ich fand es z.B. sehr interessant, mehr über den Medizin-Studiengang zu erfahren oder darüber, wie es an anderen Unis läuft.

Auch kann man rein gar nichts über das eigene Gefühl sagen. Man kann mit einem super guten Gefühl nach Hause fahren und abgelehnt worden sein oder sich total unsicher sein und aufgenommen worden sein. Aus dem, was ich erfahren habe, sucht die Studienstiftung nicht den perfekten Studenten, sondern Leute, die sich vor allem ehrenamtlich engagieren oder es schwer hatten und trotzdem sehr gute Leistungen bringen.

Mein großer Umschlag, der die Aufnahme in die Studienstiftung bedeutet, lag am Donnerstag bei mir im Briefkasten. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Ich hoffe, ich konnte manchen mit meinem Erfahrungsbericht helfen. Für eure Fragen und Erfahrungen bin ich gerne offen!

Hinweis: Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit der oben gemachten Angaben. Der Großteil davon beruht auf meiner persönlichen und individuellen Erfahrung.

Weiterführende Links

Darüber hinaus gibt es ein BeSte Forum zum Austausch von Bewerbern. Interessant waren auch die Artikel aus der FAZ und der Zeit Online.

Uni-Backpack #04 | Software


Wie versprochen, stelle ich euch heute noch die Software vor, die ich in den Vorlesungen und zuhause für die Uni nutze.


Dropbox

kostenlos. Das wichtigste Programm ist wohl die Dropbox, da ich an mehreren Geräten arbeite. In der Uni mit Laptop und Smartphone und zuhause am PC. Da es richtig nervig sein kann, ständig die Dokumente per Hand zu synchronisieren oder über einen USB Stick alles von A nach B zu kopieren, ist Dropbox (oder jeder andere Cloud-Dienst) die perfekte Lösung. Dort erhaltet ihr eine gewisse Menge an Speicherplatz auf einem Server, auf den ihr von überall zugreifen könnt. Den Dropbox-Order seht ihr dann als ganz normalen Order auf eurem PC und könnt wie gewohnt Dokumente speichern oder löschen. Die Synchronisation erfolgt automatisch, wenn ihr eine Internetverbindung habt. Kostenlos erhält man dabei 2 GB, die für ein paar Vorlesungsfolien und Dokumente auf jeden Fall ausreichen sollten. Über eine Aktion von HTC habe ich momentan für ein paar Monate sogar noch extra Speicherplatz, sodass ich auf 26,75 GB komme, von denen ich momentan ein Drittel nutze. Wenn die Aktion ausläuft, bleiben mir noch ca. 3 GB übrig, dann werde ich mich wohl ein bisschen mehr beschränken müssen.

Besonders praktisch wird die Dropbox auch dann, wenn man in einem Team oder einer Gruppe arbeitet. Einzelne Ordner kann man mit anderen Dropbox-Nutzern teilen. Mein Freund und ich organisieren so unsere gemeinsamen Dateien. In einem Modul machen wir gerade ein Programmierprojekt und unsere Projektdateien verwalten wir auch über die Dropbox. Ziemlich praktisch :)


Libre Office

kostenlos. Formelsammlungen schreibe ich mit Libre Office, weil es kostenlos ist und einen (meiner Meinung nach) richtig guten Formeleditor besitzt. Früher habe ich mit Open Office gearbeitet, aber das ist mir bei großen Dokumenten mit hunderten von Formeln und Bildern irgendwann andauernd abgestürzt. An das Schreiben von Formeln muss man sich erstmal gewöhnen und es lohnt sich auf jeden Fall, auswendig zu lernen, welchen "Code" ein Integral, eine Summe oder ein Bruch hat, aber wenn man erstmal eingearbeitet ist, geht es super schnell.

Snipping Tool

kostenlos. Snipping Tool ist ein Programm, dass auf Windows standardmäßig installiert ist. Ich nutze es, um gezielt Bilder aus Folien auszuschneiden, um sie z.B. in meine Formelsammlung zu übertragen. So ähnlich wie Screenshots, nur besser.

Photoshop

ältere Version kostenlos. Meine Bilder für Formelsammlungen und für den Blog bearbeite ich mit Photoshop Elements 8. Ich habe es vor, ich glaube, 6 Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen und benutze es seitdem fast täglich. Natürlich gibt es noch andere, bessere Versionen, aber für das, was ich benötige, reicht es vollkommen aus. Wer sich Photoshop nicht leisten will oder kann, kann auf Gimp setzen oder die alte CS2 Version kostenlos und legal hierüber beziehen. Man muss sich einfach nur bei Adobe mit seiner Email-Adresse registrieren.


PDF Annotator

Kaufversion. Zum Bearbeiten von Folien und zum Mitschreiben am Laptop habe ich mir im Sommer die Studentenversion von PDF Annotator gekauft, da es meiner Meinung nach keine gute kostenlose Alternative gibt. Zusammen mit dem Tablet von Wacom kann ich so richtig gut in Vorlesungen direkt digital mitschreiben, Texte markieren usw. Ehrlich gesagt gebe ich gern ungern Geld für Software aus, aber in dem Fall war es mir das einfach wert.

Microsoft Dreamspark

Falls eure Uni bei Microsoft Dreamspark mitmacht, habt ihr dort die Möglichkeit, Entwickler-Software kostenlos zu erhalten.

Windows 

Ich arbeite momentan auf meinem Laptop und meinem PC mit Windows 8, da ich es schnell und effizient finde. Man muss sich nur einmal kurz einarbeiten und sich ansehen, wo man die wichtigsten Funktionen findet, aber dazu sind die meisten Leute nicht bereit, weshalb es so in Verruf geraten ist. Wenn ihr einen technischen Studiengang studiert, solltet ihr darauf achten, welche Software ihr benötigt und ob es die für euer Wunsch-Betriebssystem auch gibt.


So, das war die Übersicht über die Software :) Für meinen Studiengang benutze ich natürlich auch noch andere Software, wie z.B. Notepad++ und eclipse, die aber für die Allgemeinheit wohl  nicht so interessant sind. Welche Software benutzt ihr? Habt ihr euch für die Uni extra welche gekauft?

Uni-Backpack #03 | Essentials für die Vorlesung

Hey,
heute möchte ich euch endlich nach so langer Zeit zeigen, was ich in der Vorlesung benutze. Die Abstimmung hat gezeigt, dass das die meisten von euch interessiert, also kommt hier der erste Post dazu! Aufgeteilt habe ich das ganze in Hard- und Software, weshalb ich euch heute erstmal zeige, was ich so alles an Geräten habe.

Laptop

Vor eineinhalb Jahren habe ich mir zum Start der Uni einen Laptop gekauft. Mir war besonders wichtig, dass er sehr leicht ist und der Akku lange hält. Entschieden habe ich mich damals für einen Sony Vaio Pro 13 mit Touchscreen und Zusatzakku (für ingesamt bis zu 18 Stunden Laufzeit), 8 GB RAM, 124 GB SSD und einen i7 + 4 Jahre Garantie (gab's für einen Cent als Angebot dazu). Das Ultrabook wiegt nur leicht 1000g und wird nicht mehr verkauft. Aus gutem Grund, muss ich sagen, da ich mit dem Teil nur Ärger habe. In einer Woche werde ich ihn das dritte Mal in Reparatur geben und wenn ich dann immer noch die gleichen Probleme habe, fordere ich mein Geld zurück. Wäre das Problem mit dem Bildschirm nicht (das Vaio-Logo drückt sich nämlich in Form von weißen Flecken durch), wäre es echt der perfekte Laptop für einen technischen Studiengang. Leicht, leistungsstark, was will man mehr? Aber naja. Der nächste wird wahrscheinlich ein Lenovo mit Stifteingabe, wenn es so weit ist.

Falls ihr euch selbst überlegt, einen Laptop zu kaufen, solltet ihr auf folgende Sachen achten

  • Gewicht. Das ist eine Angabe, auf die ihr in jedem Fall achten solltet. Der Sony Vaio hat mit zu den leichtesten Laptops gezählt. Falls ihr es noch leichter haben wollt und euch Funktionalität und Performance nicht so wichtig sind, könnt ihr auch ein Tablet in Betracht ziehen. Mehr als 1.5 kg sollten es aber in jedem Fall nicht sein.
  • Leistung. Man benötigt nicht für jeden Studiengang einen High-End-Laptop. Es ist aber etwas anderes, wenn man auf dem Laptop auch programmieren muss oder nur Folien anschaut und ein paar Dokumente schreibt. Genau das gleiche ist es mit dem Speicherplatz. Ich habe bewusst weniger genommen, dafür aber eine schnelle SSD, da ich auf dem Laptop nicht viele Fotos und Filme speichern wollte, sondern hauptsächlich effektiv arbeiten wollte. Der wenige Speicherplatz hält mich übrigens auch davon ab, zu viele Spiele zu installieren und ihn mit unnötigem Kram zuzumüllen (und so war es auch günstiger).
  • Kompatibilität. Müsst ihr für euer Fach eine bestimmte Software verwenden? Gibt es die Software auch für euer Betriebssystem (wichtig z.B. bei Apple-Produkten) und wie viel kosten die? Produkte für Windows gibt es z.B. öfter mal so als die für Macs.
  • Zubehör. Welches Zubehör benötigt ihr noch? Wie viel wiegt das und wie viel kostet das? Ich habe für meinen Laptop noch eine Hülle, eine Funkmaus, einen Adapter für einen LAN-Anschluss und einen Adapter für mein Headset mit Mikro gekauft. Zudem noch ein Pad, das ich euch unten zeige. Eventuell benötigt ihr noch ein externes Laufwerk.





Tablet

Offiziell heißt es "Stifttablet". Im Sommer habe ich mir über ein Angebot von Amazon einen Wacom Inutos S Pen mit Radierer für um die 60€ angeschafft. Das ist ein kleines Tablet, das man an seinen Laptop oder PC anschließen kann, um so eine Stifteingabe zu haben. Außerdem eignet es sich als größeres Touch-Feld (also für die Hand). Ich und mein Freund nutzen es, um damit in Vorlesungen auf den Folien am PC mit zu schreiben, denn sobald es an Formeln oder schnelle Markierungen geht, versagt man mit den Fingern auf dem Touchscreen oder mit der Tastatur. Außerdem bin ich kein Freund von Papierchaos^^ Der Stift hat sogar schon ein Wasserbad heil überstanden, wobei ich das niemandem empfehlen kann und das Tablet hat mittlerweile einen langen Kratzer (aus eigener Unachtsamkeit im Umgang mit Collegeblöcken, das Bild ist vom Sommer), aber es funktioniert und leistet seinen Dienst.

Heutzutage werden zum Glück die meisten Vorlesungen mit digitalen Folien gehalten und wenn ein Professor die mal nicht bereit stellen will, dann wird eben das Skript von Studenten eingescannt. Hab ich alles schon erlebt.

Das Tablet ist eine echte Alternative, wenn der eigene Laptop sich zur Stifteingabe nicht eignet. Das Schreiben damit ist erstmal ungewohnt, aber mittlerweile habe ich es so ziemlich raus, sodass es sogar noch schön und lesbar aussieht. Wie genau, das zeige ich euch im Software-Part. Außerdem ist es gut, nicht ständig mit der Maus zu arbeiten, da die Haltung der Hand mit dem Stift viel natürlicher ist.




Smartphone

Äh ja, das sollte während Vorlesungen lieber in eurer Tasche bleiben, denn ich lasse mich nur zu gerne davon ablenken. Trotzdem halte ich ein Smartphone für essentiell, da man so mit anderen in Kontakt bleiben kann, Noten mal schnell nachgucken oder zur Not noch Übungen runterladen kann. Außerdem muss man sich manchmal schnell zu Kursen anmelden, da sonst die besten Plätze weg sind und das geht unterwegs nun mal nicht ohne ein Handy. Deshalb habe ich mir zum Studienbeginn von meinem ersten Gehalt ein besseres gekauft, mit dem ich auch mal unterwegs etwas googeln kann. Außerdem benutze ich es als e-Book-Reader-Ersatz :)


So, das war's. Vielen Dank an meinen Freund für die Bilder, die im Sommer während der Sommersemester-Klausurenphase entstanden sind, als ich noch keine Kamera hatte. Ich hoffe, der Post hat euch geholfen! Was benutzt ihr so in den Vorlesungen? Habt ihr auch besondere "Techniken"? :)

PS: Kann mir jemand einen Rucksack für die Uni inkl. Laptopfach empfehlen? Mein alter neuer Forvert, den ich mir im Herbst angeschafft hatte, ist kaputt und zurück geschickt. Der Reißverschluss ist hier die Schwachstelle gewesen. Kann ich keinem empfehlen! Also habt ihr einen Tipp für mich?

Tipps für die Uni | Teil 10 - Der perfekte Arbeitsplatz


Hey, ich schreibe endlich mal wieder nach dem Urlaub. Eigentlich habe ich so viele Ideen für Posts, nur fehlt mir die Zeit. Die Uni hat mich wieder voll im Griff, dazu kam noch der Umzug. Aber jetzt bin ich da!

Heute möchte ich euch zeigen, wie ich zuhause meinen Arbeitsplatz gestaltet habe und wie man auch mit wenig Platz effektiv arbeiten kann. In einem Post morgen oder am Wochenende, dem Uni-Backpack, möchte ich euch zeigen, womit ich in den Vorlesungen mit schreibe und was generell zu meiner wichtigsten Ausstattung gehört, da ihr euch das am meisten gewünscht habt.

Mein Schreibtisch ist, ohne Werbung machen zu wollen, ein einfacher Expedit Schreibtisch von Ikea, der an dem zugehörigen Regal befestigt ist. Leider gibt es den nicht mehr in der Form und den von Kallax, dem "neuen" Expedit, finde ich nicht so toll.
Auf meinem Schreibtisch habe ich zudem eine Schreibunterlage als Schutz, einen großen Monitor, den ich wirklich gerne zum arbeiten nutze, eine Wetterstation inklusive Uhr, eine Schreibtischlampe, Handcreme, weil ich im Winter oft trockene Hände habe, und eine Kerze für die Deko. Ansonsten ist er bewusst leer gelassen. Alles Weitere befindet sich in direkter Reichweite links im Regal. Dort ist der weitere Bürobedarf (Tacker, Locher, Stifte usw.), alle Uni-Bücher und Ordner sowie Schmierpapier und neue Blöcke. Rechts daneben steht noch der Papiermülleimer und unter dem Tisch verstecken sich Drucker und PC. Was ihr oben seht, ist mein "alter" Arbeitsplatz. Seit dem Umzug musste der etwas umgestaltet werden, da mein Freund auch einen Schreibtisch brauchte, aber nicht mehr ganz so viel Platz war. Hinzugekommen ist eine Ablage, die ihm gehört und eine Anlage, die vorher wo anders stand.


So, nachdem ihr nun meinen Schreibtisch gesehen habt, gebe ich euch ein paar Tipps für euren!

Tipps

  1. Ordnung halten. Nichts ist schlimmer, als zu versuchen, mitten in einem riesen Chaos zu lernen, es wird nicht klappen. Ständig sucht man etwas, schiebt einen Stapel von rechts nach links. Deswegen gilt es, immer erstmal aufzuräumen, bevor man anfängt. Schafft euch Platz, damit ihr euch mit euren Lernsachen ausbreiten könnt. Außerdem hat man so nicht das Gefühl, den Überblick zu verlieren.
  2. Viel Licht. Achtet darauf, dass euer Lernplatz ausreichend beleuchtet ist. Mein Schreibtisch steht nicht in der Nähe eines Fensters, deshalb brauche ich auch tagsüber eine Lampe. Direkt über meinem Schreibtisch ist eine große Lampe angebracht, die für eine ausreichende "Grundhelligkeit" sorgt. Wenn ich dann abends nochmal zusätzliches Licht brauche, nehme ich meine Schreibtischlampe dazu.
  3. Den richtigen Stuhl. Findet einen passenden Stuhl für euch. Einer, der nicht zu gemütlich ist, damit ihr euch nicht zurücklehnt und "ausruht", aber auch einer, der so bequem ist, dass ihr darauf Stunden verbringen könnt. Ich weiß nicht, ob ich meinen schon gefunden habe, aber ich arbeite seit Jahren auf einem einfachen Holzstuhl mit Sitzkissen, den kann man im oberen Bild etwas sehen. Mein Freund ist z.B. ganz anders. Er benötigt einen richtigen Bürostuhl. Finde ich auch nicht schlecht, ist mir aber zu groß.
  4. Alles in Reichweite. Wer nicht aufstehen muss, um etwas zu erreichen, das er braucht, wird nicht so oft abgelenkt. Aufstehen kostet Zeit, also habt alles in Griffweite, was ihr braucht. Bei mir sind in direkter Reichweite Handcreme, Stifte, Bürobedarf (auch neue Sachen), Bücher, Schmierpapier, Drucker, Müll usw.
  5. Basics. Sorgt dafür, dass Basics auch immer in Reichweite sind. Dazu gehören Wasser (oder Tee), Taschentücher und Snacks. Die Snacks sind an einem normalen Tag nicht so wichtig, aber an einem langen Lerntag ist es hilfreich, direkt in Griffnähe Studentenfutter o.Ä. zu haben.
Natürlich lerne ich nicht immer zuhause, sondern auch manchmal in der Bibliothek oder in Lernzentren, allerdings habe ich das Gefühl, dass ich zuhause am besten ausgestattet bin. Wo lernt ihr am besten? Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?



Die anderen Teile


Teil 1 | Allgemeines
Teil 2 | Organisatorisches
Teil 3 | Ersties
Teil 4 | Wohnung & Finanzen
Teil 5 | Lernmaterialien
Teil 6 | Nach einer Klausur
Teil 7 | Richtig lernen
Teil 8 | Langeweile in Vorlesungen
Teil 9 | Lerntipps

Tipps für die Uni | Teil 9 - Lerntipps



Hey ihr Lieben! Da wir uns gerade mitten im Semester befinden, kommen hier meine Tipps zum Lernen während der Vorlesungszeit. Ich teile das deswegen auf, da diese Zeit sich essentiell von der Klausurenzeit unterscheidet und man ganz anders an die Themen ran gehen muss.

Während der Vorlesungszeit muss man fünfzehn Wochen lang alles geben, durchpowern, durchhalten. Ausdauer ist da das Wichtigste. Innerhalb dieser Zeit wird man von unendlich viel Stoff geflutet, praktisch jeden Tag wird einem etwas neues und meist noch recht kompliziertes präsentiert, das man dann möglichst sofort noch verstehen und verinnerlicht haben sollte. Und genau das ist der Punkt. In dieser Zeit ist es wichtig am Ball zu bleiben. Wer den Anschluss verliert, versteht das, was darauf aufbaut, nicht mehr. Das macht Druck. Deshalb empfinde ich zum Beispiel die Zeit momentan als genauso stressig wie die Klausurenphase, nur dass man momentan mehr Abwechslung hat, was die Themen betrifft, da man nicht mehrere Tage am Stück das gleiche Fache lernt.

Meine Tipps:


  • Vorlesungen. Geht in die Vorlesungen, außer in Ausnahmefällen. Wie ich schon oft erzählt habe, müsst ihr da für euch den richtigen Weg finden. Ich gehe mittlerweile das dritte Semester nicht in Mathe und habe trotzdem in diesem Modul sehr gute bis gute Noten, weil ich die Vorlesungen nacharbeite und die Übungen mache. In meinem Fall vermittelt der Professor einfach nichts, was über die Aufzeichnungen, die er online stellt, hinaus gehen. Also gehe ich zeitgleich zu einer anderen Veranstaltung. ABER: Im Normalfall ist es SUPER WICHTIG ist, dass ihr in den Vorlesungen aufpasst und mit schreibt. Dabei rede ich nicht von Romanen, sondern Notizen. Am Besten habt ihr die Folien, die oft schon vorher online gestellt werden, ausgedruckt oder auf eurem Laptop/Tablet dabei und macht euch auf einem Collegeblock oder einem digitalen Gerät Notizen. Dabei liegt es an euch zu entscheiden, welche Aussagen des Profs ihr noch gebrauchen könnt und was ihr anhand der Folie selbst "erkennen" könnt. Die Folien sind nämlich nur Anhaltspunkte, eine Übersicht, und enthalten meist keine Erklärungen und oft hat man während des Semesters keine Zeit, nochmal in Büchern nachzulesen. Bei den Notizen dürft ihr wie gesagt auch gerne mit Farben und Markern arbeiten, dann macht es auch immer mehr Spaß. Ich mache mittlerweile in jedem Fach auf meinem Laptop Notizen. Wie genau ich das mache, werde ich euch noch vorstellen :) Die Vorlesungen solltet ihr dann idealerweise nacharbeiten, indem ihr die Folien zusammen mit euren Notizen durchgeht und wirklich für euch selbst nach vollzieht, was auf der Folie gerade passiert. Oft findet man dann auch noch Fehler des Profs, was einem zeigt, dass man das Thema verstanden hat. Das Nacharbeiten ist so wichtig, weil man in der Vorlesung kaum Zeit hat, dem Redefluss des Profs zu folgen und das Ganze noch zu verstehen.

  • Übungen. Normalerweise gibt es, jedenfalls in naturwissenschaftlichen Fächern, zu jeder Vorlesung auch eine Übung. In manchen kann man sogar durch Abgabe einer Hausübung einen Bonus für die Klausur sammeln. MACHT DAS AUF JEDEN FALL! Die Übungen muss man sowieso machen, um das Thema zu verstehen. Den Bonus kann man also dann gerade mal mitnehmen. Meistens habe ich bei den Übungen auch erst einen Aha-Effekt, weil man in denen die ganze Theorie anwendet und Professoren die Angewohnheit haben, Einfaches kompliziert auszudrücken. Übungen werden oft von älteren Studierenden geleitet. Die haben also das alles schon mal gelernt und bestanden, wissen also (meistens) worum es geht und können noch Tipps für die Klausur geben. Hier ist auch wichtig, dass ihr Übungen, die ihr innerhalb der Übungsstunde nicht schafft, noch zu Ende macht und euch selbst mithilfe der Lösungen kontrolliert. Oft sind die Übungen auch eine gute Vorbereitung auf die Klausur. Wichtig ist auch, sich seine Fehler aufzuschreiben. Am Besten mit einem roten Stift und einem großen Achtung. Wenn ihr dann später in der Klausurenphase nochmal durch eure Unterlagen geht, seht ihr sofort, welche Fehler ihr schon mal gemacht habt und deshalb vermeiden müsst.

  • Prokrastination vermeiden. Zu Deutsch: Nicht aufschieben, denn sobald man eine Aufgabe schiebt, kommt man nicht hinterher. Während der Vorlesungsphase kommt immer mehr hinzu, oft bleibt einem noch nicht mal Zeit zum Durchatmen, deshalb ist es super wichtig, dass ihr Aufgaben sofort oder innerhalb einer Woche erledigt. Ich benutze dazu einen kleinen DIN A5 Block, in dem ich mir für jede Woche meine To-do's aufschreibe. Jeden Tag wird die Liste dann ergänzt, wenn eine neue Aufgabe hinzu kommt. Bei mir füllt das meistens am Ende der Woche eine ganze Seite. Dann versuche ich alle Aufgaben bis zum Beginn der neuen Woche abzuarbeiten. Da kommen dann auch Dinge rein, die ich sonst noch erledigen muss, wie z.B. putzen. Hinter jede Aufgabe notiere ich mir dann den Tag, an dem die Aufgabe erledigt werden sollte. Wenn ich dann eine Aufgabe erledigt habe, streiche ich sie durch. Ich finde immer, dass es richtig gut tut, zu sehen, wie viel man noch tun muss und vor allem wie viel man schon geschafft hat. Wenn mir alles zu viel wird, organisiere ich meine Aufgaben noch weiter: Wichtige Aufgaben, die möglichst heute erledigt werden sollten, erhalten einen roten Kreis, weniger wichtige einen orangen und unwichtige (= kann noch länger warten) einen grünen. Dann man zusätzlich noch aufschreiben, wie viel Zeit man für diese Aufgabe einplant. Eine Gruppenübung sollte z.B. in 90 min erledigt sein, eine Hausübung in 120 min. Saugen kann man dagegen in 15 min erledigen. Das hilft euch, eine Übersicht zu bekommen, was ihr wie schnell und in welcher Zeit erledigen könnt. "Kleinere" Aufgaben, die nicht so lange dauern, kann man dann direkt erledigen, um die Liste etwas zu verkleinern und für große Aufgaben kann man einen ganzen Nachmittag direkt einplanen. Wichtig ist nur, dass ihr die To-do-Listen der letzten Wochen noch weiter abarbeitet und so Aufgaben erledigt, die liegen geblieben sind. So eine To-do Liste könnt ihr natürlich nicht nur für eine Woche, sondern auch für die Winterpause oder längere Perioden anlegen. Da kommen dann eher allgemeinere Aufgaben drauf, die irgendwann mal erledigt werden müssen wie z.B. "Weihnachtsgeschenk für Mama kaufen" oder "Fotos sortieren".


  • Zeitmanagement. Da wir gerade bei dem Thema sind: Plant eure Woche. Ich benutze dafür einen Studentenkalender, der relativ schlicht ist. Ich brauche einfach etwas in der Hand, etwas, in das ich rein schreiben kann. Eine Kalender-App auf meinem Smartphone wäre zum Beispiel für mich nicht das Richtige, während andere damit besser klar kommen. Aber zurück zum Kalender: Dort trage ich meine Termine ein: Wann muss ich arbeiten? Sport, Sitzungen, wichtige Abgabetermine oder Privates. Je nach Kategorie markiere ich es dann noch in anderen Farben. Hier kann man auch gut Vorlesungen eintragen, die nicht jede Woche statt finden, sondern z.B. zweiwöchentlich, damit man auch an die denkt. Ich liebe die Übersicht über eine Woche. In Bleistift schreibe ich unten in die Notiz-Box, was ich an dem Tag so alles erledigen will. Wenn ich es nicht schaffe, radiere ich es einfach wieder weg. So vermeide ich, dass mein Kalender am Ende vollgeschrieben ist mit Dingen, die ich erledigen muss. Dazu ist ja meine To-do-Liste da. Für mich ist das wichtig, da ich das Gefühl habe, vor Aufgaben erdrückt zu werden, wenn mein Kalender richtig voll ist. Das habe ich letztes Jahr gemacht und das war gar nicht gut. In der Monatsübersicht trage ich dann nur Klausuren, Ausflüge usw. ein.


  • Stress ausgleichen. Stress lässt sich eigentlich nicht vermeiden, weshalb es an euch liegt, ihn auszugleichen. Das lässt sich am Besten mit Sport und Treffen mit Freunden machen. Aber dazu kommt noch mehr!

  • Material organisieren. Markiert neue Themen mit einem Zettelchen, fügt Klebestreifen für jede neue Übung ein, verschafft euch euren Überblick! Den Überblick zu behalten gibt Sicherheit.

  • Anschluss finden. Es kann immer mal passieren, dass man raus kommt, den Anschluss verliert. Dann ist es wichtig, bei einem neuen Thema wieder einzusteigen. Versucht genau diesen Einstieg zu schaffen, um nicht alles zu verpassen.

  • Spaß finden. Das ist ein schwieriger Punkt, den ich jetzt auch erst so richtig beobachten kann. Das Semester ist mittlerweile sieben Wochen alt und bis zur Winterpause ist es nicht mehr ganz so lange hin. Noch vier Wochen Durchhalten und ich kann wenigstens für ein paar Tage meine Freizeit genießen. Etwas, das ich jetzt ein Jahr lang nicht mehr hatte. Nach so viel Stress auf einem Dauerlevel ist es schwer, dem ganzen noch etwas abzugewinnen. Ich habe gemerkt, dass ich dieses Semester endlich am Ball geblieben bin, bis jetzt. Dass ich mehr verstehe, weil ich Vorlesungen nachgearbeitet und Übungen konsequent gemacht habe. Und wisst ihr, was passiert ist? Ich habe mittlerweile Spaß an den Übungen. Es ist interessant, zu lernen, wie das alles funktioniert. Ich habe mich mittlerweile auf Misserfolge eingestellt und verlange gar nicht mehr von mir, dass ich alles auf Anhieb kann. Ich lerne aus Fehlern. Ich schreibe mir auf, was ich falsch macht habe, damit ich es beim nächsten Mal besser machen kann. DAS ist Lernen. Fehler machen, sich verbessern, weitermachen. Und das macht mir mittlerweile Spaß. Klar, nicht alles ist super interessant und auch ich habe mal meine schlechten Tage, aber im Großen und Ganzen weiß ich wieder, warum ich dieses Fach studiere.


Ich hoffe, dass euch diese Tipps weiter helfen! In den nächsten Tagen wird mir bestimmt noch so viel einfallen, dass ich euch erzählen könnte, aber das kommt dann in einer der nächsten Teile. Jetzt wünsche ich euch erstmal eine gute Nacht (mittlerweile ist es 2:19 am schönen Samstagmorgen), ich geh schlafen!

Liebe Grüße!

Die anderen Teile


Teil 1 | Allgemeines
Teil 2 | Organisatorisches
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Teil 4 | Wohnung & Finanzen
Teil 5 | Lernmaterialien
Teil 6 | Nach einer Klausur
Teil 7 | Richtig lernen
Teil 8 | Langeweile in Vorlesungen

|| Ohnmacht ||

Ohnmacht ist das Gefühlt von Hilflosigkeit und mangelnden Einflussmöglichkeiten im Verhältnis zu etwa den eigenen Wünschen, subjektiv angenommenen und objektiven Notwendigkeiten oder dem Überlebenwillen. Ohnmachtsgewfühle können mit Angst, Wut und Frustration einhergehen. Quelle: klick
 Fühle ich mich ohnmächtig?
Stress (engl. für "Druck, Anspannung") bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung. Quelle: klick
 Unsere Gesellschaft ist krank. Eigentlich dürfte ich das nicht sagen, denn man erwartet Leistung. Viele leisten viel, geben ihr Bestes, andere nicht. Woran das liegt und was die einen von den anderen unterscheidet, weiß ich noch nicht. Vielleicht die Einstellung "ist mir egal/dann ist es halt so". Aber was machen die, die nach so einer Einstellung nicht leben können? Gestern Abend, kurz vor Mitternacht, ist mir bewusst geworden, dass man vielen Menschen nicht ansieht, was sie durch machen. Nach außen mag alles normal erscheinen, vielleicht erhält man sogar Anerkennung, weil man es so weit geschafft hat. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie es meinen Komilitonen geht. Das wissen nur sie selbst und vielleicht haben sie genau die gleichen Gedanken, Gefühle, genau den gleichen Stress wie man selbst, nur sieht man es nicht. Man fühlt sich allein, denkt, einem gehe es als einzigem so. "Die anderen schaffen das alles ganz locker!"

Wenn man Zeitung liest und sich Berichte anschaut, merkt man, dass dem nicht so ist. Besonders in Naturwissenschaftlichen Fächern. Zwei gute Artikel habe ich hier (Stress im Studium: Ausgebrannte Chemiker, faule Philosophen) und hier (Studenten am Rande des Nervenzusammenbruchs) gefunden. Ich befinde mich zum Glück noch nicht am Rande des Nervenzusammenbruchs wie andere, aber auch mir geht es nicht gerade gut. Ich merke den Stress. Anstatt gestern bis kurz vor elf noch Mathe zu machen, hätte ich mir auch lieber eine Serie angeguck. Oder ein Buch gelesen. Oder gebloggt. Mein Uni Tag geht oft von 8:00 morgens bis 22:00/23:00 abends, jedenfalls im Moment. Aber das ist auch nötig, um den Stoff zu packen. Trtozdem werde ich diese Woche mein Pensum nicht schaffen, weil ich noch zusätzlich 15 Stunden gearbeitet habe und bei einer Orientierungsveranstaltung war. Dazu kommt die Fachschaftssitzung und zwei Stunden Sport. Weil letztere Veranstaltungen keine Pflicht sind, ist man eher geneigt, die mal ausfallen zu lassen als andere. Dabei sind genau die wichtig. Ehrenamtliches Engagement und Sport. Eigentlich würde ich beides gerne ausbauen, das geht aber nicht.

Wenn ich mehr für die Uni mache, wie ich es in den letzten Wochen getan habe, verstehe ich auch mehr und habe nicht ganz so extrem das Gefühl "nicht mehr mit zu kommen" oder überfordert zu sein, so wie im letzten Semester. Mein Wunsch wäre, dass ich das Level, das ich gerade habe, halten kann und es nicht vorkommt, dass ich NUR Bahnhof verstehe. Klar, alles kann man nicht auf Anhieb verstehen, aber wenn man es zuhause nacharbeitet, dann klappt das wenigstens zur Hälfte. Und das ist die Grundlage für die Vorlesung der nächsten Wochen. Sobald man einmal nachlässt, kann man den Rest des Semesters vergessen. Den Anschluss wird man nicht mehr finden. Und genau das ist der Stress. Es gibt nicht ein Thema und wenn man das nicht versteht, dann steigt man eben wie in der Schule beim nächsten Thema wieder ein. Und man hat auch nicht Tagelang Zeit, einen Zusammenhang zu verstehen. Es geht Schlag auf Schlag, eine ganze Flut von Informationen, die auf einen eindrückt. Das ist Uni.

  Ich habe für mich erkannt, dass ich etwas zurück schrauben muss. Aber das kann ich nicht bei der Uni, also muss ich es beim Job tun. Meine Eltern haben mir schon zugesagt, mich etwas mehr zu unterstützen. Dafür bin ich ihnen dankbar. Dadurch kann ich in meinem einen Job meine moantliche Arbeitszeit von 15 auf 18 Stunden reduzieren. Klingt nach nicht so viel, aber während der Klausurenphase kann ich nicht arbeiten gehen und da häuft sich einiges an, sodass ich in anderen Monaten 20-30 Stunden arbeiten muss. Und manchmal lohnt es sich auch, so einen Schritt zu machen. Dazu gab's nämlich eine Lohnerhöhung von meinem Chef: 7,7%, über die ich mich ab Januar mehr freuen kann.
 Dazu kommt der zweite Job. Da ist das Projekt im Dezember zu Ende. Ich wurde schon gefragt, ob ich noch ein zweites Projekt machen möchte, im Anschluss. Ich habe erstmal ja gesagt, mal sehen. Die Bezahlung ist gut und ich kann von zuhause arbeiten, wann immer ich möchte.

Einen Stressfaktor habe ich gestern kurzerhand von meiner Liste gestrichen - die Entscheidung über meine Vertiefung. In den letzten Wochen gab es immer wieder Orientierungsveranstaltungen zu den Vertiefungen, von denen wir eine im 4. Semester wählen müssen. Man kann sich zwischen (auch wenn das ziemlich viel über meine Uni verrät) Automatisierungstechnik, Mikro- und Feinwerktechnik, Integrierte Mikro- und Nanotechnologie, Kommunikations- und Sensorsysteme, Elektrische Energietechnik, Datentechnik und Computergestützte Elektrodynamik entscheiden. Alles mehr oder weniger interessante Themen und was am Wichtigsten ist: Unsere Zukunft. Zu erfahren, was man damit alles machen kann, was dort entwickelt wurde und an was gerade geforscht wird. Ziemlich interessant, muss ich euch sagen. Bisher fand ich Automatisierungstechnik und Elektrische Energietechnik interessant. Gestern war die Orientierungsveranstaltung zu Datentechnik. Von allen Vertiefungen ist das diejenige, die am ehesten noch etwas mit Informatik zu tun hat. Man lernt zwar auch, wie Rechner funktionieren und wie man Chips designt, aber baut auch Software Engineering und die Kommunikation von mobilen Geräten aus. Ersteres interessiert mich nicht so, weil ich nicht der Hardware-Typ bin, aber vor allem Software hat es mir angetan. Ich bin also gestern kurzerhand ins Studienbüro gegangen und habe die Vertiefung gewählt. Was weg ist, ist weg. In dieser Vertiefung muss ich mich zwar auch mit dem Hardware-Kram rumschlagen, kann aber auch ziemlich viele Module von Informatik wählen und genau das möchte ich. Den Studiengang zu wechseln käme für mich nicht in Frage. Die Wahl gestern hat mir jetzt eine gewisse Sicherheit gegeben, etwas Druck genommen. So viele Möglichkeiten und eine so schwere Entscheidung. Aber wahrscheinlich ist es das Beste. Vielleicht muss ich euch mal mehr davon erzählen, die interessanten Dinge, nicht das Langweilige.

Ich hoffe, dass ich bald mehr schreiben kann. Außerdem ist die Glossybox aus dem November da, die ein paar Schmuckstücke enthält, über die ich mich sehr gefreut habe.


PS: Vielen Dank für 50 Follower!

Tipps für die Uni | Teil 8 - Langeweile in Vorlesungen




Jap, lange nicht mehr geschrieben und lange keine Tipps mehr gegeben, obwohl das neue Semester schon einen Monat alt ist! Und soll ich euch was sagen? Ich bin meinen Vorsätzen bis jetzt treu geblieben und darf behaupten, dass ich dieses Semester mehr verstehe als letztes und nicht schon am Anfang aufgegeben hab. Yippie. Natürlich kostet das auch viel Zeit und deswegen war es hier ein bisschen ruhiger, aber jetzt kommen neue Tipps!

Mir ist aufgefallen, dass ich mich in Vorlesungen relativ schnell langweile, sobald a) ich das Thema schon kann oder, was viel häufiger vorkommt, b) es viel zu kompliziert wird und ich NICHTS mehr verstehe. Ich denke, den meisten wird es genauso gehen. Und dann kommt der Punkt, an dem einem langweilig wird und man verschiedene Möglichkeiten findet, sich abzulenken, zum Beispiel:

  • reden (mit der Tischnachbarin)
  • essen (kleines Kaffeekränzchen)
  • sinnlose Kritzeleien (Herzchen usw., ihr kennt das)
  • Smartphone (Spiele, News, facebook, tumblr,...)

Aber genau das muss man vermeiden! Warum?

  • Falls einem langweilig ist, weil man das Thema kennt, kann es schnell passieren, dass man den Einsatz verliert, dann wieder zu zuhören, wenn Schwierigeres dran kommt.
  • Man überhört Sätze wie "Das könnte für die Klausur wichtig sein." oder "Das ist nicht  klausurrelevant."
  • Man verliert den Anschluss für die nächste Vorlesung.

Alles also Dinge, die einem nicht passieren sollten, deswegen kommen hier meine Tipps für euch!

  1. Sitzwahl. - Je länger ich studiere, desto weiter vorne sitze ich. Am Liebsten 3-5 Reihe, denn da passt man am Meisten auf. Es wäre doch peinlich, direkt vorne vor dem Prof zu reden, oder?
  2. Sitznachbarn. - Wer neben euch sitzt, beeinflusst, wie sehr ihr abgelenkt werdet und wie sehr ihr euch selbst ablenken lasst. Wenn euer Nachbar gerne redet, sei es mit euch oder mit anderen, nervt das extremst und ihr neigt eher dazu, euch ablenken zu lassen. Dann ist es vielleicht mal gut, nicht neben allen Freunden zu sitzen, denn das, was man ihnen erzählen möchte, kann man auch außerhalb der Vorlesung weitergeben. Am Besten ist es, ihr setzt euch neben Menschen, die genauso wie ihr in der Vorlesung aufpassen wollen und euch eventuell sogar mal anstupsen, wenn ihr euch selbst ablenkt, damit ihr das Handy weg legt.
  3. Handy weg. - Ganz wichtig, ich lasse mich davon auch oft ablenken. Das Handy kommt am Besten lautlos in die Tasche oder den Rucksack, ja nicht in Griffnähe. Aus den Augen, aus dem Sinn.
  4. Notizen. - Notizen zu machen helfen ungemein, besonders bei schwierigen Themen, die man später nochmal nacharbeiten muss. Selbst wenn euch die Sätze, die der Professor von sich gibt, jetzt noch nicht viel sagen, können sie euch später helfen, wenn ihr das Thema lernen müsst. Also Collegeblock raus und fleißig mitschreiben! Am Besten auch noch mit buten Stiften und Textmarkern die Stichpunkte ansehnlicher gestalten und Schlagworte hervor heben. Außerdem ist man so gezwungen, besser aufzupassen, denn es könnte ja etwas Wichtiges gesagt werden.
Ich hoffe, ihr erkennt euch in diesem Beitrag selbst wieder und könnt mit meinen Tipps etwas anfangen :) Wie ist es bei euch in den Vorlesungen? Fällt es euch schwer, aufzupassen? Habt ihr eure eigenen Techniken?

Liebe Grüße, eure





Die anderen Teile


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Uni Backpack #02 | Rucksack


Update 2015: Ich hatte immer wieder Probleme mit dem Reißverschluss, bis er im Januar dann komplett kaputt war. Hab den Rucksack zurück geschickt und wurde zum Glück von Amazon erstattet. Ich kann ihn also nicht weiter empfehlen!

Hey! Heute stelle ich euch das vor, worum es eigentlich geht, meinen Uni Rucksack! Das gute Ding heißt Laptop Louis und ist von Forvert. Habe ich mir zum Semesteranfang neu gekauft, da mein alter Rucksack langsam echt zu klein wurde. Dieser ist dafür zwar etwas zu groß für meine (kleine) Gestalt, aber immerhin ist er wirklich praktisch. Viel Platz, nur leider passen in die Seitenfächer keine Flaschen.

Im Moment habe ich gar nicht mehr so auf die Rucksäcke geachtet, aber hier an der Uni (die übrigens von Männern dominiert wird), haben die Meisten einen Forvert, Dakine oder Deuter. Welchen Rucksack habt ihr? :)



Uni Backpack #01 | Stifte und co.


Heute stelle ich euch einen Teil dessen vor, was ich jeden Tag mit in die Uni nehme oder besonders zum Lernen benutze - meine "Ausstattung" sozusagen. Heute geht es um Stifte und co., in den nächsten Teilen kommt dann noch mehr :) Was ich sicherheitshalber gleich dazu sage: Ich möchte hier keine Werbung für irgendwelche Produkte machen, sondern euch einfach nur zeigen, was ich besonders gerne benutze und innerhalb der letzten Jahre für mich für sinnvoll erachtet habe ;)


Das erste sind drei verschieden farbige Textmarker. Ich benutze besonders gerne die Farben orange (Schlüsselwörter/wichtig), gelb (Erläuterungen) und grün (was-ich-sonst-noch-brauche), da man die besonders gut erkennen kann. Es gibt zwar noch andere Farben, wie z,B. blau, aber da bin ich der Meinung, dass man dann nicht mehr wirklich gut die Schrift erkennen kann und dass die Farben keine Signalwirkung hat.


Dann kommen noch diverse Stifte dazu, davon sind die wichtigsten Kugelschreiber, Bleistift, Tipp-Ex und ein Radiergummi. Dabei liebe ich den Kugelschreiber Slider Edge F, weil er erstmal schön dünn ist (ich hab so ein Fable für dünne Schrift) und weil sich mit ihm ziemlich gut schreiben lässt, vor allem in Klausuren. Bei anderen Kullis hab ich manchmal das Gefühl, dass das Schreiben sehr anstrengend ist, mal der Kulli nicht richtig schreibt oder sonst was, aber bei dem bin ich echt zufrieden. Leider gibt es ihn nicht zum Nachfüllen und deshalb muss ich ihn immer neu kaufen, aber das ist es mir Wert. Beim Bleistift hab ich am Liebsten die Stärke HB, da die nicht zu schwach ist und sich trotzdem noch gut weg radieren lässt. Beim Tipp-Ex finde ich den Stift mit der Flüssigkeit am Besten, weil ich viel mit mathematischen Formeln zu tun habe und nicht ganze Wörter wegmachen muss. Da muss man einfach für sich selbst entscheiden, was am Besten ist.


Zum Schluss habe ich noch Fineliner von Stabilo, die echt zu meinen Lieblingen gehören. Dabei habe ich einmal ein Set mit den normalen (point 88) und zwei dickere (Pen 68). Bei den normalen sind nicht alle Farben dabei, weil es verschiedene Versionen gibt und ich mir gerade mal die neu gekauft habe. Am Liebsten benutze ich aber die Farben: lila (das kräftigere, das auch als dicker Stift rechts ist), orange, rot und grün. Mit Rot schreibe ich ganz wichtige Wörter, streiche Falsches durch oder weise mit Achtung darauf hin. Mit grün setze ich Häkchen für "richtig" und mit orange und lila schreibe ich Überschriften und sonstige Schlagwörter. Falls eine meiner Lieblingsfarben leer ist, kaufe ich einzelne Fineliner und nicht gleich die ganze Packung nach.

Falls ihr Tipps braucht, wie ihr Mitschriften am effektivsten Anfertigt, kann ich euch gerne helfen :)


Tagebuch | Ernsthaft?!


Ich hab zwar noch nicht alle Klausurtermine, aber die, die ich bis jetzt habe, reichen mir. 
Ernsthaft?!
Sopra (eine Abkürzung) und Elektronik sind zwei Module, die regulär, also laut "Plan" in meinem Semester vorgesehen sind. Psychologie habe ich so gewählt. Es ist echt jedes Mal so, dass wir mindestens zwei Klausuren direkt aufeinander folgend haben. Aber drei? Pfff.


Vielleicht sollte ich das nochmal überdenken und Psychologie lieber später machen/schreiben. Zudem liegt die Psychologie-Vorlesung eh gleichzeitig der Mathe-Vorlesung (zu der ich seit zwei Semester eh nicht mehr hin gehe) und der Physik-Übung. Und die Physik-Vorlesung liegt während einer anderen Vorlesung. Also bleiben mir nur die Physik-Übungen und da wollte ich schon hin... Naja. Dann eben Psychologie nächstes Semester, oder so. Muss das mal mit meinem Freund besprechen.

Lernleben


Open Office mag uns nicht.


Nervennahrung.

Montag: 2 Stunden Physik-Klausur (obwohl wir laut Modulhandbuch eigentlich 3 Stunden Zeit bekommen müssten), erlaubte Hilfsmittel: 2 Seiten Formelsammlung gedruckt oder handschriftlich (dass gedruckt erlaubt ist, hab ich erreicht :D, wir haben 4 Seiten, die wir auf 2 drucken), nicht programmierbarer und nicht grafikfähiger Taschenrechner

Dienstag: 3 Stunden 2 Stunden (hab mich vertan) E-Technik-Klausur, erlaubte Hilfsmittel: 4 Seiten Formelsammlung gedruckt oder handschriftlich


Mathefund

© Sms von gestern Nacht (App)

Für alle, die sich durch Uni-Mathe gequält haben. 
Gefunden auf Sms von gestern Nacht, kurz nach meiner Matheklausur. 
Vielleicht hat der ja mit geschrieben^^

Tipps für die Uni | Teil 7


Heute möchte ich euch endlich erzählen, wie man richtig lernt und zwar darauf basierend, wie das Gedächtnis funktioniert. Dabei werde ich noch nicht darauf eingehen, wie genau das an der Uni läuft (das kommt in einem der nächsten Teile!), sondern erstmal allgemein bleiben.

Der Sinn der Schule ist es, dass man lernt, wie man lernt und einen gewissen Wissensstand erreicht, eine Art Allgemeinbildung. Die richtige Flut an Wissen kommt erst in der Uni und damit muss man umgehen können. Man sagt immer, eine einzige Klausur an der Uni ist so viel Lernstoff wie das gesamte Abitur und ich kann sagen, dass das mehr als stimmt. Besonders diejenigen, die geisteswissenschaftliche Fächer studieren haben in einem Modul mehrere Hundert bis Tausend Seiten Stoff zu lernen. In der Schule hatte man 12 oder 13 Jahre lang Zeit, auszuprobieren, wie man selbst am Besten lernt - hier kommt das, was man vielleicht schon in irgendeiner Form selbst bei sich beobachtet hat, als Zusammenfassung. In der Uni bleibt einem leider kaum mehr Zeit das Lernen zu Lernen.

Das Gedächtnis

Es gibt drei verschiedene Gedächtnissysteme:

  1. sensorische Gedächtnis ("Ultrakurzzeitgedächtnis") - speichert Infos für einige Millisekunden bis Sekunden: Das, was ihr gerade seht, lest, hört, riecht oder schmeckt, wird darin gespeichert.
  2. Arbeitsgedächtnis - speichert Infos für 25-40 Sekunden, Zentrum der bewussten Informationsverarbeitung, hat eine Kapazität von 7±2 Informationseinheiten (Für Interessierte: Bei einem Kleinkind sind es 3, bei einem Menschen mit einem IQ von 100 sind es 5, bei denen mit IQ 115 sind es 7 und bei den Hochbegabten 9)
  3. Langzeitgedächtnis - speichert Infos bis zu Jahren

Ziel ist es also, den Lernstoff vom Ultrakurzzeitgedächtnis ("Habe ich gerade gelesen") über das Arbeitsgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zu befördern. Wichtig ist auch zu wissen, dass Informationen, die dauerhaft in unserem Gehirn gespeichert werden sollen, einen grundlegenden Umbauprozess an den Neuronen erfordern, der mindestens 24 Stunden in Anspruch nimmt. Es nützt also nichts, am Tag vor einer Klausur mit dem Lernen zu beginnen, denn dann ist es schon viel zu spät und wir können den Stoff gar nicht mehr lernen.

Wie Lernen funktioniert




Lernen funktioniert in drei Schritten: aufpassen - verstehen - wiederholen. Um den letzten Schritt zu perfektionieren, das heißt, um die Informationen ins Langzeitgedächtnis zu bekommen, muss man die ersten beiden Schritte optimieren.
Mit dem Aufpassen ist gemeint, dass ihr neue Informationen aufmerksam aufnehmt, z.B. durch Lesen eines Textes, Betrachten einer Grafik oder Zuhören bei einer Präsentation. Dabei meine ich wirklich aufmerksam. Keine Musik dabei, keine andere Ablenkung, volle Konzentration. Dann müsst ihr die Information verstehen, indem ihr sie mit anderem, was ihr bereits wisst, verknüpft. Bei einer Formel kann das so aussehen, dass man sich klar macht, was die einzelnen Komponenten bedeuten, welchen Sinn die Formel hat und was ich mit ihr berechnen kann. Letztendlich müsst ihr diesen Vorgang aus Information aufnehmen und verstehen einige Male wiederholen, um das Wissen zu festigen.

Häufigkeit des Wiederholens

Wie schnell wir etwas lernen, hängt stark davon ab, wie intensiv wir uns damit beschäftigen. Das kann man an folgender Übersicht ablesen. Wir lernen
  • 10% durch Lesen
  • 20% durch Hören
  • 30% durch Sehen
  • 50% durch Hören und Sehen
  • 70% durch das Diskutieren mit anderen (z.B. Diskussion darüber, ob das, was im Skript des Profs steht stimmt oder ob er mal wieder einen Fehler gemacht hat; zusammen Inhalte erarbeiten, offene Fragen versuchen zu lösen)
  • 80% durch eigenes Handeln und Erfahren (z.B. Theorien ausprobieren, Übungen rechnen, Diagramme erstellen usw.)
  • 95% dadurch, dass wir es anderen beibringen (wirklich die beste Methode! Versucht das, was ihr gelernt habt, anderen zu erklären - dadurch wird es richtig vertieft)

Lernen verbessern


  • Ablenkungen vermeiden. Das ist hart, richtig hart. Ablenkungen lauern überall und reißen mich immer schnell aus meinem "Lernfluss" raus. Die größten Ablenkungen sind das Smartphone und das Internet. Ein paar Tipps dazu gebe ich noch in späteren Teilen. Es hilft aber auf jeden Fall, den eigenen Schreibtisch leer zu räumen und nur noch das Nötigste in Reichweite zu haben, also nicht das Handy! 

  • Lernort finden. Ein optimaler Lernort ist leise und bietet keine großen Ablenkungsmöglichkeiten. Ihr müsst genug Platz haben, um all eure Lernutensilien ausbreiten zu können (Laptop, Block, Ordner, Bücher...). Falls ihr alleine lernt, würde ich euch die Unibibliothek oder Lernzentren in der Uni empfehlen. Dort soll man eigentlich leise sein und das schafft eine Atmosphäre, die zum Lernen anregt. Außerdem ist es nochmal etwas anderes, wenn man zum Lernen extra das Haus verlässt. So lässt sich Uni und Privatleben trennen. Etwas anderes ist es, wenn ihr jemanden habt, der euch zuhause am Lernen hält, dann kann man auch am eigenen Schreib- oder Esstisch lernen, so wie ich es mache. Legt euch auf jeden Fall all das hin, was ihr beim Lernen braucht, damit ihr nicht zu oft aufstehen müsst. Dazu gehören: Laptop, Block, Ordner, Bücher, Mäppchen, Geodreieck, evtl. Taschenrechner, etwas zum Trinken, evtl. etwas zum Knabbern/Kaugummi

  • Organisieren. Es ist wichtig, das Lernmaterial zu organisieren. Dadurch verringert man die Menge, die man Lernen muss, z.B. weil die gleiche Information nicht in verschiedenen Formen doppelt vorkommt. Genauso hilft es, einen Überblick über all das zu bekommen, was ihr lernen müsst, indem ihr euch die verschiedenen Themengebiete raus schreibt. Organisieren hilft euch auch, euch das Material besser zu merken, denn ihr Organisieren bedeutet auch die Einordnung von Informationen in einen größeren Zusammenhang. Am Besten finde ich, sich selbst eine Formelsammlung zu erstellen. Das muss man in den meisten Fächern sowieso. Dadurch, dass man sich überlegt, wie man den Stoff möglichst kurz und prägnant zusammenfasse kann, lernt man ihn auch schon. Außerdem kann die Reihenfolge der Themen eine Bedeutung bekommen, z.B. die Information A kommt vor Information B. Dadurch, dass ihr A vor B geschrieben habt, merkt ihr euch besser, wo ihr A einordnen müsst, was z.B. bei historischen Ereignissen hilfreich sein kann. Ein anderes Beispiel, bei dem Organisieren hilft, ist das Merken folgender Buchstabenfolge: "CIAFBIKGBCNNUSABBCUK" Schwer, oder? Jetzt organisiert: "CIA FBI KGB CNN USA BBC UK" Wenn man das so wiederholt, kann man es sich super einfach merken, weil man die Information organisiert und mit anderen Dingen assoziiert hat! Organisieren kann man mit Unterstreichungen, Markierungen, Bildern, verschiedenen Farben usw.

  • Illusionen des Lernens vermeiden. Es gibt zwei Arten Arten des Erinnerns: Wiedererkennen/Vertrautheit und Wiederaufrufen. Wiederaufrufen: Wir wollen Informationen wieder aufrufen können, denn dann kann man sich von selbst an die Information erinnern, genauso wie man es in einem Test meistens soll. Wiedererkennen: Man erkennt eine Information wieder, wenn man sich zwar nicht von selbst daran erinnert, aber sie einem plötzlich vertraut vorkommt, wenn man sie wieder sieht. Aber das ist nicht gut, denn in einem Test wird man nicht zwingend einen Hinweis auf genau diese Information sehen und sich dadurch auch nicht daran erinnern können. Vermeide also Lernmethoden, die auf Wiedererkennung basieren, wie z.B. einfach nur Durchlesen eines Textes. Dort gibt es das große Problem, dass du beim nochmaligen Lesen eines Textes das Gefühl hast "flüssiger" zu lesen. Je öfter du es liest, desto leichter fällt es dir, den Text zu lesen und wenn sich etwas leichter liest, hat man das Gefühl, es gelernt zu haben, aber das ist nicht der Fall! Du bist einfach nur besser darin geworden, genau diesen Text zu lesen. Genauso ist es nicht sinnvoll, gleich beim ersten Lesen eines neuen Textes mit Textmarkern Sätze zu unterstreichen. Es fühlt sich so an, als ob man die wichtigen Teile des Kapitels markieren würde, obwohl man gar nicht wissen kann, was wirklich am wichtigsten ist, bevor man nicht den ganzen Text gelesen hat. Und dann wird man eh nochmal von vorne anfangen müssen, um alle markierten Stellen zu lesen (und nochmals lesen lässt uns den Stoff nicht gut lernen). Stattdessen sollte man den Text ein erstes Mal ohne Markieren lesen und beim zweiten Lesen die wichtigsten Schlagworte mit einer richtig guten Signalfarbe (ich nehme immer orange) und weiteres Wichtiges mit einer anderen Farbe (bei mir gelb) markieren. Danach sollte man die wichtigsten Dinge stichpunktartig heraus schreiben und sich selbst abfragen.

  • Pausen. Ganz wichtig! Viele unterschätzen Pausen. Wir lernen am besten in regelmäßigen, kurzen Abschnitten anstatt eine lange Zeit am Stück, in der wir unser Gehirn nur vollstopfen. Lernt man zu lange am Stück, dann geben wir unserem Gehirn nicht die Chance, die zuvor gelernten Informationen abzuspeichern und sie verschwinden einfach wieder aus unserem Gedächtnis, wodurch die Lernzeit völlig verschwendet ist. Am Besten ist es, 25 min zu arbeiten und dann eine kurze Pause von ca. 5 Minuten zu machen (das Ganze nennt sich Pomodoro-Technik). Alle zwei bis drei Stunden sollte man dann eine größere Pause machen, z.B. indem man zu Mittag isst, sich mit anderen unterhält, einen Spaziergang macht. Ganz wichtig ist auch noch der Schlaf! Ausreichend, aber nicht zu viel. Perfekt sind 8 Stunden. Und wer richtig fertig ist, kann mittags auch einen Power Nap machen - einfach für 20-30 min bei heruntergelassenen Rolländen ins Bett legen, Wecker stellen und schlafen. Auch wenn du Pausen einlegst, die Nacht "durchzulernen" schadet eher als dass es hilft, dann während der langen Schlafphase nachts verarbeitet das Gehirn die Infos, die es tagsüber gelernt hat uns speichert sie dauerhaft, befördert sie also ins Langzeitgedächtnis, genau das, was wir wollen! Das habe ich früher bei mir selbst beobachtet. Während der Schulzeit habe ich oft noch am Vorabend viel gelernt (ja, ich weiß, 24 Stunden vorher und so....) und bin dann direkt schlafen gegangen und seltsamerweise hatte ich am nächsten Morgen das Gefühl, gleich viel mehr zu wissen. Außerdem sind nicht nur kleine Pausen wichtig, sondern auch große. Nimm dir mal einen Tag frei, ohne lernen und komm auf andere Gedanken.

  • Durchdenken. Denk gut über das nach, was du lernen musst, assoziiere es mit anderen Dingen, die du bereits weißt. Im Idealfall bedeutet das, dass du wirklich das Konzept der Information verstanden hast, warum z.B. eine Theorie oder ein Zusammenhang funktioniert, wie es mit anderen Dingen zusammen hängt, wie es mit anderen Dingen zusammen wirkt. So etwas Ähnliches, wie "das Große und Ganze" verstehen und nicht nur vor einer Formel zu sitzen und zu wissen, was man einsetzen muss, sondern auch zu verstehen, was man damit anfangen kann, was man ausrechnet und was passiert, wenn man die einzelnen Parameter ändert. Oder in der Politik oder Geschichte: Warum ist das passiert? Welche Ursachen und welche Folgen gab es? All das. Auf einem einfacheren Level kann man wie folgt vorgehen: Erinnert dich die Information an irgendetwas? Kannst du vielleicht einen Song daraus machen (dummer Einwurf, ich habs noch nie probiert, aber wer den pq-Song noch nicht kennt, der ist so dämlich, dass ich seitdem die pq-Formel auswendig kann: klick) Kannst du Eselsbrücken bauen? Ein Beispiel, wie ich mir in der Grundschule die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt gemerkt habe: "Die Magd fährt per Anhalter nach Sachsen zur Burg" Als Kind hab ich mir immer eine Magd am Straßenrand vorgestellt, so richtig schön in mittelalterlicher Kleidung, die auf ein Auto wartet und schon in der Ferne eine große Burg sieht. Wird mir nie mehr aus dem Kopf gehen, weil das Bild einfach so prägnant ist. Oder kannst du es visualisieren? Mit einem Schaubild oder einer Zeitleiste zum Beispiel. Oder kannst du es mit etwas aus deinem Leben in Verbindung bringen? Ein Ort, an das dich die Info erinnert? Anstatt also das Material einfach nur wie eine "Sache" anzusehen, die ganz für sich steht, musst du sie mit anderen Dingen verknüpfen, Anhaltspunkte schaffen, die dich an die Info erinnern. Die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt? Moment, da kenn ich doch ein Bild mit dem Anhalter! So in der Art. Das Gehirn funktioniert über Verknüpfungen, es ist ein ganzes Netzwerk von Informationen, die alle irgendwie miteinander verknüpft sind und je mehr Wege bzw. Verknüpfungen es zu der Info gibt, desto schneller findet man sie wieder. Je besser du etwas ausarbeitest, je sorgfältiger du es durchgehst, desto besser erinnerst du dich daran. Deswegen ist es beim Lernen auch wichtig, kreativ und indivuduell zu sein, eigene Wege zu finden. Man muss für sich selbst herausfinden, wie man am Besten lernen kann, welche Methode am effektivsten ist. Für mich sind es Bilder und vielleicht Musik, aber hauptsächlich Bilder. Ich merke mir, wo sachen stehen, in welcher Farbe und in welcher Anordnung. Deshalb hilft es mir z.B. wirklich, Formelsammlungen zu schreiben. Dann weiß ich genau, was wo steht. Zurück zur Geschichte: Ein Beispiel wäre hier, Dokumentation zu sehen, sich vorzustellen, wie was passiert sein könnte, wie die Personen ausgesehen, wie sie gesprochen haben könnten.

  • Herausforderungen. Teste dich selbst, stell dich vor Herausforderungen. Komm selbst auf die Antwort. Stell dir eine Frage und überlege dir, wie du geantwortet hättest bevor du die Antwort liest. Selbst wenn du etwas falsch machst, hilft es mehr als nur stur die Antworten zu lesen, denn man zwingt sich selbst, mehr darüber zu denken und herauszufinden, was man falsch gemacht hat. Ich bin der Meinung, man lernt am Meisten, wenn man etwas falsch macht und sich selbst korrigiert. Beim nächsten Mal weiß man nämlich "Oh, hier habe ich das letzte Mal einen Fehler gemacht, der darf mir nicht nochmal passieren". Teste dich auf die Art, wie es auch in der Klausur passieren wird. Multiple-Choice, Aufgaben, Aufsätze? Egal was, gewöhne dich an die Aufgabentypen, an die Prüfungssituation. Wenn du einen Fließtext schreiben musst, schreib einen anstatt einfach nur Stichpunkte aufzuschreiben. Eine weitere effektive Methode ist, das Material jemandem anders beizubringen. Wenn man versucht, es jemand anderem zu erklären, merkt man schnell, wo noch Schwächen bestehen. Wenn du es nicht deinem Gegenüber erklären kannst, wirst du es auch nicht in der Klausur können, also erkennst du, wo du noch lernen musst.

  • Klausurbedingungen. Passe deine Lernbedingungen deinen Klausurbedingungen an. In der Klausur ist kein Taschenrechner erlaubt? Also rechne schon beim Üben ohne! Du darfst eine Formelsammlung nutzen? Gewöhne dich schon früh daran, mit genau dieser Formelsammlung zu arbeiten, damit du sofort weißt, wo was steht. Zudem sollten die Umstände, unter denen ihr lernt, denen der Klausur entsprechen (z.B. Ort des Lernens, Uhrzeit, Müdigkeit). Ich weiß, dass das nicht immer geht, aber wenn man z.B. weiß, dass die Klausur morgens um 8:00 ist, dann kann man schon immer um 8:00 anfangen zu lernen und sich so daran gewöhnen, gleich morgens schon Leistung zu zeigen. Warum? Umstände an sich dienen als Erinnerungen. (Bist du schonmal in die Küche gegangen und hast den Kühlschrank geöffnet, um etwas zu holen, hast aber plötzlich vergessen, was es nochmal war? Und sobald du wieder in deinem Zimmer bist, erinnerst du dich wieder daran?) Gewöhne dich an den Geräuschpegel, Raumgröße, Lichtverhältnisse, Möbel, deine Stimmung, Alkoholpegel (wir sind ja unter Studenten^^), Sitzposition und vor allem, wie du mit Aufgaben umgehst (Formelsammlung, Taschenrechner)! Studien haben sogar gezeigt, dass man, wenn man beim Lernen immer betrunken war, sich dann in der Klausur wieder besser an den Stoff erinnert, wenn man auch dann betrunken ist. Was aber auf keinen Fall eine Empfehlung an euch sein soll zu Trinken! Lernen kann man am Besten im nüchternen Zustand ;) Ein anderes Beispiel wäre, wenn ihr immer nach dem Sport lernt. Dann solltet ihr auch vor der Klausur Sport machen. Das Gegenteil dazu ist, dass ihr unter so unterschiedlichen Bedingungen wie möglich lernt. Dadurch erinnerst du dich an die Informationen, ganz egal unter welchen Umständen du die Klausur schreibst. So läuft man nicht in Gefahr, die Informationen nur mit ganz bestimmten Umständen zu assoziieren und sich nicht an sie erinnern zu können, wenn sich die Umstände plötzlich ändern. Falls du Infos also auch außerhalb der Uni gebrauchen kannst, lerne unter vielen verschiedenen Bedingungen, z.B. in einer lauten und einer leisen Umgebung, mit und ohne Kaffee (oder Schokolade^^). Welche Strategie am Besten ist, kann ich euch nicht sagen. Ich lerne immer mit den Hilfsmitteln, die ich in der Klausur auch zur Verfügung hätte. Außerdem lerne ich an einem leisen Ort, ohne Musik und ohne Kaffee.


Zusammenfassung

  1. Spätestens 24 Stunden vor der Klausur mit dem eigentlichen Lernen abgeschlossen haben, danach nur noch Wiederholung oder Entspannung als Vorbereitung auf den Stress.
  2. Regelmäßig und nicht zu viel lernen, häufig Pausen einbauen.
  3. Sich selbst testen.
  4. Klausurbedingungen.
So, das war's. Der Beitrag muss jetzt endlich mal raus, sonst geht er noch unter :) Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende, ich bin völlig fertig. Kaum ist Mathe durch (mehr schlecht als recht), bin ich schon wieder mitten in Physik. Auf eure Kommentare und Tags (danke an Maria! :)) muss ich leider demnächst antworten. Und, ich hab die Testergebnisse vom Arzt. Davon aber bald mehr!

Liebe Grüße!


Die anderen Teile


Teil 1 | Allgemeines
Teil 2 | Organisatorisches
Teil 3 | Ersties
Teil 4 | Wohnung & Finanzen
Teil 5 | Lernmaterialien
Teil 6 | Nach einer Klausur