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Rezension || Die Tiefe von Nick Cutter




Titel: Die Tiefe
Originaltitel: The Deep
Autor: Nick Cutter

Reihe: möglicherweise Band 1 (?)
Seitenanzahl: 526
Erschienen: 09.11.2015
Verlag: Heyne
Übersetzung: Frank Dabrock

Genre: Horror, Erwachsenenbuch
Themen: Kindheitsängste, Seuche

gelesen: Dezember 2015 als Taschenbuch und als eBook


Klappentext

Tod aus der Tiefe
Die Menschheit erzittert unter einer unheimlichen, tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell ausbreitet. In dieser Krisensituation wird der Arzt Luke Nelson zu Hilfe gerufen. In den Tiefen des Meeres ist ein Organismus aufgetaucht, ein Parasit, mit dem sich die Krankheit vielleicht bekämpfen lässt. Lukes Bruder Clayton, ein genialer Biologe, ist mit seinem Team bereits im Tauchschiff Trieste. Doch der Kontakt zur Trieste bricht ab. Als die grausam entstellte Leiche eines der Forscher geborgen wird, begibt Luke sich hinab in den Marianengraben. In die dunkle Tiefe …



Meine Meinung

Idee
Liest man den Klappentext, so ist die Grundidee wirklich spannend und verspricht eine gute und tolle Geschichte. Genauso verliefen auch die ersten Seiten. Eine Seuche, die man den fleckigen Tod nennt, ist ausgebrochen, die langsam und schleichend kam und jeden treffen kann. Erst vergisst man unwichtige Dinge. Wohin man seinen Schlüssel gelegt hat oder wann die Oma Geburtstag hat, wie Schokolade riecht oder wie Erdbeeren schmecken. Später wird es immer mehr, an das man sich nicht mehr erinnern kann. Wie man isst, sich anzieht oder wann man geboren wurde. Wie die eigenen Eltern heißen. Gleichzeitig bilden sich schwarze Flecken auf der Haut, die sich immer mehr ausbreiten bis man irgendwann stirbt. Das Problem: Man weiß nicht, wie die Krankheit übertragen wird oder wie man sie heilen kann.
Charaktere
Lucas ("Luke") Nelson ist Tierarzt. Das Buch setzt ein, als er auf dem Weg zu der Forschungsstation Hesperus ist, die Mitten im Meer über dem Marianengrab liegt. Acht Meilen Tiefer befindet sich die Trieste, eine Unterwasserforschungsstation am für die Menschen erreichbaren tiefsten Punkt der Erde. Dort arbeitet sein Bruder Clayton ("Clay"). Eigentlich können sich die Brüder nicht leiden, aber da drei Wissenschaftler dort unten auf der Suche nach einem Heilmittel sind und Clayton nach seinem Bruder verlangt hat, hat sich Luke im Auftrag der Regierung auf die lange Reise gemacht.
Schreibstil
Der Schreibstil an sich ist eigentlich angenehm. Man kann dem Geschehen einigermaßen ohne große Anstrengung folgen. Man erlebt aus der personalen Erzählperspektive von Luke mit, was in der Unterwasserstation passiert.
Umsetzung
Leider folgt hier der große Kritikpunkt, denn die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Während das Buch vielleicht als Science-Fiction oder Zombie-Apokalypse beginnt, driftet es immer mehr in eine Erzählung ohne roten Faden ab. Für ein Horrorbuch habe ich mich auch an einigen Stellen etwas gegruselt, aber so richtig überzeugen konnte es nicht. Die Grundidee des fleckigen Todes tritt leider in den Hintergrund und ist fast überhaupt nicht mehr Bestandteil des Geschehens, sondern eher etwas, das eben nebenbei läuft. Der Fokus liegt jedoch auf den Albträumen und Kindheitserinnerungen von Luke an seine Mutter und an die Erinnerungen an seine Frau Abby und den gemeinsamen Sohn Zachary ("Zach"). Das Buch ist Durchsetzt von Rückblenden in die Vergangenheit, die eigentlich das Thema der Seuche verfehlen und den Schwerpunkt auf etwas ganz anderes schieben. An diesen Stellen wirkt es so, als konnte sich Cutter nicht für einen Handlungsstrang entscheiden. Das Potential mit der Idee des fleckigen Todes wurde hier leider deutlich verschenkt.
Dafür war die Handlung sehr abstrus und chaotisch. Mitten im Buch hatte ich dann zuerst keine Lust weiterzulesen, habe mich aber dann doch noch überwunden.
Auch das Ende wirkte eher, als wüsste der Autor nicht, wie man die Geschichte nun zu einem sinnvollen Abschluss bringen könnte, woraufhin es zum Schluss eine sehr verstörende Szene gibt, die einerseits mehr Fragen aufwirft als beantwortet und das Ende für eine Fortsetzung offen lässt. Im Grund genommen wird die ganze Erklärung des Geschehens so in einen möglichen nächsten Band verschoben. Bis jetzt konnte ich aber auch noch keinen Hinweis auf eine Fortsetzung finden, die ich wahrscheinlich aber auch nicht lesen würde.
Bewertung
Ein Buch mit einer tollen Grundidee, die während des Verlaufs der Geschichte aber zugunsten einer zweitklassigen, abstrusen Horror-Story verworfen wurde. Schade, denn dabei wurde viel Potential verschenkt, da die im Klappentext versprochene Handlung einfach ausblieb! Ein anderes Buch von Nick Cutter werde ich aber bestimmt nochmal lesen, nur nicht die Fortsetzung dieses Buches. Leider keine Leseempfehlung.
Meine Bewertung:
1,5/5 ♥♥♥♥♥



Vielen Dank an Heyne für das Printbuch Rezensionsexemplar!