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Das Kirchenhasser-Brevier



Titel: Das Kirchenhasser-Brevier - Ein verlorener Sohn rechnet ab
Autor: Ulli Schauen

Seitenanzahl: 242
Erschienen: April 2010
Verlag: Heyne

Genre: Sachbuch
Themen: katholische und evangelische Kirche, Moral, Kritik

gelesen: Oktober 2016 als Rezensionsexemplar (eBook)






Klappentext

Gott, was machen Deine Diener?
Die Kirchen haben die Moral gepachtet – fühlen sich aber nicht daran gebunden. Die katholische Kirche verkündet den Vorrang des Lebens – und nimmt Aids-Tote in Kauf, wenn sie Kondome verbietet. Die evangelische Kirche predigt Erbarmen – und beteiligt sich an der Abschiebung von Ausländern. Vom Kindergarten über die Seelsorge bis zur Entwicklungshilfe – Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Ulli Schauen, Spross einer Pfarrersfamilie, deckt auf, was die Kirchen gern verbergen würden. Und sagt, warum sie so viel besser sein könnten.
Ein Bekenntnisbuch für Gläubige und Ungläubige.

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch rezensiere und ob ich es überhaupt rezensiere. Ich habe überlegt, ob ich mich trauen soll, diesen Beitrag zu veröffentlichen, ja, ich habe sogar etwas Angst davor. Wie werden die Reaktionen sein? Gibt es böse Kommentare, werde ich beleidigt werden? Dieses Buch ist das erste auf diesem Blog, das keine fiktive Handlung enthält, sondern eine ganz reale gesellschaftliche Debatte behandelt. Ich habe bisher keine guten Erfahrungen mit Kritik an der Kirche in meinem persönlichen Umfeld gehabt. Ja, Kritik oder Zweifel sind unerwünscht und werden bekämpft. Ich bin auf Wände voller Unverständnis, Weghören und Ignoranz geprallt. Ich habe Argumente hervor gebracht, aber es wird nicht hingehört oder wenn, dann wird aus dem neuen Wissen nichts gemacht. Ich habe eines aus meiner Vergangenheit gelernt: Mit den meisten gläubigen Menschen kann man nicht sachlich diskutieren. Sie sehen jede Kritik an der Kirche oder an dem Glauben als einen Angriff auf sich selbst. Ich wurde angegangen, von meiner eigenen Familie. Nur weil ich nicht alles akzeptieren kann. Weil ich eine selbstständige und unabhängige Frau bin, die ein einfaches "Das ist halt so." oder "Andere sind auch nicht besser." nicht einfach hinnehmen kann. Denn genau diese Aussagen sind keine Entschuldigung.

Aber ich habe den Mut gefunden, diese Rezension trotzdem zu veröffentlichen, weil es mir wichtig ist und weil es für jeden wichtig sein sollte. Ich selbst bin katholisch aufgewachsen, wurde getauft, bin zur Erstkommunion und zur Firmung gegangen. Ich war in einem katholischen Kindergarten, war Messdienerin und auf einer katholischen Privatschule und genau dieser Schule verdanke ich, wo ich jetzt stehe. Ich verdanke es meinem Religionslehrer in der Oberstufe, durch den ich erst gelernt habe, zu hinterfragen. Nicht einfach alles nachzuplappern und eigenständig zu denken, Fragen zu stellen und sich mit einfachen Antworten nicht abspeisen zu lassen.  Heute weiß ich, dass er wahrscheinlich dadurch seinen Job riskiert. Als Angestellter in einer kirchlichen Schule hätte er uns so etwas niemals beibringen dürfen, ja sogar nicht mal selbst denken dürfen, obwohl der Staat ihn bezahlt. Er hätte uns erzählen sollen, wie toll "Gott" doch ist. Kritik oder Zweifel? Selbstständig denkende Menschen? Nicht doch! So schrieb auch Papst Paul VI. 1968 zum 82. Deutschen Katholikentag in Essen eine Botschaft an die Gläubigen:

"Nicht wenige nehmen heute für sich die Freiheit in Anspruch, ihre rein persönlichen Ansichten mit jener Autorität kundzutun, die sie offensichtlich dem streitig machen, der von Gott dieses Charisma besitzt. Man möchte gern erlaubt wissen, daß jeder in der Kirche meinen und glauben kann, was ihm beliebt. Dabei bedenkt man aber nicht, daß nur der sich voll und ganz in den Dienst der Wahrheit stellt, der sich dem Lehramt der Kirche unterordnet." (Quelle: http://www.zeit.de/1968/37/die-linken-frommen-auf-dem-marsch/)

Einfach gesagt: Nur wenn du dich dem Papst und seinen Lehren vollständig unterordnest, bist du ein richtiger Katholik. Diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kirche. Genau das hat mir das Brevier von Schauen wieder einmal bestätigt, mit eindrucksvollen und erschreckenden Beispielen von Theologen, die ihren Job und ihre Lehrerlaubnis verloren haben, weil sie es gewagt haben zu zweifeln und die kirchliche Lehre in Frage zu stellen.

Mein Relilehrer in der Oberstufe war der erste Lehrer, der eigene Meinungen nicht niedergemacht hat, solange man sie gut begründen konnte. Er war derjenige, der selbst auch Kritik am Christentum und besonders an der Kirche geäußert hat. Er war der erste, der mit verständlich gemacht hat, dass die Kirche nichts mit dem Glauben zu tun hat. Und dass man auch ohne die Kirche glauben kann. Zu Beginn der Oberstufe habe ich selbst schon nicht mehr geglaubt. Ich habe in der Oberstufe von der Erbsünde, der angeblichen Unfehlbarkeit des Papstes und noch viel mehr erfahren. Am Ende der Oberstufe wusste ich, warum ich nicht glauben sollte und warum ich die Kirche nicht unterstützen darf. Weil ich es nicht mit meinem Gewissen und meinem gesunden Menschenverstand, der nach Gerechtigkeit schreit, vereinbaren kann. Es hat etwas gedauert, aber nachdem ich von zuhause ausgezogen war, habe ich mir zum 20. Geburtstag den Kirchenaustritt selbst geschenkt. Es war ein befreiendes Gefühl, zum örtlichen Gericht zu gehen und ganz offiziell der Kirche den Rücken zu kehren, ein kleines Zeichen zu setzten, um zu sagen: Da mache ich nicht mehr mit. Ich unterstütze diese Kirche nicht mehr.

Ein Brevier oder Brevarium ist ein kurz gefasstes, eigenständiges Werk. Dabei ist der Titel Das Kirchenhasser-Brevier vom Autor Ulli Schauen absichtlich provokativ gewählt, denn aus Reihen der Kirche wird ihn sowieso keiner ernst nehmen. Es handelt sich bei diesem Buch nicht direkt um eine Kritik am Christentum, obwohl es dort auch viel zu kritisieren gibt, sondern um eine bewusst einseitig geschriebene Kritik an der Institution Kirche - sowohl an der evangelischen als auch der katholischen. Für jeden, den schon länger eine Aufzählung interessiert, was in Deutschland mit den beiden großen Kirchen falsch läuft, ist dieses Buch perfekt.

Anders als der Titel vermuten lässt, schreibt Schauen sehr sachlich, mit Quellen belegt und frei von jeglichem Hass. Mehr ist auch gar nicht nötig, denn der Inhalt und die anschaulichen Vergleiche und Gedankenspiele sprechen für sich. Kurz gesagt: Die Taten und Ansichten der Kirchen sprechen für sich. Es handelt sich um eine Mischung aus Recherchearbeit, Einzelschicksalen und eigenen Erfahrungen, bei denen man am Ende einfach nicht mehr weg schauen kann.

Das Thema, das sich dabei wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht, ist die fehlende konsequente Trennung von Kirche und Staat.

Das besondere an den Kirchen ist, dass sie sich als soziale Wohltäter verkaufen, während den Großteil davon der Staat (und nicht nur die Kirchenmitglieder!) zahlt. Dass sie "kirchliche" Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime kontrollieren, aber nur einen Bruchteil davon bezahlen - fast alles davon zahlt nämlich der Staat. Dass sie über zwei Millionen Arbeitnehmer in Deutschland nach ihrem eigenen kirchlichen Arbeitsrecht beschäftigen, aber diese meist auch vom Staat bezahlt werden. Und unter diesem Arbeitsrecht möchte ich nicht arbeiten. Es hat den Arbeitgeber nichts anzugehen, was ich denke oder glaube. Oder ob ich nochmal heirate oder nicht. Oder ob ich aus der Kirche austrete oder nicht. Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass das nichts mit meiner Arbeit als Arzt, Erzieherin, Elektriker oder einem anderen Job zu tun hat. Manche haben aber keine Wahl. Die Kirche dominiert immer mehr als Arbeitgeber und reißt sich immer mehr Einrichtungen unter den Nagel, in denen sie dann ihre Gesetzgebung diktiert. Und der Staat unterstützt das noch.

"Das gefährdet die Religionsfreiheit, denn zu dieser gehört auch das Recht, keiner Kirche anzugehören oder aber eine nichtchristliche Religion zu haben -  und trotzdem mit den gleichen Berufschancen als Krankenschwester, Sozialarbeiter oder Erzieher zu arbeiten." (Das Kirchenhasser-Brevier)

Ich wusste zwar davon und es hat mich schon vorher aufgeregt, aber die Tragweite und das Ausmaß waren mir vorher nicht bewusst. Außerdem gibt es Verträge der Kirchen mit dem Staat Deutschland, die ihnen allerlei Rechte einräumen (ohne überhaupt eine Gegenleistung zu erbringen). Kirchen haben eine eigene Gesetzgebung, eigene kirchliche Gerichte, müssen keine Erbschaftsteuer zahlen, bekommen vom Staat jede Menge Geld und dürfen jede Menge kontrollieren. Und diese Verträge können nicht gekündigt werden. Man stelle sich vor, Deutschland würde solche Verträge mit dem Islam abschließen. Der Aufschrei wäre groß. Genau dieses Gedankenspiel hat Schauen gemacht.

Von Schauen hätte ich mir etwas mehr von der Rolle der Frau und den Vergewaltigungsskandalen in den Kirchen erhofft. Letzteres wurde fast überhaupt nicht behandelt und zu den Frauen lieferte Schauen doch einige interessante Aspekte. Warum das Christentum zum Beispiel nicht besser ist als der Islam und Christen absolut nicht das Recht haben, mit drohendem Finger auf andere zu zeigen und sich zu beschweren.

Auch toll war das Kapitel über "christliche Werte" oder dem "christlichen Menschenbild". Oft wird nach den christlichen Werten des Abendlandes geschrien, dabei weiß niemand überhaupt, was damit gemeint ist. Oder verwechselt sie einfach mit europäischen Werten oder den Werten, die im deutschen Grundgesetz verankert sind. Das sind Werte, die von den Kirchen jahrhundertelang bekämpft wurden. Wenn also jemand sich für diese Werte rühmen möchte, dürfen es nicht die Kirchen sein.
Dass die Kirche sich als moralisch höher gestellt gibt, aber selbst nicht besser ist, das sorgt für Aufregung in diesem Buch.

Ein weiteres spannendes Kapitel handelte von dem Elend der Theologie und von dem Verbot, konsequent zu Ende zu denken. Am Rande sei bemerkt, dass die Kirche viele Professuren (und das nicht nur in der Theologie) bestimmt, also ein wichtiger Teil der Forschung in kirchlicher Hand ist. Es besteht ein "krasser Gegensatz zwischen wissenschaftlicher Lehre und Predigt". Und weiter:

"Dieselben Theologie-Professoren, die im Uni-Seminar lehrten, dass Jesus nicht von den Toten auferstanden sei, predigten den Gläubigen beim Universitätsgottesdienst das Gegenteil. Im Gottesdienst brachten die Theologen ihrer Gemeinde Abraham und Moses als reale Charaktere nahe, in den Vorlesungen hingegen referierten sie, dass Abraham gar nicht existiert habe und von Moses wenig mehr als sein ägyptischer Name bekannt sei. Für alle, die Theologie studieren, sind solche Aussagen ein alter Hut [...]."

Das hat gesessen. Und er hat Recht. Wenn man selbst nur ein bisschen sucht, findet man die ganzen Belege dafür. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ein weiteres Zitat muss ich euch noch nennen:

"So gut wie alles, was die Gemeinde, ob katholisch oder evangelisch, jeden Sonntag in Messe und Gottesdienst als Glaubensbekenntnis spricht - Jungfrauengeburt, Auferstehung, Gottessohnschaft, Dreifaltigkeit - ist mit den Erkenntnissen der historisch-kritischen Forschung nicht vereinbar."

Ich wurde indoktriniert. Alle Kinder, die religiös erzogen werden, werden indoktriniert. Religionsunterricht indoktriniert. Normalerweise lernt man in der Schule, Tatsachen. Mathe, Deutsch, Erdkunde, Physik, ... alles Dinge, die auf Tatsachen beruhen. Bis auf Religion. Im katholischen oder evangelischen Religionsunterricht lernt man, wenn man nicht gerade wie ich das Glück hatte, in der Oberstufe einen guten Lehrer zu bekommen, Christen = gut. Alle anderen = schlecht. Man lernt, als ob die Bibel ein Geschichtsbuch wäre, als ob sie auf realen Tatsachen beruhen würde. Man lernt, dass es Gott gibt und nicht dass manche Leute glauben, dass es einen Gott gibt. Gott wird als real dargestellt und nicht als eine unsichtbare Phantasiefigur. Warum glauben wir? Weil uns unsere Eltern, die Menschen in unserer Umgebung erzählen, dass es so ist. Nicht weil wir von alleine darauf gekommen sind.

Was bleibt am Ende von der Kirche übrig? Was unterscheidet die Kirche noch von einer Sekte? Also wenn ich Sekte google, dann sagt mir Google, dass eine Sekte "eine Glaubensgemeinschaft [ist], die im Gegensatz zu den großen Religionsgemeinschaften relativ wenig Mitglieder hat." Weiter später stößt man darauf, dass eine Sekte eine Gemeinschaft ist, deren Ansichten abwegig sind und deren ethnischen Grundwerte der Gesellschaft widersprechen. Die Kirche verstößt gegen die Grundrechte, ist gegen die Meinungsfreiheit, gegen körperliche Unversehrtheit, gegen das Gleichbehandlungsgesetz und noch viel mehr. Die Kirche ist eine große Sekte.

Was macht man nun mit dem Wissen? Wegsehen und so tun, als ob nichts gewesen wäre? Als ob man nichts Neues erfahren hat? Weiter schön brav Kirchensteuer zahlen und in seiner eigenen, kleinen Fantasiewelt leben, in der alle schön in Ordnung ist? In der die Kirche "sozial" ist?  Oder austreten, ein kleines, aber dennoch starkes Zeichen setzen. Ich habe es gemacht.

Wer immer noch nicht überzeugt ist, sollte dieses Buch lesen.


Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

Die 100 - Heimkehr (Band 3) | Kass Morgan




Titel: Die 100 - Heimkehr
Autor: Kass Morgan

Reihe: Band 3 der Trilogie
Seitenanzahl: 320
Erschienen: 09.05.2016
Verlag: Heyne fliegt

Genre: Dystopie, Science-Fiction, Jugendbuch
Themen: Postapokalypse, Überlebenskampf

gelesen: August 2016 als Rezensionsexemplar



Ich bin nach den letzten stressigen Wochen endlich wieder zum Lesen gekommen. Meine Klausuren sind zwar noch nicht vollständig um, aber das hält mich nicht von neuen spannenden Geschichten ab.

Klappentext

Der Kampf um die Freiheit
100 Jugendliche wurden aus dem Weltraum entsandt, um die Erde neu zu besiedeln. Womit sie nicht gerechnet hatten: Auf dem blauen Planeten gibt es immer noch Menschen - Menschen, die die Neuankömmlinge um jeden Preis vertreiben wollen. Nun spitzt sich die Situation noch einmal dramatisch zu: Auf der Raumstation geht die Luft aus, und eine kampfbereite Truppe rund um den zwielichtigen Vizekanzler Rhodes landet auf der Erde. Die 100 geraten endgültig zwischen alle Fronten, von überall droht Gefahr. Und nur gemeinsam werden die Jugendlichen die Freiheit, die sie auf der Erde gefunden haben, verteidigen können.


Wie ihr bestimmt schon mitbekommen habt, gibt es eine Serie zu der Idee des Buches, deren Handlung aber völlig unabhängig von der des Buches ist.

Meine Meinung

Einführung
Mittlerweile dürften viele die Reihe kennen, besonders da es ja auch eine Fernsehserie dazu gibt. Leider gab es aber keine richtige Einführung mehr. Ich hatte den zweiten Band der Reihe im November letzten Jahres gelesen, also vor über einem halben Jahr. Natürlich wusste ich nicht mehr genau, welche Charaktere es gab, was alles vorgefallen ist und wie die Hintergründe von jedem sind. Deshalb war es schade, gleich in das Geschehen geworfen zu werden ohne überhaupt einen Einstieg zu bekommen. Deshalb hat es auch ordentlich lange gedauert, bis ich wieder in die Geschichte rein gefunden habe.
Umsetzung
Der dritte Band ist genauso spannend geschrieben wie die ersten beiden Bände. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die wieder aus Sicht der unterschiedlichen Charaktere erlebt werden. Nachdem man nun die gesamte Geschichte kennt, muss ich sagen, dass mich das Ende nicht vollständig zufrieden stellen kann. Es handelt sich zwar nicht wirklich um ein offenes Ende, aber viele Fragen bleiben offen. Ich hätte mir so viel mehr Antworten gewünscht. Hier wurde eindeutig Potential verschenkt, da die Idee viel mehr hergibt. Auch hatte ich das Gefühl, dass kein eindeutiger Abschluss gefunden wurde. Was ist mit Clarkes Eltern passiert? Wie haben sie die ganze Zeit über gelebt? Wie entwickelt sich der Konflikt mit der gewalttätigen Splittergruppe der Erdmenschen? Wie werden die Kolonisten auf der Erde weiterhin leben? Was ist von vor der Apokalypse übrig geblieben? Wie weit ist der (erneute) Stand der Technik?
Trotzdem kann ich eins sagen: Kass Morgan hat es geschafft, mich zu berühren, was zwar nicht an der Idee, sondern an dem (teilweise traurigen und deshalb bewegenden) Verlauf der Handlung liegt. Das schaffen nicht viele Autoren!
Bewertung
Es war zwar spannend, aber durch die fehlende Einführung ist mir der Einstieg nicht einfach gefallen. Trotzdem lohnt sich die Trilogie auf jeden Fall, deshalb eine Leseempfehlung von mir!
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥♥

Die Reihe



Auf der Buchmesse Frankfurt letztes Jahr:



Vielen Dank an den Heyne fliegt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Die Lügen der Anderen von Mark Billingham



Titel: Die Lügen der Anderen
Originaltitel: Rush of Blood
Autor: Mark Billingham

Seitenanzahl: 416
Erschienen: 08.02.2016
Verlag: Heyne
Übersetzung: Peter Torberg

Genre: Krimi, Erwachsenenbuch
Themen: Florida, England, Urlaub, Mord, Lügen

gelesen: Februar 2016 als Rezensionsexemplar (TB)




Klappentext

In einem Hotel in Florida treffen zufällig drei Pärchen aus England aufeinander. Sie freunden sich an; es scheint der perfekte Urlaub zu sein. Doch in der letzten Nacht vor der gemeinsamen Abreise verschwindet ein Mädchen aus dem Hotel, das später tot aufgefunden wird. Zurück in England laden sich die drei Paare reihum nach Hause ein. So kommt es zu drei Begegnungen, die zunehmend geprägt sind von Merkwürdigkeiten, Misstrauen und dem beklemmenden Verdacht, dass hinter der Fassade des jeweils anderen nichts ist, wie es scheint. Je mehr sich die neuen Freunde voneinander erzählen, desto unheimlicher werden sie sich.



Zitat

S. 270 - Der Täter

Ich muss sagen, dass es mir bei diesem Buch wirklich schwer gefallen ist, aus den vielen Zitaten, die ich mir markiert habe, eines auszuwählen!

Meine Meinung

Idee
Jeder hat Geheimnisse, die er hinter einer Wand aus Lügen versteckt. Und kleine und große Lügen sind das, was dieses Buch ausmacht.
Charaktere
Dave und Marina, Angie und Barry und Ed und Sue sind alle aus England, um genauer zu sein aus der Umgebung von London. Zufällig treffen sie sich in einem Resort in Sarasota in Florida im Urlaub. Sie lernen sich näher kennen, freunden sich an (wenn man das so nennen kann) und treffen sich sechs Wochen nach dem Urlaub zum Abendessen wieder. Alles könnte eine normale Urlaubsbekanntschaft sein, wäre nicht aus dem Resort am letzten Tag die kleine Amber-Marie verschwunden. Das Mädchen mit dem schönen Lächeln, das zusammen mit ihrer Mutter Patti Lee Wilson in dem gleichen Resort im Urlaub war. Gleichzeitig versuchen Jeff Gardener und Jenny Quilan herauszufinden, wer der Täter ist.
Schreibstil
Man erfährt das Geschehen anhand einer handvoll eMails und der abwechselnden Beschreibung einer der Figuren. Dabei erfährt man besonders viel über die Gedankenwelt der Protagonisten. Schnell merkt man als Leser, dass jeder seine Geheimnisse hat und die ein oder andere Lüge erzählt. Dass alles nicht so ist, wie es scheint. Dabei gibt es immer wieder Rückblenden zu der Zeit in Florida, aber der Haupterzählstrang dreht sich um die gemeinsamen Treffen der drei Pärchen. Dabei macht Mark Billingham immer wieder Andeutungen und säht Zweifel, sodass man sich als Leser überhaupt nicht sicher ist, wem man trauen kann. Dann kommt noch hinzu, dass es immer wieder Kapitel gibt, in denen der Täter erzählt und mit dem Leser spricht. Natürlich ohne zu verraten, wer es ist. Sicher weiß man nur: Einer von ihnen war es und jeder hat etwas zu verbergen.
Umsetzung
Ich kann eindeutig verstehen, warum das Buch wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste in Groß-Britannien war. Bei Die Lügen der Anderen handelt es sich um einen Kriminalroman, der wirklich klasse umgesetzt ist. Dabei finde ich den deutschen Titel sogar noch passender gewählt als den Originaltitel, denn die Lügen der Anderen sind bei diesem Buch wirklich das Hauptthema, das das Buch gerade so besonders macht. Es sind die Lügen, die Zweifel sähen, die den Leser argwöhnisch machen, sodass man bis auf den letzten Seiten wirklich keine Ahnung hat, wer der Täter ist. Gleichzeitig führ Billingham aber auch den Lesern vor Augen, wie wir im Alltag lügen. Die großen und die kleinen Lügen gegenüber Bekannten, Freunden aber auch dem Partner. Die Schreibweise lässt das Buch nicht langweilig werden, denn Billingham ist ein Meister der unerwarteten Wendungen, die ohne viel Action und mit überraschend wenig Blut auskommen.
Bewertung
Ein einzigartiger und ungewöhnlicher Krimi mit ständigen Zweifeln und unerwarteten Wendungen, den ich jedem (auch nicht unbedingt Krimi-Fans!) ans Herz legen kann. Ich werde jetzt definitiv noch mehr von dem Autor lesen.
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥♥♥

Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Red Rising von Pierce Brown



Titel: Red Rising
Autor: Pierce Brown

Reihe: Band 1 der Trilogie
Seitenanzahl: 576
Erschienen: 14.09.2015 (Klappbroschur)
Verlag: Heyne
Übersetzung: Bernhard Kempen

Genre: Science-Fiction, Erwachsenenbuch
Themen: Mars, Weltengesellschaft

gelesen: Januar/Februar 2016 als Rezensionsexemplar




Gelockt hat mich das Buch mit dem Satz "Der New York Times-Bestseller - für alle Fans von Der Marsianer und Die Tribute von Panem". Beides sind Bücher, die mich absolut begeistern konnten, also müsste Red Rising doch genau mein Fall sein, oder?

Klappentext

Darrows Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu machen. Doch dann wird seine große Liebe getötet, und Darrow erfährt ein schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu schlagen …



Zitat

S. 482


Meine Meinung

Idee
Die Weltengesellschaft ist aufgeteilt in Farben, eine Kasstengesellschaft. Jede Farbe hat eine Aufgabe und manche stehen über anderen. Das Buch dreht sich hauptsächlich um die Roten, die ganz am unteren Ende der Hierarchiekette stehen und die Goldenen, die das obere Ende einnehmen und bei denen die Einzigartig Vernarbten an erster Stelle stehen.
Charaktere
Darrow ist 17 Jahre alt und ein Roter, der unter der Erde des Mars Helium-3 abbaut. Er ist Höllentaucher in Lykos, das heißt, dass er am tiefsten absteigt. Seine Frau Eo ist ebenfalls eine Rote und lebt mit ihm zusammen unter der Erde. Sie leben in dem Glauben, dass sie den Mars bewohnbar machen, damit der Rest der Menschheit von der sterbenden Erde auf den Planeten kommen kann. Sie werden von den höheren Farben wie Dreck behandelt. Eo wehrt sich dagegen und bezahlt mit ihrem Leben. Darrow, der seine Frau über alles geliebt hat, will sich nicht nur rächen, sondern auch Gerechtigkeit für die Roten erlangen. Als er herausfindet, dass der Mars bereits seit hunderten von Jahren erschlossen ist und an der Oberfläche Städte existieren, in denen die höheren Farben in unglaublichem Luxus wohnen, wird er zu einem von ihnen, um sie zu schlagen. Also schleust sich in das Institut ein und mit ihm erlebt man das erste Jahr am Institut, oder sollte ich besser sagen, in der Arena?
Neben Darrow gibt es noch viele weitere Charaktere, über die man leicht den Überblick verlieren könnte. Hier hätte ein Persoenenverzeichnis o.Ä. geholfen.
Umsetzung
Der Anfang hat mir gut gefallen, denn besonders der Aufbau der Gesellschaft hat mich fasziniert. An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, da er etwas derb war, aber daran hat man sich im Verlaufe des Buches gewöhnt, da es zu den Charakteren gepasst hat. Den Vergleich mit Der Marsianer und Die Tribute von Panem kann ich nicht so ganz nachvollziehen, sind es doch beides Bücher, die ich gelesen und geliebt habe. Red Rising hat mit dem Marsianer nur gemeinsam, dass beide Bücher auf dem Mars spielen. Wobei das bei Red Rising eher eine untergeordnete Rolle spielt. Ebenso hätte das Buch auf einem anderen Planeten, wie z.B. der Venus spielen können. Auch die Leichtigkeit, den Humor und die Wissenschaftlichkeit von Der Marsianer darf man bei Red Rising nicht erwarten. Die Parallelen zu Die Tribute von Panem sind auch nicht so deutlich wie ich erwartet hätte. In beiden Büchern geht es um eine von der Oberschicht unterdrückte und in Armut lebende Unterschicht und es kommt vielleicht zu Kämpfen, aber mehr leider auch nicht.
Ich hätte gerne noch mehr über die anderen Farben in der Weltengesellschaft erfahren und hoffe, dass das in den Folgebänden mehr zum Tragen kommt.
Insgesamt handelt es sich doch des jugendlichen Alters von Darrow um einen Erwachsenenroman, der an vielen Stellen doch blutig und brutal ist. Begeistert hat mich die Fähigkeit Pierce Browns, unerwartete Wendungen herbeizuführen. Denn auf der einen Seite erlebt man zwar das Geschehen aus der Ego-Perspektive von Darrow, erfährt aber nicht alle seine Gedanken und Pläne, sodass man dann auch selbst überrascht ist. 
Bewertung
Red Rising ist ein Science-Fiction-Roman, der besonders durch seinen Gesellschaftsaufbau zu überzeugen weiß! Man darf ihn aber nicht mit Der Marsianer und Die Tribute von Panem vergleichen, da er vollkommen anders ist. Trotzdem lohnt sich das Lesen! 
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥♥♥

Die Reihe




  1. Red Rising (14.092015)
  2. Red Rising - Im Haus der Feinde (13.06.2016)
  3. Red Rising - Tag der Entscheidung (12.09.2016)

Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Die Tiefe von Nick Cutter




Titel: Die Tiefe
Originaltitel: The Deep
Autor: Nick Cutter

Reihe: möglicherweise Band 1 (?)
Seitenanzahl: 526
Erschienen: 09.11.2015
Verlag: Heyne
Übersetzung: Frank Dabrock

Genre: Horror, Erwachsenenbuch
Themen: Kindheitsängste, Seuche

gelesen: Dezember 2015 als Taschenbuch und als eBook


Klappentext

Tod aus der Tiefe
Die Menschheit erzittert unter einer unheimlichen, tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell ausbreitet. In dieser Krisensituation wird der Arzt Luke Nelson zu Hilfe gerufen. In den Tiefen des Meeres ist ein Organismus aufgetaucht, ein Parasit, mit dem sich die Krankheit vielleicht bekämpfen lässt. Lukes Bruder Clayton, ein genialer Biologe, ist mit seinem Team bereits im Tauchschiff Trieste. Doch der Kontakt zur Trieste bricht ab. Als die grausam entstellte Leiche eines der Forscher geborgen wird, begibt Luke sich hinab in den Marianengraben. In die dunkle Tiefe …



Meine Meinung

Idee
Liest man den Klappentext, so ist die Grundidee wirklich spannend und verspricht eine gute und tolle Geschichte. Genauso verliefen auch die ersten Seiten. Eine Seuche, die man den fleckigen Tod nennt, ist ausgebrochen, die langsam und schleichend kam und jeden treffen kann. Erst vergisst man unwichtige Dinge. Wohin man seinen Schlüssel gelegt hat oder wann die Oma Geburtstag hat, wie Schokolade riecht oder wie Erdbeeren schmecken. Später wird es immer mehr, an das man sich nicht mehr erinnern kann. Wie man isst, sich anzieht oder wann man geboren wurde. Wie die eigenen Eltern heißen. Gleichzeitig bilden sich schwarze Flecken auf der Haut, die sich immer mehr ausbreiten bis man irgendwann stirbt. Das Problem: Man weiß nicht, wie die Krankheit übertragen wird oder wie man sie heilen kann.
Charaktere
Lucas ("Luke") Nelson ist Tierarzt. Das Buch setzt ein, als er auf dem Weg zu der Forschungsstation Hesperus ist, die Mitten im Meer über dem Marianengrab liegt. Acht Meilen Tiefer befindet sich die Trieste, eine Unterwasserforschungsstation am für die Menschen erreichbaren tiefsten Punkt der Erde. Dort arbeitet sein Bruder Clayton ("Clay"). Eigentlich können sich die Brüder nicht leiden, aber da drei Wissenschaftler dort unten auf der Suche nach einem Heilmittel sind und Clayton nach seinem Bruder verlangt hat, hat sich Luke im Auftrag der Regierung auf die lange Reise gemacht.
Schreibstil
Der Schreibstil an sich ist eigentlich angenehm. Man kann dem Geschehen einigermaßen ohne große Anstrengung folgen. Man erlebt aus der personalen Erzählperspektive von Luke mit, was in der Unterwasserstation passiert.
Umsetzung
Leider folgt hier der große Kritikpunkt, denn die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Während das Buch vielleicht als Science-Fiction oder Zombie-Apokalypse beginnt, driftet es immer mehr in eine Erzählung ohne roten Faden ab. Für ein Horrorbuch habe ich mich auch an einigen Stellen etwas gegruselt, aber so richtig überzeugen konnte es nicht. Die Grundidee des fleckigen Todes tritt leider in den Hintergrund und ist fast überhaupt nicht mehr Bestandteil des Geschehens, sondern eher etwas, das eben nebenbei läuft. Der Fokus liegt jedoch auf den Albträumen und Kindheitserinnerungen von Luke an seine Mutter und an die Erinnerungen an seine Frau Abby und den gemeinsamen Sohn Zachary ("Zach"). Das Buch ist Durchsetzt von Rückblenden in die Vergangenheit, die eigentlich das Thema der Seuche verfehlen und den Schwerpunkt auf etwas ganz anderes schieben. An diesen Stellen wirkt es so, als konnte sich Cutter nicht für einen Handlungsstrang entscheiden. Das Potential mit der Idee des fleckigen Todes wurde hier leider deutlich verschenkt.
Dafür war die Handlung sehr abstrus und chaotisch. Mitten im Buch hatte ich dann zuerst keine Lust weiterzulesen, habe mich aber dann doch noch überwunden.
Auch das Ende wirkte eher, als wüsste der Autor nicht, wie man die Geschichte nun zu einem sinnvollen Abschluss bringen könnte, woraufhin es zum Schluss eine sehr verstörende Szene gibt, die einerseits mehr Fragen aufwirft als beantwortet und das Ende für eine Fortsetzung offen lässt. Im Grund genommen wird die ganze Erklärung des Geschehens so in einen möglichen nächsten Band verschoben. Bis jetzt konnte ich aber auch noch keinen Hinweis auf eine Fortsetzung finden, die ich wahrscheinlich aber auch nicht lesen würde.
Bewertung
Ein Buch mit einer tollen Grundidee, die während des Verlaufs der Geschichte aber zugunsten einer zweitklassigen, abstrusen Horror-Story verworfen wurde. Schade, denn dabei wurde viel Potential verschenkt, da die im Klappentext versprochene Handlung einfach ausblieb! Ein anderes Buch von Nick Cutter werde ich aber bestimmt nochmal lesen, nur nicht die Fortsetzung dieses Buches. Leider keine Leseempfehlung.
Meine Bewertung:
1,5/5 ♥♥♥♥♥



Vielen Dank an Heyne für das Printbuch Rezensionsexemplar!

Rezension || Der Rithmatist von Brandon Sanderson



Titel: Der Rithmatist
Originaltitel: The Rithmatist
Autor: Brandon Sanderson

Reihe: Band 1 der Rithmatisten-Reihe
Seitenanzahl: 429
Erschienen: 13.07.2015
Verlag: Heyne fliegt
Übersetzung: Jürgen Langowski

Genre: Fantasy, Jugendbuch
Themen: Magier, Kreide

gelesen: Dezember 2015 als gebundenes Buch und eBook


Das Buch ist mein erstes Buch von Brandon Sanderson, von dem ich bisher aber auch nur Gutes gehört habe. Die gebundene Ausgabe habe ich als Rezensionsexemplar erhalten. Da ich aber auch gerne unterwegs lese, habe ich es mir gleichzeitig auch als eBook in der Online-Bibliothek ausgeliehen. So kann ich euch auch einen guten Vergleich der beiden Varianten geben, da das Buch auch wichtige Illustrationen von Ben McSweeney enthält.



Klappentext

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht …


Zitat

S. 375

Meine Meinung

Idee
Erstmal vorab: Ich hätte den Klappentext nicht so geschrieben. Zum Glück lese ich immer den Klappentext, setze ein Buch auf meine To-Be-Read-Liste, vergesse wieder worum es geht und sobald ich das Buch in den Händen halte, lese ich den Klappentext nicht nochmal. Hier war das gut. Das Buch handelt von Joel, einem Schüler der Armedius-Akademie in Neubritannien. Neubritannien ist eine Insel der Vereinigten Inseln, die man im fiktiven Amerika finden. So sind andere Inseln zum Beispiel Texas, Montana und Canadia. Die Armedius-Akademie wird von gewöhnlichen Schülern und Rithmatisten besucht. Rithmatisten sind besondere Menschen, die im Alter von acht Jahren vom Meister ausgewählt wurden, um in Nebrask die Insel gegen wilde Kreidlinge zu verteidigen. Kreidlinge sind Monster aus Kreide. Bekämpft werden sie ebenfalls durch rithmatische Linien aus Kreide, die Rithmatisten erzeugen können. Denn Rithmatisten können ihre Kreidelinien zum Leben erwecken.
Charaktere
Joel ist 16 Jahre alt und ein gewöhnlicher Schüler. Er wurde vor acht Jahren nicht auserwählt, Rithmatist zu werden und damit hat er sich mittlerweile eigentlich abgefunden. [Und hier ist auch meine Kritik am Klappentext: Joel wünscht sich eigentlich gar nicht, ein Rithmatist zu werden. Er lebt und identifiziert sich selbst damit, seine Chance damals verpasst zu haben.] Trotzdem begeistert er sich für die Rithmatik - wenn auch nur in der Theorie. Wo er nur kann, schleicht er sich in den Unterricht der Rithmatik-Schüler, um mehr zu lernen. Er bewundert besonders Professor Fitch, ein über sechzig jährigen Rithmatisten, der an Armedius lehrt.
Melody ist eine junge Schülerin an Armedius und Rithmatistin. Sie ist so ziemlich das Gegenteil von Joel und kann ziemlich nerven, was sie doch irgendwie ziemlich sympathisch macht. Melody wollte eigentlich gar keine Rithmatistin werden, wurde aber vom Meister auserwählt. Während Joels Familie in Armut lebt, haben die Rithmatisten keine Geldprobleme - so auch Melodys Familie. Trotzdem verbindet die beiden etwas. Denn als plötzlich der junge Lehrer Nalizar an die Schule kommt und auch noch eine Schülerin verschwindet, ändert sich alles und die Jagd beginnt.
Umsetzung & Gestaltung
Sanderson hat sich in "Der Rithmatist" eine völlig eigene und einzigartige Welt der Magie erschaffen. Besonders das Konzept der Kreidemagie ist wunderschön ausgearbeitet und wird anschaulich durch die Illustrationen unterstützt, sodass es besonders gut vorstellbar ist. Das Buch als Ganzes ist einfach ein Kunstwerk und es macht Spaß, in die Welt der Rithmatisten einzutauchen. Dabei spielen die Illustrationen eine wirklich wichtige Rolle - deshalb sind sie auch in der eBook-Version vorhanden. Auf den ersten beiden und den letzten beiden Seiten gibt es die Karte der Vereinigten Inseln. Wer zu der öfter mal zurück blättern möchte, sollte sich für die Printversion entscheiden. Was die Gestaltung des Buches angeht, so wurde wirklich aller Hand Arbeit geleitet! Leider kann ich den Bezug zwischen Cover und Handlung nicht wirklich nachvollziehen.
Die Umsetzung war besonders gegen Ende ziemlich rasant. Ich habe die letzten 300 Seiten, also eigentlich fast das ganze Buch, gestern innerhalb von einem Tag gelesen. Dabei haben mir besonders die spannenden und wirklich unerwarteten Wendungen gefallen! Insbesondere bei der Auflösen hat mich Sanderson absolut nicht enttäuscht.
Bewertung
Für Fans von Harry Potter ist "Der Rithmatist" ein tolles Buch, ohne dass sich Sanderson dabei hätte etwas abschauen müssen. Er hat sich eine eigene, faszinierende Fantasy-Welt geschaffen, in die ich gerne wieder eintauchen möchte, sodass es das Buch eines meiner Lieblingsbücher geworden ist. Das Ende verspricht jedenfalls einen spannenden zweiten Teil und ich möchte so viel mehr über Joel und Melody erfahren! Absolute Leseempfehlung! Ich bin jedenfalls jetzt schon ein Fan :)
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥♥♥




Die Reihe

Brandon Sanderson hat auf reddit bekannt gegeben, dass ein zweiter Band in Planung ist, aber momentan andere Projekte Vorrang haben. Über eine Fortsetzung würde ich mich auf jeden Fall freuen! Falls ich mehr höre, werde ich euch natürlich gleich Bescheid sagen.

Andere Cover



Die Karte

Auf Pinterest habe ich (glaube ich) die Entstehung der Karte gefunden.


Buchtrailer 

Erst nach dem Lesen anschauen!




Vielen Dank an heyne fliegt für das gebundene Rezensionsexemplar!

Rezension || Das Feuerzeichen | Francesca Haig

Das Feuerzeichen

Titel: Das Feuerzeichen
Originaltitel: The Fire Sermon
Autorin: Francesca Haig

Reihe: Band 1 der Feuerzeichen-Trilogie
Seitenanzahl: 477
Erschienen: 26.10.2015
Verlag: Heyne fliegt
Übersetzung: Kathrin Wolf

Genre: Dystopie, Fantasy, Jugendbuch
Themen: Postapokalypse
Leseprobe

gelesen: November 2015 als Rezensionsexemplar (gebunden)




Das Feuerzeichen ist der Auftakt einer neuen dystopischen Trilogie mit Fantasy-Elementen.

Klappentext

Als Zwillinge geboren, zu Feinden erzogen
Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen.
Es ist die Welt der jungen Cass, die selbst eine Omega ist, weil sie das zweite Gesicht besitzt. Während sie Verbannung, Armut und Demütigung erdulden muss, macht ihr Zwillingsbruder Zach Karriere in der Politik. Cass kann und will diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen und beschließt zu kämpfen. Für Freiheit. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der niemand mehr ausgegrenzt wird. Doch die Rebellion hat ihren Preis, denn sollte Zach dabei sterben, kostet das auch Cass das Leben …


Zitat



Meine Meinung

Idee
Die Idee ist das, was mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Nach einer nuklearen Explosion, die die Welt in Vorher und Nachher gespalten hat, werden nur noch Zwillinge geboren - ein Mädchen und ein Junge. Einer ist makellos, der andere ist gezeichnet - Alphas und Omegas. Während die Alphas ihr Leben ganz normal führen können, zur Schule gehen dürfen, Familien gründen können und genug zu essen haben, werden die Omegas vertrieben und verbannt. Sie werden mit dem Feuerzeichen gebrandmarkt. Allerdings sind die Alphas auch von den Omegas abhängig - und umgekehrt, denn wenn einer der beiden verletzt wird, erleiden beide die Schmerzen. Wenn einer der beiden stirbt, sterben beide.
Aufgrund der Angst vor der schrecklichen Explosion sind im Nachher alle Maschinen und technischen Errungenschaften, besonders die Elektrizität ein Tabu, weshalb das Setting eher an eine mittelalterliche Welt oder leichtes Steampunk erinnert.
Charaktere
Cass ist eine Omega, jedoch unterscheidet sie sich von den gewöhnlichen Omegas, da sie eine Seherin ist. Als Seherin hat sie immer wieder Visionen, von der Explosion, von zukünftigen und vergangenen Dingen oder Dingen, die gerade in diesem Moment woanders passieren, allerdings kann sie diese nicht immer steuern oder heraufbeschwören. Cass ist mittlerweile fast 25 Jahre alt (soweit ich richtig mitgezählt habe, denn ihr alter erfährt man nirgends genau) und lebt in einer Omega-Siedlung. Ihr Zwillingsbruder Zach ist in der Politik aufgestiegen und dabei, ein Teil des Rates zu werden. Aus Angst um sein eigenes Leben, lässt er Cass gefangen nehmen und sperrt sie in einen Verwahrungsraum, denn häufig werden Anschläge von politischen Gegnern über den Zwilling verübt. Zudem gibt es noch die Beichtmutter. Sie ist ebenfalls eine Seherin und fragt Cass gelegentlich für Zach über ihre Visionen aus. Im Buch steht, dass sie so aussieht, als sei sie so alt wie Cass, allerdings schätzt Cass sie auf zehn Jahre älter. Als es Cass endlich gelingt zu fliehen, trifft sie auf Kip, dem ein Arm fehlt. Er trägt ebenfalls das Feuerzeichen der Omega und ist ungefähr so alt wie Cass. Kip wird zu Cass Begleiter über das gesamte Buch hinweg.
Umsetzung
Mir ist es ziemlich schwer gefallen, mir die Charaktere vorzustellen. Man weiß nicht genau, wie alt die Charaktere sind und wie sie aussehen. Die Beichtmutter hatte ich mir aufgrund von Cass Beschreibung und dem Namen "Mutter" viel älter vorgestellt als sie letztendlich war. Obwohl die Charaktere älter als 20 Jahre alt sind, verhalten sie sich wie Jugendliche, was für mich nicht zusammen passt. Zwischen Cass und Kip entwickeln sich später Gefühle, die jedoch nie wirklich zu einer richtigen Liebesgeschichte ausgebaut werden. Zudem wird eine Dreiecksbeziehung angedeutet. Deutlich besser gefallen hat mir da die Einstellung von Cass, ihre Sicht auf Alphas und Omegas. Denn sie betont nicht die Gegensätze.
Insgesamt hat es etwas gedauert, bis die Geschichte in Fahrt kam, später wurde die Geschichte jedoch richtig spannend und interessant. Man begleitet Cass und Kip auf ihrer Reise durch das Land, bei der sie sich immer wieder Gefahren und Herausforderungen stellen müssen. Dabei sind jedoch nicht sie diejenigen, die diese Herausforderungen überwinden, sondern meistens kommt ihnen jemand zu Hilfe. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Eigeninitiative der Protagonisten gewünscht. Gleichzeitig kamen interessante Fragen auf, die durch das dort herrschende System bestimmt sind und auf die ich alleine auch vielleicht gar nicht gekommen wäre. In der Hinsicht war das Buch wirklich klasse!
Bewertung
Die Grundidee der neuen dystopischen Reihe hat mir wirklich gut gefallen. Das Feuerzeichen ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und interessante Fragestellungen aufwirft. Besonders das Ende war überraschend und hat ein paar Fragen für die Fortsetzung offen gelassen. Auch der Weltentwurf insgesamt hat mir sehr gut gefallen. Die Idee mit den Zwillingen und die Bedeutung von Geschwistern hat mich begeistert. Obwohl das Buch spannend war, konnten mich die Charaktere leider nicht vollständig überzeugen. Ich freue mich aber auf die Fortsetzung, denn ich möchte wissen, wie es mit Cass weiter geht!
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥♥♥


Die Reihe

Der zweite Band der Trilogie erscheint am 09. Mai 2016 und der dritte Band am 08. April 2017.


Vielen Dank an Heyne fliegt für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Die 100 - Tag 21 | Kass Morgan

Die 100 - Tag 21

Titel: Die 100 - Tag 21
Originaltitel: The 100 - Day 21
Autorin: Kass Morgan

Reihe: Band 2 der Trilogie
Seitenanzahl: 319
Erschienen: 19.10.2015
Verlag: Heyne fliegt
Übersetzung: Michaela Link

Genre: Science-Fiction, Jugendbuch
Themen: Überlebenskampf, Raumschiff, Postapokalypse, Dystopie
Leseprobe

gelesen: November 2015 als Rezensionsexemplar (broschiert)




Nachdem mir der erste Band der Trilogie so unglaublich gut gefallen hat, musste ich die Fortsetzung unbedingt lesen!

Klappentext

100 jugendliche Straftäter wurden aus dem Weltraum entsandt, um die Erde nach einer Nuklearkatastrophe erneut zu besiedeln. Eine völlig entvölkerte Erde – das dachten sie. Falsch gedacht.

Komplett überraschend wird das Camp der Jugendlichen von Erdgeborenen überfallen - ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Wells versucht, die Überlebenden in Sicherheit zu bringen, muss aber gegen Anfeindungen aus der eigenen Gruppe kämpfen. Bellamy ist währenddessen auf der verzweifelten Suche nach seiner Schwester Octavia, die spurlos verschwunden ist. Die mutige Clarke, die in ihren Gefühlen zwischen ihm und Wells schwankt, hilft ihm dabei - und stößt auf ein grässliches Geheimnis. Gleichzeitig droht auf den Raumschiffen der Sauerstoff auszugehen. Das Überleben der Menschen hängt am seidenen Faden.




Erster Satz




Meine Meinung

Idee und Umsetzung
Nachdem der erste Band der Reihe eher eine ausführliche Einführung in alle Charaktere und der Vorgeschichte war, geht es im zweiten Band endlich mit dem Geschehen auf der Erde los. Wie der Chliffhanger am Ende des ersten Buchs verraten hat, sind die 100 auf der Erde nicht allein, denn es gibt Erdgeborene, die ihnen nicht gerade freundlich gesinnt sind. Auch Mount Wheather taucht im Buch auf, allerdings völlig anders als aus der Serie bekannt und genau das war das Schöne: Während zwar einige Namen und die grundsätzliche Idee der Geschichte in Buch und Serie gleich sind, geht das Buch seine ganz anderen Wege. Vergesst, was ihr bereits in der ersten und zweiten Staffel der Serie gesehen habt (falls ihr sie wie ich gesehen habt), denn das Buch krempelt alles um. Im Buch gibt es ebenfalls unerwartete Wendungen und spannende Momente, die es auf jeden Fall mit der Serie aufnehmen können, ohne jedoch das gleiche zu beschreiben, denn es läuft vollkommen anders.
Zudem gibt es im zweiten Band genauso wie im ersten den Handlungsstrang auf dem Raumschiff mit Glass und Luke, denen mittlerweile die Luft aus geht. So müssen nicht nur die Jugendlichen auf der Erde um ihr Leben kämpfen, sondern auch die verbleibenden Menschen im Weltraum. Wie auch im ersten Buch gibt es am Ende des zweiten Bandes gleich zwei fiese Cliffhanger, auf deren Auflösung ich sehnlichst warte. Ich bin also schon richtig gespannt auf den dritten Teil! Ein kleines Manko gibt es allerdings: Die Geschichte ist viel zu kurz. Alles war so schnell vorbei. Der letzte Band ist genauso dünn wie die ersten beiden. Man hätte aber, das zeigt ja gerade die Serie, noch so viel mehr Handlung mit hinein nehmen können. Aber vielleicht sage ich das nur, weil ich ein absoluter Fan von der Reihe bin...
Schreibstil
Der Schreibstil war angenehm. Genauso wie im ersten Band wird das Geschehen abwechselnd und kapitelweise aus der Sicht von Clark, Wells, Bellamy und Glass im personalen Erzählstil erzählt. Zwischendurch gibt es vereinzelte Rückblenden, die durch eine andere Schriftart leicht zu erkennen sind.
Gestaltung
Das Cover ist das der zweiten Staffel der Serie. Ich finde es zwar schön, allerdings ist es leider unpassend, da es in der Serie eine Bedeutung hatte, die im Buch (bis jetzt bzw. in diesem Band) gar nicht vorkommt. Genauso stört mich, dass Finn auf dem Cover des dritten Bandes ist, da er in den Büchern gar nicht existiert. Genauso verhält es sich mit einigen Personen auf dem Cover des ersten Bandes (zum Beispiel Monty), was eigentlich Schade ist, da das Buch doch eigenständig ist und bis auf die Idee nichts mit der Serie gemeinsam hat. An dieser Stelle hätte man die Coverwahl nochmal überdenken können. Die Schrift ist im Vergleich zu anderen Büchern doch recht groß, weshalb die ganze Geschichte trotz 320 Seiten ziemlich kurz ist.
Bewertung
Da ich von diesem Band absolut begeistert bin, kann ich nicht anders, als volle Punktzahl zu geben! Ich bin etwas enttäuscht, dass die Erzählung so schnell vorbei ist. Leider handelt es sich nur um eine Trilogie. Über das ganze Setting hätte man ruhig noch mehr schreiben können, denn ich bin ganz versessen darauf, mehr zu erfahren. Auch wenn man die Serie schon gesehen hat, darf man sich das Buch nicht entgehen lassen, da das Buch in diesem Band eine ganz andere Richtung einschlägt und sich komplett von der Serie unterscheidet. Der zweite Band der Trilogie ist auf jeden Fall ein starker Mittelteil, der durch überraschende Wendungen und völlig andere Handlungsverläufe im Vergleich zur Serie absolute lesenswert ist! Ich jedenfalls bin ein absoluter Fan der Bücher und der Serie :)
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥♥♥


Die Reihe

Bei Die 100 handelt es sich - leider nur - um eine Trilogie. Der dritte Teil "Homecoming" ist bereits im Februar 2015 in den USA erschienen und wird voraussichtlich am 09.05.2016 unter dem Titel "Heimkehr" in Deutschland erscheinen. Über einen Klick auf die Cover kommt ihr zu den Rezensionen der anderen Bände.



Auf der Buchmesse in Frankfurt dieses Jahr war die Reihe natürlich auch vertreten:


Vielen Dank an Heyne fliegt für das Rezensionsexemplar!