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Rezension || Das Licht der letzten Tage | Emily St. John Mandel

Das Licht der letzten Tage


Titel: Das Licht der letzten Tage
Autorin: Emily St. John Mandel

Seitenanzahl: 402
Erschienen: 14.09.2015
Verlag: Piper
Übersetzung: Wibke Kuhn

Genre: Gesellschaftsroman
Themen: Pandemie, Shakespeare, Überleben, Endzeit, Apokalypse

gelesen: November 2015 als Rezensionsexemplar (broschiert)







Klappentext

Hoffnungsvoll düster, schrecklich zart und tragisch schön.
Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.


Lieblingszitat

Kapitel 23

Meine Meinung

Idee
Durch eine schwere Grippe stirbt innerhalb kürzester Zeit der Großteil der Menschheit. Die Überlebenden müssen den Tod von Familie und Freunden verkraften und müssen sich in einer neuen Welt zurecht finden. Vollkommen ohne Fantasy- oder Zombie-Elemente entsteht so ein erschreckend realistisches Szenario, das den Lesern vor Augen führt, wie zerbrechlich unsere Welt ist.
Charaktere
Das Buch hat mehrere Charaktere, wobei es nicht die eine Hauptfigur ist. Eine zentrale Rolle 20 Jahre nach der Grippe spielt die Fahrende Symphonie, der Kirsten angehört, die zu dem Zeitpunkt 28 Jahre alt ist. Außerdem dreht sich das gesamte Buch um Arthur Leander, einen Schauspieler, der in Toronto gerade das Stück König Lear spielt, während die Grippe ausbricht. Damals war er 50 Jahre alt. Kirsten (damals noch 8 Jahre alt) ist ein Fan von ihm.
Umsetzung
Bei der Bewertung der Umsetzung hadere ich am stärksten bei dem Buch. Einerseits hat es mich gefesselt, andererseits gelangweilt. Das Buch besteht aus vielen, vielen Rückblenden in unterschiedliche Zeiten vor der Pandemie. Das hier und jetzt könnte man wohl als die ehemaligen Vereinigten Staaten 20 Jahre nach der Grippe bezeichnen. Das Buch ist in sieben große Teile unterteilt, die jeweils nochmal eigene Kapitel besitzen. Zwischendurch gibt es große Zeitsprünge, allerdings gibt es dort kein erkennbares Muster. Die Geschichte steigt ein, als die Grippe ausbricht, beschreibt dann zwanzig Jahre danach, dann wieder 14 Jahre vor der Grippe und so weiter. Gegen Ende werden die Zeitsprünge immer häufiger, allerdings gibt es keine deutlich erkennbaren hinweise, zum Beispiel an den Kapitelüberschriften, in welcher Zeit man sich gerade befindet, weshalb das Lesen sehr anstrengend werden kann. Am interessantesten und spannendsten war für mich das Geschehen 20 Jahre nach dem Ausbruch. Ich habe immer weiter gelesen, um mehr über diesen Handlungsstrang zu erfahren.
Schreibstil
Der Schreibstil war für mich am Anfang gewöhnungsbedürftig. Teilweise gab es keine vollständigen Sätze, weil das Verb gefehlt hat, wodurch besonders der Anfang eher chaotisch wirkte. Andererseits kamen öfter auch viel zu lange Schachtelsätze vor, die man mehrmals lesen musste, um ihren Sinn zu verstehen. Das war für den Lesefluss eher störend und würde vielleicht zu einer kreativen Kurzgeschichte besser passen als zu einem ganzen Roman.
Gestaltung
Das Cover ist wunderschön und ist auch das, was mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Der Titel ist passend gewählt und kommt in der Geschichte auch vor.
Bewertung
Das Licht der letzten Tage war anders, als ich es erwartet habe, es ist eher eine melancholische Geschichte, die einem vor Augen führt, wie schnell sich alles ändern könnte. Als dystopischer Roman hätte es mich nicht überzeugen können, da zu wenig Handlung vorhanden ist. Betrachtet man das Buch allerdings als Gesellschaftsroman aus philosophischer Sicht ist es mit seiner ruhigen Grundstimmung und seiner Botschaft absolut lesenswert.



Vielen Dank an Piper für das Rezensionsexemplar!