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Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie




Titel: Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie
Autor: Ernst Peter Fischer

Seitenanzahl: 320
Erschienen: 22.08.2016
Verlag: Penguin

Genre: Sachbuch, Erwachsenenbuch
Themen: Wissenschaftler, wissenschaftliche Erkenntnisse

gelesen: November 2016 als Rezensionsexemplar




Klappentext

In seinem neuen Buch versammelt der renommierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer die besten Erkenntnisse aus der Naturwissenschaft. Ob von Galileo Galilei, Marie Curie oder Albert Einstein – es sind Weisheiten, die die Neugier für die Forscher wecken und Lust machen auf noch mehr Wissenschaft. In gewohnt unterhaltsamer und tiefsinniger Weise bringt uns Ernst Peter Fischer seine Faszination für diese Welt näher, regt dazu an, weiterzudenken und sich sein Staunen zu bewahren.


Meine Meinung

Meine Meinung
Mich hat das Buch fasziniert, da Ernst Peter Fischer es geschafft hat, in kurzen prägnanten Kapiteln wichtig bekannte und teilweise auch der Allgemeinheit unbekannte Wissenschafter vorzustellen, ohne dass es langweilig wird. Es muss aber erwähnt werden, dass eine gewisse wissenschaftliche Grundkenntnis vorhanden sein muss. Denn wer nichts mit dem Planck'schen Wirkungsquantum oder dem Bohrschen Atommodell anfangen kann, wird es möglicherweise schwer haben, alles zu verstehen. Ich konnte aber auf jeden Fall viel neues lernen und habe die Wissenschaftler genauer kennen gelernt, von denen ich vorher nicht mehr als den Namen (oder noch nicht mal den) kannte. Zu jeder Persönlichkeit gab es ein kurzes, meist sehr inspirierendes Zitat und einen kurzen Abriss über ihr Leben. Besonders wurde aber darauf eingegangen, wie wichtig es war, dass Wissenschaftler auch ihre Phantasie benutzen, kreativ sind und sich trauen, auch Vermutungen zu äußern, die sich noch nicht damals noch nicht beweisen ließen, aber die Tür zu neuen Ideen geöffnet haben. Das Buch ist perfekt für Zwischendurch zur informativen Unterhaltung und das ideale Weihnachtsgeschenk für Eltern oder Großeltern!
Meine Bewertung:
5/5 ♥♥♥♥

Vielen Dank an Penguin für das Rezensionsexemplar!

Outlander - Ferne Ufer (#3) von Diana Gabaldon



Titel: Outlander - Ferne Ufer
Besonderheit: ungekürzte Neuübersetzung
Autorin: Diana Gabaldon

Reihe: Band 3 der Outlander-Saga
Seitenanzahl: 1232
Erschienen: 09.09.2016 (ursprünglich 1993)
Verlag: Knaur
Übersetzung: Barbara Schnell

Genre: Historisch, Erwachsenenbuch
Themen: Schottland, Zeitreise, 20. & 18. Jahrhundert

gelesen: September/Oktober 2016 als Rezensionsexemplar


Achtung: Band 3 einer Reihe!


Auch der dritte Band ist nun in der Übersetzung von Barbara Schnell erschienen, ebenfalls ungekürzt. Die alte Übersetzung, die es nie geschafft hat, mich an die Geschichte von Claire und Jamie zu fesseln, war um 25% gekürzt, sehr zum Missfallen von Diana Gabaldon (siehe hier). Also habe ich geduldig auf die Neuerscheinung aus dem Knaur-Verlag gewartet und das Warten hat sich definitiv gelohnt!


Klappentext

20 Jahre lang hielt Claire ihre große Liebe Jamie Fraser für tot. Nun findet sie heraus, dass er die Schlacht von Culloden wider Erwarten überlebt hat. Unterstützt von ihrer [... ich finde der Klappentext spoilert viel zu sehr!] 




Zitat

S. 1182




Meine Meinung

Idee
Der dritte Band der Outlander-Saga unterscheidet sich deutlich von den beiden vorhergehenden. Wir wissen, dass Claire und Jamie voneinander durch die Schlacht von Culloden getrennt wurden - nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich, aber seitdem sind 20 Jahre vergangen. Nun erfährt man Stück für Stück was in diesen 20 Jahren passiert sind, welches Leben Claire in Boston geführt hat und wie es ihr, Brianna und Frank ergangen ist. Da sie aber jetzt wieder zurück in Schottland ist und Frank nicht mehr lebt, macht sie sich in den Überlieferungen der Vergangenheit auf die Suche nach Jamies Schicksal - basierend auf der Hoffnung, dass er Culloden überlebt hat, was wir als Überraschung am Ende des zweiten Bandes erfahren haben.
Gleichzeitig erfährt man das aus Jamies Sicht, was sehr erfrischend und wirklich spannend war. Durch ihn tritt auch eine neue wichtige Person in die Handlung, die uns lange begleiten wird und aus dessen Perspektive auch ein Teil der Handlung erzählt wird - Lord John Grey. Über ihn gibt es übrigens auch mehrere separate Romane von Diana Gabaldon.
Charaktere
Aber was wäre Outlander ohne seine restlichen Charaktere? Roger Wakefield ist wieder mit von der Patie - wäre er es nicht, hätte ich den sympathischen Sohn des verstorbenen Referend Wakefields vermisst. Auch Brianna ist natürlich wieder mit dabei, genauso wie Fergus, Jenny, Ian und einige alt bekannte Personen, mit denen es ein überraschendes Wiedersehen gibt, was mich sehr gefreut hat.
Umsetzung
"Man trifft sich immer zweimal im Leben" könnte man als das Motto dieses Buches bezeichnen. Wie der Titel Ferne Ufer vermuten lässt, verlässt die Autorin mit ihrer Geschichte Schottland und begibt sich in ganz neue Länder, was eine angenehme Abwechslung im Vergleich zu den ersten beiden Bänden ist und auf jeden Fall dafür sorgt, dass es interessant bleibt und dass man gerne weiter liest. Dafür sorgt aber auch die tolle Handlung, die sich wieder stark von denen der letzten Büchern unterscheidet. Sie ist nicht so politiklastig wie das Geschehen im zweiten Band und ist mit wirklich vielen überraschenden Wendungen und Gegebenheiten gespickt. Es hat mir besonders gut gefallen, wie die Handlungsstränge des gesamten Buches miteinander verwoben waren und man hat hier deutlich gemerkt, dass sich der Schreibstil der Autorin nochmals verbessert hat. Da denke ich zum Beispiel an die Szene mit dem Schädel, die man zuerst einfach für etwas Unbedeutendes hält, aber später noch einen Sinn bekommt. Das Lesen hat einfach nur Spaß gemacht und ich hatte wirklich nie das Gefühl, dass es sich zieht. Etwas gefehlt hat mir der Cliffhanger am Ende, den ich im letzten Band so toll fand.
Bewertung
Der dritte Band ist nochmal deutlich besser als der zweite Band, was mich wirklich überrascht hat, da dieser schon wirklich gut war. Wer die Outlander-Saga bis jetzt geliebt hat, wird auch den dritten Band auf jeden Fall lieben! Schade, dass wir auf die Neuauflage des vierten Bandes noch ein Jahr warten müssen, ich würde am liebsten direkt weiter lesen!
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥

Dem Bones

Das Lied, das Claire ein paar Mal während des Buches vor sich hin murmelt, heißt "Dem Bones". Kurz gesagt geht es in dem Lied um den Aufbau der Knochen, also welche Knochen mit welchen verbunden sind.


Die Reihe




  1. Feuer und Stein
  2. Die geliehene Zeit
  3. Ferne Ufer
  4. Der Ruf der Trommeln (neu im Herbst 2017), türkiser Einband
  5. Das flammende Kreuz
  6. Ein Hauch von Schnee und Asche
  7. Echo der Hoffnung
  8. Ein Schatten von Verrat und Liebe
  9. [in Arbeit]

Die Serie - 3. Staffel

Die Serie zum dritten Buch ist mittlerweile in Produktion und ich bin wirklich glücklich darüber, dass sie fortgesetzt wird - denn es wird auch eine 4. Staffel geben. Wer ein bisschen googelt, kann schon die Besetzung der neuen Charaktere sehen.


Vielen Dank an Knaur für das Rezensionsexemplar!

Das Mona-Lisa-Virus von Tibor Rode




Titel: Das Mona-Lisa-Virus
Autor: Tibor Rode

Seitenanzahl: 462
Erschienen: 24.03.2016
Verlag: Bastei Lübbe

Genre: Erwachsenenbuch, Thriller
Themen: Schönheit, Mona Lisa, Virus

gelesen: Juni 2016 als Rezensionsexemplar





Klappentext

In Amerika verschwindet eine Gruppe von Schönheitsköniginnen und taucht durch Operationen entstellt wieder auf. In Leipzig sprengen Unbekannte das Alte Rathaus, und in Mailand wird ein Da-Vinci-Wandgemälde zerstört. Gleichzeitig verbreitet sich auf der ganzen Welt ein Computervirus, das Fotodateien systematisch verändert. Wie hängen diese Ereignisse zusammen? Die Frage muss sich die Bostoner Wissenschaftlerin Helen Morgan stellen, als ihre Tochter entführt wird und die Spur nach Europa führt – hinein in ein Komplott, das in der Schaffung des berühmten Mona-Lisa-Gemäldes vor 500 Jahren seinen Anfang zu haben scheint...


Zitat

Kapitel 39

Meine Meinung

Idee
Den Schönheitswahn kennt jeder, aber was ist mit einem Wahn nach Hässlichkeit? Mit dem Wahn, die Schönheit zu zerstören? Genau davon handelt dieser Thriller. Ein Buch voller verschiedener Aspekte von Schönheit und was sie für uns bedeutet.
Charaktere
Helen Morgan, ein ehemaliges Model, ist mittlerweile Neuroästhetikerin in Boston. Ihre Tochter Madeleine ist gerade in einer Klinik für psychische Erkrankungen, als Helen erfahren muss, dass Madeleine abgehauen ist. Gleichzeitig vermisst der Sohn des Multimillionärs Pavel Weiz seinen Vater, der seit einigen Wochen verschwunden ist. Zur gleichen Zeit verschwindet eine Gruppe von amerikanischen Schönheitsköniginnen. Kurze Zeit später tauchen die Mädchen nach und nach wieder aus - aber grausam entstellt durch eine Operation. Der Turm des Rathauses in Leipzig wird eines Nachts plötzlich gesprengt, auf der ganzen Welt sterben die Bienen und ein Computervirus verbreitet sich rasend, das alle Fotos entstellt. Und alles hat irgendwie mit der Mona Lisa und dem berühmten Goldenen Schnitt zu tun.
Umsetzung
Tja, genau hier bin ich zwiespältig. Einerseits war das Buch wirklich spannend und hat mir richtig gut gefallen. Besonders die Thematik der Schönheit und die tollen philosophischen Ansätze haben mich zusammen mit dem Thriller fasziniert. Leider war so ziemlich von Anfang an klar, wer dahinter steckt und auch das Motiv wurde mit der Zeit immer deutlicher. Es gab nicht DEN EINEN Aha-Moment, der alles aufgelöst hat und die Auflösung an sich war am Ende dann doch nicht so genial. Ich habe die ganze Zeit gewartet, dass alle Fäden in irgendeine tolle Erklärung zusammen laufen, aber die ist leider ausgeblieben beziehungsweise war sie dann doch eher unspektakulär. Von Tibor Rode werde ich aber auf jeden Fall nochmal etwas lesen, da mindestens noch ein Buch von ihm ungelesen in meinem Regal steht.
Bewertung
Ein beeindruckendes Buch über ein wirklich interessantes und hochaktuelles Thema. Besonders die philosophische Seite des Thrillers hat mich beeindruckt. Außerdem wird die spannende Handlung nie langweilig, die Seiten fliegen einfach dahin! Nur die Auflösung und die ganzen Hintergründe hätte man deutlich besser gestalten können.
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥


Vielen Dank an Bdb und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Water - Der Kampf beginnt von Paolo Bacigalupi




Titel: Water - Der Kampf beginnt
Originaltitel: The Waterknife
Autor: Paolo Bacigalupi

Seitenanzahl: 464
Erschienen: 21.03.2016
Verlag: Blessing
Übersetzung: Wolfgang Müller

Genre: Erwachsenenbuch, Thriller
Themen: Wasser, Ressourcenknappheit

gelesen: April/Mai 2016 als Rezensionsexemplar




Klappentext

Das Wasser wird knapp: ein düsterer, actiongeladener Blick auf die Apokalypse
Der US-amerikanische Südwesten kämpft erbittert um die letzten Wasserreserven und die Rechte am Colorado River. Das Gebiet wird von heftigen Sandstürmen heimgesucht, ganze Millionenstädte verelenden. Wer es sich leisten kann, wohnt in luxuriösen Arkologien, jeder andere ist Hitze, Staub und Nahrungsknappheit ausgesetzt. Kriminalität und Korruption greifen um sich. Angel Velasquez gehört zu einem Spezialeinsatzkommando der Wasserbehörde von Nevada, das die Reservoirs des Bundesstaates verteidigt und notfalls auch mit illegalen Methoden erweitert. Als das Gerücht aufkommt, dass in Phoenix eine neue Wasserquelle aufgetaucht ist, wird er dort hingeschickt, um zu ermitteln. Dabei trifft er die Journalistin Lucy Monroe, die der Quelle ebenfalls auf der Spur ist. Die beiden werden in einen Strudel aus Verrat und Gewalt hineingezogen, und Angel steht plötzlich im Fadenkreuz seiner eigenen Leute.


Zitat

Kapitel 8


Meine Meinung

Idee
Die Idee ist das, was mich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam gemacht hat und weshalb ich mich entschieden habe, es zu lesen: Die Wasserknappheit in den USA. Als ich 2012 durch die USA gereist bin, konnte ich es nicht glauben, dass Las Vegas existiert. Und ich konnte nicht glauben, dass mitten in der Wüste Golfplätze mit überraschend grünem Gras existieren. Alles nur dank des Wassers, das dort verschwendet wird. Dank dem Hoover Dam, der den Lake Mead gebildet hat. Schon damals hat man gesagt, dass das Wasser knapp werden wird.
Charaktere
Die Protagonisten sind Angel, Lucy und Maria. Es wird abwechselnd kapitelweise aus ihrer Sicht das Geschehen erzählt. Angel Velasquez ist ein Waterknife, der dafür sorgt, das Vegas sich Wasser unter den Nagel reißen kann - auch wenn es dafür anderen Leuten fehlt. Das alles macht er für seinen Boss Catherine Case. Dabei schreckt er eigentlich vor nichts zurück. Dank ihm und den anderen Waterknives können diejenigen, die es sich leisten können, in Arkologien leben. Das sind künstliche Gebäude, die kleinen Städten ähneln. Sie sind von der Außenwelt getrennt, sodass die heiße Wüstensonne nicht spürbar ist, denn alles ist angenehm kühl. Wasser gibt es genügend, denn das wird zum Großteil wieder aufbereitet. Wer sich das nicht leisten kann, lebt so wie Maria als Zoner in den untergegangenen Städten. Wasser gibt es für viel Geld aus Pumpen zu kaufen. Maria lebt zusammen mit ihrer Freundin Sarah, die sich als Prostituierte ihr Geld verdient, in Phoenix in ärmlichen Verhältnissen unter den Augen einer Gang, die ihnen das Leben schwer macht. Lucy hingegen lebt ebenfalls in Phoenix, aber als Journalistin. Sie könnte eigentlich zu ihrer Schwester in den Norden, wo es noch Wasser gibt, aber sie hängt zu sehr an der Stadt, als dass sie sie verlassen könnte.
Umsetzung
Man hat drei unterschiedliche Handlungsstränge, die miteinander verknüpft sind und am Ende zusammen fließen. Das wurde toll umgesetzt. Ich muss allerdings sagen, dass mir der Einstieg zu beginn schwer gefallen ist. Es war erstmal schwer, herauszufinden, wer die Protagonisten des Buches sind, wen man sich merken sollte und wer eher eine nebensächliche Rolle spielt. Außerdem konnte ich mit einigen Begriffen zu Beginn nicht wirklich etwas anfangen, da deren Bedeutung erst im Laufe der Zeit erklärt wurden. Nichtsdestotrotz hat mir der Thriller gefallen. Es war interessant, mehr über das Leben der Leute zu erfahren. Es ist ein Roman über die drohende Zukunft der USA, aber ohne auf Science-Fiction zurück greifen zu müssen. Es ist ein Roman über die Natur des Menschen, über Menschen in Notsituationen und über Menschen mit Macht. Besonders das Ende konnte mich fesseln und überraschen. An anderen Stellen hat das Buch einem Krimi geähnelt, der beängstigend detailiert brutale "Vorgehensweisen" beschrieben hat.
Gestaltung
Die Gestaltung ist schlicht, ganz besonders gefällt mir aber der etwas glänzende Schriftzug "Water" unter der Schutzhülle. Toll wäre noch eine Karte von Arizona, Nevada und Kalifornien gewesen, weil es manchmal schwer war, sich alles räumlich vorzustellen, wenn man nicht ganz so bewandert mit der Karte der USA ist.
Bewertung
Ein interessantes Buch über die drohende Zukunft der USA, das die brutale Wahrheit auf spannende Weise mit kleinen Schwächen aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Meine Bewertung:
4/5


Vielen Dank an Blessing für das Rezensionsexemplar!

Outlander - Die geliehene Zeit (#2) von Diana Gabaldon



Titel: Outlander - Die geliehene Zeit
Besonderheit: ungekürzte Neuübersetzung
Autorin: Diana Gabaldon

Reihe: Band 2 der Outlander-Saga
Seitenanzahl: 1232
Erschienen: 02.11.2015 (ursprünglich 1992)
Verlag: Knaur
Übersetzung: Barbara Schnell

Genre: Historisch, Erwachsenenbuch
Themen: Schottland, Frankreich (Paris), Zeitreise, 20. & 18. Jahrhundert

gelesen: März/April 2016 als Rezensionsexemplar


Achtung: Band 2 einer Reihe!

Klappentext

Schottland, 1968: 20 Jahre nachdem Claire Randall aus der Vergangenheit zurückgekehrt ist, bringt sie ihre Tochter Brianna in die Highlands, denn Brianna soll endlich das Land ihres Vaters kennenlernen. Claire will außerdem die Antwort auf eine Frage finden, die sie seit über 20 Jahren quält: Konnte ihre große Liebe Jamie Fraser die schreckliche Schlacht von Culloden überleben?


Zitat

Kapitel 39 - Familienbande


Meine Meinung

Idee
Auch im zweiten Band der Outlander-Saga begleiten wir Claire und Jamie, aber dieses Mal nicht in Schottland, sondern zu Beginn in Paris. Bei diesem zweiten Band ist allerdings der Aufbau etwas ganz Besonderes, denn umfasst wird der Band von einem Rahmen, der 1968 spielt. Ich konnte mich bisher noch nicht entscheiden, ob ich das gut oder schlecht finden soll, denn so weiß man (leider), dass Claire durch die Steine zurück kommen wird. Und man weiß noch viel mehr, nämlich, dass sie und Jamie eine wunderschöne Tochter zusammen haben, aber dazu später.
Charaktere
In diesem Band kommen einige neue Charaktere hinzu. Zuerst einmal ist da Roger, der Sohn von Referend Wakefield, den man zwar schon aus dem ersten Band kennt, aber jetzt erst genauer kennen lernt. Der Referend ist im Jahr 1968 schon verstorben und Roger kümmert sich als sein "Sohn" um seinen Nachlass. Zu der Zeit reist Claire mit ihrer Tochter Brianna nach Inverness in Schottland, um Nachforschungen über Jamies Schicksal anzustellen und Brianna von ihrem richtigen Vater zu erzählen. Die hielt nämlich bis jetzt Frank für ihren Vater, der jedoch mittlerweile verstorben ist und so wird es Zeit für die Wahrheit. Während Claire sich also endlich jemandem anvertrauen muss, springt das Buch für den Großteil zurück in der Zeit und zwar dorthin, wo der erste Band aufgehört hat. Claire und Jamie haben sich auf den Weg nach Frankreich gemacht (wobei ursprünglich Rom geplant war), um die Rebellion durch den Prinzen Edward Stuart ("Bonnie Prince Charlie/Charles") unterstützt durch die Jakobiten aufzuhalten. Dabei lernt man natürlich auch Charles sowie den König Louis von Frankreich in Versailles kennen. Zu den bereits in Band 1 vorgestellten Personen kommen noch einige sehr interessante Charaktere. Wie zum Beispiel der Comte St. Germain, den die beiden Protagonisten sich zum neuen Feind machen. Außerdem ist da die schüchterne Mary Hawkins, die einem wirklich sehr ans Herz wächst. Master Raymond, Mutter Hildegard und viele weitere (die man jetzt auch noch nicht erwähnen sollte, um nicht zu spoilern). Nicht vergessen darf man den kleinen Fergus, einen französischen Jungen, der in einem Bordell in Paris aufgewachsen ist, denn er begeistert mich immer wieder.
Umsetzung
Der zweite Band ist ein förmliches Kontrastprogramm zum ersten Band, wenn nicht sogar vielfältiger. Im Rückblick hat mir der zweite Band sogar noch besser gefallen, weil er mit so viel Vielfalt überzeugen kann. Die Welt in Frankreich ist gekennzeichnet von königlichem Prunk, tollen Kleidern und vornehmen Abendessen, wohingegen die Welt Schottlands eher das einfache Leben widerspiegelt. Der zweite Band hatte auch deutlich mehr überraschende Wendungen, einen Cliffhanger und mindestens genauso viel Spannung, erotische Szenen und interessante Einblicke in die Gedankenwelt der Charaktere.
Das obrige Zitat habe ich übrigens gewählt, weil mich der Satz im Buch völlig unvorbereitet "getroffen" hat und ich so eine Aussage von Claire (!) niemals erwartet hätte.
Gestaltung
Passend zu der Neuauflage des ersten Bandes ist der zweite Band in einem schönen Orange. Die Innenseite der Einbände enthalten dieses Mal vorne eine kurze Vorstellung des Prinzen Charlie und hinten ein kleines Gälisch-Glossar, das wirklich sehr nützlich ist. Mehr Zusatzmaterial so wie beim ersten Band ist leider nicht vorhanden.
Bewertung
Wie auch beim ersten Band konnte mich Diana Gabaldon mit der Fortsetzung der Outlander-Saga restlos überzeugen! Ich würde zwar am liebsten sofort weiter lesen, allerdings erscheint die Neuübersetzung des dritten Bandes erst im Oktober und auf die möchte ich dann doch noch warten (einfach weil mir die Übersetzung von Barbara Schnell bisher viel besser gefallen hat). In der Zwischenzeit kann ich mir jeden Sonntag eine neue Folge der zweiten Staffel von Outlander anschauen, die gerade ausgestrahlt wird :D Weiter unten findet ihr noch mehr über die Serie. Klare Leseempfehlung!
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥

Die Reihe




  1. Feuer und Stein
  2. Die geliehene Zeit
  3. Ferne Ufer (neu am 04.10.2016)
  4. Der Ruf der Trommeln (neu im Herbst 2017)
  5. Das flammende Kreuz
  6. Ein Hauch von Schnee und Asche
  7. Echo der Hoffnung
  8. Ein Schatten von Verrat und Liebe
  9. [in Arbeit]

Die Serie - 2. Staffel



Wie lange habe ich darauf gewartet! Am Anfang des Jahres stand glaube ich noch nicht mal ein Datum fest und umso glücklicher bin ich, dass ich seit Anfang April die 2. Staffel schauen kann *-* Da es noch keine deutsche Synchronisation gibt, kann man die 2. Staffel bis jetzt nur auf Englisch schauen, wobei das mit Englischen Untertiteln für mich kein Problem war. Leider gibt es dieses Mal nur 10 Episoden statt 16 Episoden wie in der ersten Staffel. Dadurch muss natürlich einiges gekürzt werden. Also: Auf jeden Fall das Buch lesen!
In der Serie sind so viele Dinge so richtig gut gelungen. Besonders Murtagh wird immer sympathischer, Mary Hawkins wurde wirklich gut besetzt und es macht Spaß, die Umsetzung des Buches direkt zu sehen :)

Vielen Dank an Knaur für das Rezensionsexemplar!

Willkommen in Night Vale von Joseph Fink & Jeffrey Cranor [Abgebrochen]




Titel: Willkommen in Night Vale
Autor: Joseph Fink & Jeffrey Cranor

Seitenanzahl: 378
Erschienen: Frühjahr 2016
Verlag: Klett-Cotta
Übersetzung: Wieland Freund und Andrea Wandel

Genre: Erwachsenenbuch, Fantasy

gelesen: März/April 2016 als Rezensionsexemplar





Klappentext

»Das Schicksal ist schlimmer als der Tod. Das waren die Gesundheitsnachrichten.«
Night Vale, ein Städtchen in der Wüste. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens. Geister, Engel, Aliens oder ein Haus, das nachdenkt, gehören hier zum Alltag. Night Vale ist völlig anders als alle anderen Städte, die Sie kennen – und doch seltsam vertraut. Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte »King City« geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von »King City« zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat ...


Meine Meinung

Umsetzung
"Willkommen in Night Vale" ist ein Buch, das ich aufgrund der vielen positiven Rezensionen der Original-Version lesen wollte. Auch der Klappentext klang vielversprechend und die Tatsache, dass das Buch auf einer Reihe von Podcasts basiert, die schon viele Fans gefunden hat, hat mich ermutigt, es mir anzusehen. Überrascht wurde ich durch eine einerseits kreative Schreibweise, aber andererseits auch durch einen scheinbar völlig wahllosen Handlungsstrang. Mit der Zeit wird leider auch der Schreibstil anstrengend und einen roten Faden, der den Leser durch die Geschichte leitet, kann ich leider nur vergebens suchen. Ich schätze es, wenn Fantasy-Romane zwar eine kreative, eigene Welt erfinden, aber gleichzeitig auch logisch sind, das ist hier nicht der Fall. Der Leser wird zwar in die skurrile Welt von Night Vale eingeführt, allerdings fehlt es an einem richtigen Plot, der einen Roman ausmacht.
Gleichzeitig hat mich die versteckte Gesellschaftskritik verbunden mit kafkaesken Beschreibungen beeindruckt. Wenn man wollte, könnte man hier viel analysieren und interpretieren. Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht fesseln, weshalb ich es letztendlich abbrechen musste. An der Stelle wäre es wirklich besser gewesen, eine Sammlung von Kurzgeschichten aus den ganzen gesellschaftskritischen Ideen zu machen.
Love it or hate it.
Natürlich habe ich auch die Bloggerwelt zu dem Buch beobachten. Das macht man ja automatisch, wenn man auch gerade ein Buch liest. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei diesem Buch die Meinungen extrem auseinander gehen - die eine Seite lobt das Buch aufs Äußerste, die andere kann, so wie, ich mit Willkommen in Night Vale leider nichts anfangen. Da Leseeindrücke immer subjektiv sind, könnt ihr dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben, wenn euch das Fehlen eines wirklichen Handlungsstrangs nicht stört und ihr skurrile Ideen oder Inspiration sucht!
Gestaltung
Die Gestaltung des Buches ist absolut gelungen. Das kreative Gesamtkonzept, das Cover und die Gestaltung des Einbandes passen wunderbar zusammen.
Bewertung
Ein skurriles Buch, das vergeblich versucht, aus einer erfolgreichen Podcast-Reihe einen Roman zu zaubern und dabei leider in verrückten Beschreibungen ohne richtige Handlung hängen bleibt. Leider von meiner Seite keine Empfehlung!
Meine Bewertung:
1/5 ♥♥♥♥


Vielen Dank an BdB und Klett-Cotta für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Die Lügen der Anderen von Mark Billingham



Titel: Die Lügen der Anderen
Originaltitel: Rush of Blood
Autor: Mark Billingham

Seitenanzahl: 416
Erschienen: 08.02.2016
Verlag: Heyne
Übersetzung: Peter Torberg

Genre: Krimi, Erwachsenenbuch
Themen: Florida, England, Urlaub, Mord, Lügen

gelesen: Februar 2016 als Rezensionsexemplar (TB)




Klappentext

In einem Hotel in Florida treffen zufällig drei Pärchen aus England aufeinander. Sie freunden sich an; es scheint der perfekte Urlaub zu sein. Doch in der letzten Nacht vor der gemeinsamen Abreise verschwindet ein Mädchen aus dem Hotel, das später tot aufgefunden wird. Zurück in England laden sich die drei Paare reihum nach Hause ein. So kommt es zu drei Begegnungen, die zunehmend geprägt sind von Merkwürdigkeiten, Misstrauen und dem beklemmenden Verdacht, dass hinter der Fassade des jeweils anderen nichts ist, wie es scheint. Je mehr sich die neuen Freunde voneinander erzählen, desto unheimlicher werden sie sich.



Zitat

S. 270 - Der Täter

Ich muss sagen, dass es mir bei diesem Buch wirklich schwer gefallen ist, aus den vielen Zitaten, die ich mir markiert habe, eines auszuwählen!

Meine Meinung

Idee
Jeder hat Geheimnisse, die er hinter einer Wand aus Lügen versteckt. Und kleine und große Lügen sind das, was dieses Buch ausmacht.
Charaktere
Dave und Marina, Angie und Barry und Ed und Sue sind alle aus England, um genauer zu sein aus der Umgebung von London. Zufällig treffen sie sich in einem Resort in Sarasota in Florida im Urlaub. Sie lernen sich näher kennen, freunden sich an (wenn man das so nennen kann) und treffen sich sechs Wochen nach dem Urlaub zum Abendessen wieder. Alles könnte eine normale Urlaubsbekanntschaft sein, wäre nicht aus dem Resort am letzten Tag die kleine Amber-Marie verschwunden. Das Mädchen mit dem schönen Lächeln, das zusammen mit ihrer Mutter Patti Lee Wilson in dem gleichen Resort im Urlaub war. Gleichzeitig versuchen Jeff Gardener und Jenny Quilan herauszufinden, wer der Täter ist.
Schreibstil
Man erfährt das Geschehen anhand einer handvoll eMails und der abwechselnden Beschreibung einer der Figuren. Dabei erfährt man besonders viel über die Gedankenwelt der Protagonisten. Schnell merkt man als Leser, dass jeder seine Geheimnisse hat und die ein oder andere Lüge erzählt. Dass alles nicht so ist, wie es scheint. Dabei gibt es immer wieder Rückblenden zu der Zeit in Florida, aber der Haupterzählstrang dreht sich um die gemeinsamen Treffen der drei Pärchen. Dabei macht Mark Billingham immer wieder Andeutungen und säht Zweifel, sodass man sich als Leser überhaupt nicht sicher ist, wem man trauen kann. Dann kommt noch hinzu, dass es immer wieder Kapitel gibt, in denen der Täter erzählt und mit dem Leser spricht. Natürlich ohne zu verraten, wer es ist. Sicher weiß man nur: Einer von ihnen war es und jeder hat etwas zu verbergen.
Umsetzung
Ich kann eindeutig verstehen, warum das Buch wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste in Groß-Britannien war. Bei Die Lügen der Anderen handelt es sich um einen Kriminalroman, der wirklich klasse umgesetzt ist. Dabei finde ich den deutschen Titel sogar noch passender gewählt als den Originaltitel, denn die Lügen der Anderen sind bei diesem Buch wirklich das Hauptthema, das das Buch gerade so besonders macht. Es sind die Lügen, die Zweifel sähen, die den Leser argwöhnisch machen, sodass man bis auf den letzten Seiten wirklich keine Ahnung hat, wer der Täter ist. Gleichzeitig führ Billingham aber auch den Lesern vor Augen, wie wir im Alltag lügen. Die großen und die kleinen Lügen gegenüber Bekannten, Freunden aber auch dem Partner. Die Schreibweise lässt das Buch nicht langweilig werden, denn Billingham ist ein Meister der unerwarteten Wendungen, die ohne viel Action und mit überraschend wenig Blut auskommen.
Bewertung
Ein einzigartiger und ungewöhnlicher Krimi mit ständigen Zweifeln und unerwarteten Wendungen, den ich jedem (auch nicht unbedingt Krimi-Fans!) ans Herz legen kann. Ich werde jetzt definitiv noch mehr von dem Autor lesen.
Meine Bewertung:
5+/5 ♥♥♥♥♥

Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Red Rising von Pierce Brown



Titel: Red Rising
Autor: Pierce Brown

Reihe: Band 1 der Trilogie
Seitenanzahl: 576
Erschienen: 14.09.2015 (Klappbroschur)
Verlag: Heyne
Übersetzung: Bernhard Kempen

Genre: Science-Fiction, Erwachsenenbuch
Themen: Mars, Weltengesellschaft

gelesen: Januar/Februar 2016 als Rezensionsexemplar




Gelockt hat mich das Buch mit dem Satz "Der New York Times-Bestseller - für alle Fans von Der Marsianer und Die Tribute von Panem". Beides sind Bücher, die mich absolut begeistern konnten, also müsste Red Rising doch genau mein Fall sein, oder?

Klappentext

Darrows Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu machen. Doch dann wird seine große Liebe getötet, und Darrow erfährt ein schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu schlagen …



Zitat

S. 482


Meine Meinung

Idee
Die Weltengesellschaft ist aufgeteilt in Farben, eine Kasstengesellschaft. Jede Farbe hat eine Aufgabe und manche stehen über anderen. Das Buch dreht sich hauptsächlich um die Roten, die ganz am unteren Ende der Hierarchiekette stehen und die Goldenen, die das obere Ende einnehmen und bei denen die Einzigartig Vernarbten an erster Stelle stehen.
Charaktere
Darrow ist 17 Jahre alt und ein Roter, der unter der Erde des Mars Helium-3 abbaut. Er ist Höllentaucher in Lykos, das heißt, dass er am tiefsten absteigt. Seine Frau Eo ist ebenfalls eine Rote und lebt mit ihm zusammen unter der Erde. Sie leben in dem Glauben, dass sie den Mars bewohnbar machen, damit der Rest der Menschheit von der sterbenden Erde auf den Planeten kommen kann. Sie werden von den höheren Farben wie Dreck behandelt. Eo wehrt sich dagegen und bezahlt mit ihrem Leben. Darrow, der seine Frau über alles geliebt hat, will sich nicht nur rächen, sondern auch Gerechtigkeit für die Roten erlangen. Als er herausfindet, dass der Mars bereits seit hunderten von Jahren erschlossen ist und an der Oberfläche Städte existieren, in denen die höheren Farben in unglaublichem Luxus wohnen, wird er zu einem von ihnen, um sie zu schlagen. Also schleust sich in das Institut ein und mit ihm erlebt man das erste Jahr am Institut, oder sollte ich besser sagen, in der Arena?
Neben Darrow gibt es noch viele weitere Charaktere, über die man leicht den Überblick verlieren könnte. Hier hätte ein Persoenenverzeichnis o.Ä. geholfen.
Umsetzung
Der Anfang hat mir gut gefallen, denn besonders der Aufbau der Gesellschaft hat mich fasziniert. An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, da er etwas derb war, aber daran hat man sich im Verlaufe des Buches gewöhnt, da es zu den Charakteren gepasst hat. Den Vergleich mit Der Marsianer und Die Tribute von Panem kann ich nicht so ganz nachvollziehen, sind es doch beides Bücher, die ich gelesen und geliebt habe. Red Rising hat mit dem Marsianer nur gemeinsam, dass beide Bücher auf dem Mars spielen. Wobei das bei Red Rising eher eine untergeordnete Rolle spielt. Ebenso hätte das Buch auf einem anderen Planeten, wie z.B. der Venus spielen können. Auch die Leichtigkeit, den Humor und die Wissenschaftlichkeit von Der Marsianer darf man bei Red Rising nicht erwarten. Die Parallelen zu Die Tribute von Panem sind auch nicht so deutlich wie ich erwartet hätte. In beiden Büchern geht es um eine von der Oberschicht unterdrückte und in Armut lebende Unterschicht und es kommt vielleicht zu Kämpfen, aber mehr leider auch nicht.
Ich hätte gerne noch mehr über die anderen Farben in der Weltengesellschaft erfahren und hoffe, dass das in den Folgebänden mehr zum Tragen kommt.
Insgesamt handelt es sich doch des jugendlichen Alters von Darrow um einen Erwachsenenroman, der an vielen Stellen doch blutig und brutal ist. Begeistert hat mich die Fähigkeit Pierce Browns, unerwartete Wendungen herbeizuführen. Denn auf der einen Seite erlebt man zwar das Geschehen aus der Ego-Perspektive von Darrow, erfährt aber nicht alle seine Gedanken und Pläne, sodass man dann auch selbst überrascht ist. 
Bewertung
Red Rising ist ein Science-Fiction-Roman, der besonders durch seinen Gesellschaftsaufbau zu überzeugen weiß! Man darf ihn aber nicht mit Der Marsianer und Die Tribute von Panem vergleichen, da er vollkommen anders ist. Trotzdem lohnt sich das Lesen! 
Meine Bewertung:
4/5 ♥♥♥♥

Die Reihe




  1. Red Rising (14.092015)
  2. Red Rising - Im Haus der Feinde (13.06.2016)
  3. Red Rising - Tag der Entscheidung (12.09.2016)

Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

Rezension || Amalthea von Neal Stephenson


Titel: Amalthea
Originaltitel: Seveneves
Autor: Neal Stephenson

Seitenanzahl: 1056
Erschienen: 09.11.2015
Verlag: Manhattan
Übersetzung: Nikolaus Stingl, Juliane Gräbener-Müller

Genre: Science-Fiction, Erwachsenenbuch
Themen: Weltuntergang

gelesen: Dezember/Januar 2015/16 als eBook und als Rezensionsexemplar (gebunden)




Klappentext

Der Mond explodierte ohne Vorwarnung und ohne erkennbaren Grund. Die Uhrzeit würde man später als A+0.0.0 oder schlicht Null bezeichnen …
05:03:12 Weltzeit. Die Stunde Null. Nach der Explosion des Mondes wütet über Jahrtausende ein Meteoritensturm, der die Erdoberfläche in eine unbewohnbare Wüstenei verwandelt. Um die Menschheit vor der Auslöschung zu bewahren, schickten die Nationen der Erde eine Flotte von Archen ins All. Der Asteroid Amalthea, der ursprünglich zu Forschungszwecken an eine internationale Raumstation angedockt worden war, soll der Kolonie als Schutzschild dienen. [...gekürzt]

Wenn ihr das Buch lesen möchtet, lest nicht den vollständigen Klappentext!


Erster Satz



Meine Meinung

Idee
Bei diesem Buch war es eindeutig die Idee, die mich zum Lesen verleitet hat. Der Mond explodiert und dann? Die Menschen müssen damit klar kommen, müssen sich auf den Weltuntergang einstellen, denn die Folgen der Explosion haben Wissenschaftler erst nach einigen Tagen begriffen - wertvolle Zeit, die man benötigt hätte. Ich habe euch mal den Klappentext gekürzt, denn der ursprüngliche Klappentext war einfach eine Zusammenfassung des Buches und damit eigentlich ein einziger riesiger Spoiler. Warum wird so etwas gemacht? Ich hatte mal wieder Glück, dass ich den Klappentext einmal gelesen habe, das Buch auf meine To-Read-Liste gesetzt habe und vor dem Lesen den Klappentext nicht nochmal angeschaut habe (und schon wieder vergessen hatte). Aus diesem Grund waren einige Wendungen, die der Klappentext schon verraten hätte, für mich neu und haben die Spannung gesteigert.
Charaktere
Das Buch gliedert sich in drei große Teile, eine wirkliche Kapitelaufteilung gibt es aber ab der Hälfte des Buches nicht mehr. Um nicht zu viel zu verraten, beziehe ich mich bei den Charakteren nur auf den ersten Teil. Dinah ist die Tochter von Rufus MacQuarie, der eine Bergbaufirma mit einer Mine in Nordalaska betreibt. Sie ist auf der Internationalen Raumstation ISS, die liebevoll "Izzy" genannt wird, stationiert, um den Asteroidenbergbau zu erforschen. Den Oberbefehl über Izzy hat Ivy Xiao, deren Verlobter Cal bei der US Navy Commander eines U-Boots auf der Erde ist. Seine oberste Chefin ist sozusagen die Präsidentin der Vereinigten Staaten, Julia Bliss Flaherty (J.B.F.). Die Folgen der Explosion werden von dem Wissenschaftler Dr. Dubois Jerome Xavier Harris ("Doob", "Doc Dubois", "Dr. Harris") untersucht, einem kanadischen Schwarzen, der mit seinem Wissen und seinen Berechnungen eine zentrale Rolle spielt.
Wie ihr sicherlich merkt, handelt es sich um eine ganze Menge von Personen, die man sich alle, so gut wie es geht, merken sollte, denn eigentlich alle spielen noch in irgendeiner Form eine Rolle und kommen im Verlauf des Geschehens nochmal vor. Genauso sollte man sich mit dem vollen Namen der Personen vertraut machen, denn sie werden von Zeit zu Zeit unterschiedlich genannt, mal mit Vor-, dann mit Nachnamen und mal mit Spitznamen. Es handelt sich also um ein Buch für aufmerksame Leser.
Schreibstil
Das Buch ist für ein anspruchsvolles, gebildetes und erwachsenes Publikum geschrieben. Es kommen einige Ausdrücke der Ingenieurwissenschaft vor, was mir als angehende studierte Elektroingenieurin natürlich gefallen hat. Aber keine Angst: Auch ohne elektrotechnisches Hintergrundwissen, lässt sich das Buch problemlos lesen. In der Hinsicht hat es mich an Der Marsianer erinnert, indem ebenfalls wissenschaftliche Sachverhalte einfach zu verstehend beschrieben wurden. Anders sieht es mit dem Vokabular aus: Hier sollte man wirklich ein breites Allgemeinwissen und den Willen, sich weiterzubilden haben. Ich habe bei diesem Buch so viele neue Wörter und Ausdrücke gelernt! Oder wisst ihr, was Amniozentese, Carte blanche, Pyrrhussieg, Kataklysmus, aufs Tapet bringen, cum grano salis und Tour de force bedeuten? Und das waren nur wenige der Wörter. Ich habe die meisten nachgeschaut und das hat das Leseerlebnis deutlich verbessert. Das Buch ist also eine super Chance sein Wissen an Fremdwörtern zu erweitern.
Umsetzung
Ich habe mit dem Buch bestimmt drei Mal angefangen. Einmal als Printbuch, dann als eBook und dann nochmal als Hörbuch. Es hat etwas gedauert, bis es mich gepackt hat, aber nach den ersten zwanzig, dreißig Seiten war es dann soweit und ich war vollkommen gefangen. Wie bereits oben erwähnt ist das Buch in drei große Teile geteilt. Davon waren der erste und der zweite richtig gut. Es war spannend, es gab ein paar kleine und unerwartete Überraschungen und das Lesen hat einfach nur Spaß gemacht. Man könnte es sich wie einen guten Science-Fiction-Film vorstellen. [Und ich hoffe insgeheim, dass dieses Buch mal irgendwann verfilmt wird.] Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir wirklich gut gefallen, besonders die Beziehungen untereinander. Es wird eigentlich kein Charakter vorgestellt, der daraufhin gleich wieder stirbt, sondern hier wurde sich auf das Wesentliche konzentriert. Die Charaktere entwickeln sich auch mit der Zeit, verändern ihre Persönlichkeit. Das mit anzusehen war besonders spannend. Leider hat der dritte Teil dann etwas geschwächelt und während die ersten beiden Teile nur so dahin geflogen sind, hat der dritte Teil für mich keine wirklichen Überraschungen mehr geboten. Das mag größtenteils am Klappentext liegen. Ja, er war interessant, aber er steht im Schatten der beiden starken ersten Teile.
Gestaltung
Das Buch ist wunderbar gestaltet. Die Bilder im Einband auf der ersten und letzten Seite haben mir besonders gut gefallen. Das erste Bild seht ihr unten. Daneben gibt es auch mitten im Buch nochmal eine Seite mit zwei Bildern, wobei ich bei dem einen noch nicht so ganz verstanden habe, was es darstellen soll. Hier wäre eine Beschriftung gut gewesen. Außerdem hätte ich mir noch ein Bild von Izzy um den Tag 700 gewünscht, denn mit der Zeit wurde es immer schwieriger, sich die ganze Raumstation vorstellen zu können. Das Cover gefällt mir sehr gut, denn es passt zu der Thematik. Erwähnenswert ist auch das praktische Lesebändchen.
Bewertung
Bei Amalthea von Neal Stephenson handelt es sich um einen erstklassigen Science-Fiction-Roman, wie man ihn sich nur wünschen kann. Der erste und zweite Teil waren meiner Meinung nach die stärksten, die mich auch gefesselt haben. Der dritte Teil hat leider etwas geschwächelt, was die Spannung angeht. Besonders der Klappentext ist alles andere als gut gelungen, da er eigentlich eine reine Zusammenfassung des Buches ist und viel vorweg nimmt, was für einige überraschende Wendungen sorgen könnte. Trotzdem: Eine absolute Leseempfehlung! Mit einem über 1000 seitigen Buch wird einem hier eine tolle Geschichte präsentiert. Falls ihr ein Science-Fiction-Fan seid und die Weltuntergangs-Thematik liebt, dürft ihr euch das Buch nicht entgehen lassen!
Meine Bewertung:
4.5/5 ♥♥♥♥♥

Quelle: klick
Die Internationale Raumstation "Izzy" um die Stunde Null.


Original-Cover

Das Buch heißt im Amerikanischen "Seveneves" und bezieht sich damit anders als "Amalthea" auf eine Stelle, die viel später im Geschehen angesiedelt ist, aber um einiges bedeutender. Dafür klingt "Amalthea" im Deutschen einfach besser als "Die sieben Evas". Das deutsche Cover finde ich übrigens um einiges schöner und basser als das amerikanische, das aber auch nicht schlecht ist :)


Vielen Dank an Manhattan für das Rezensionsexemplar!