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Water - Der Kampf beginnt von Paolo Bacigalupi




Titel: Water - Der Kampf beginnt
Originaltitel: The Waterknife
Autor: Paolo Bacigalupi

Seitenanzahl: 464
Erschienen: 21.03.2016
Verlag: Blessing
Übersetzung: Wolfgang Müller

Genre: Erwachsenenbuch, Thriller
Themen: Wasser, Ressourcenknappheit

gelesen: April/Mai 2016 als Rezensionsexemplar




Klappentext

Das Wasser wird knapp: ein düsterer, actiongeladener Blick auf die Apokalypse
Der US-amerikanische Südwesten kämpft erbittert um die letzten Wasserreserven und die Rechte am Colorado River. Das Gebiet wird von heftigen Sandstürmen heimgesucht, ganze Millionenstädte verelenden. Wer es sich leisten kann, wohnt in luxuriösen Arkologien, jeder andere ist Hitze, Staub und Nahrungsknappheit ausgesetzt. Kriminalität und Korruption greifen um sich. Angel Velasquez gehört zu einem Spezialeinsatzkommando der Wasserbehörde von Nevada, das die Reservoirs des Bundesstaates verteidigt und notfalls auch mit illegalen Methoden erweitert. Als das Gerücht aufkommt, dass in Phoenix eine neue Wasserquelle aufgetaucht ist, wird er dort hingeschickt, um zu ermitteln. Dabei trifft er die Journalistin Lucy Monroe, die der Quelle ebenfalls auf der Spur ist. Die beiden werden in einen Strudel aus Verrat und Gewalt hineingezogen, und Angel steht plötzlich im Fadenkreuz seiner eigenen Leute.


Zitat

Kapitel 8


Meine Meinung

Idee
Die Idee ist das, was mich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam gemacht hat und weshalb ich mich entschieden habe, es zu lesen: Die Wasserknappheit in den USA. Als ich 2012 durch die USA gereist bin, konnte ich es nicht glauben, dass Las Vegas existiert. Und ich konnte nicht glauben, dass mitten in der Wüste Golfplätze mit überraschend grünem Gras existieren. Alles nur dank des Wassers, das dort verschwendet wird. Dank dem Hoover Dam, der den Lake Mead gebildet hat. Schon damals hat man gesagt, dass das Wasser knapp werden wird.
Charaktere
Die Protagonisten sind Angel, Lucy und Maria. Es wird abwechselnd kapitelweise aus ihrer Sicht das Geschehen erzählt. Angel Velasquez ist ein Waterknife, der dafür sorgt, das Vegas sich Wasser unter den Nagel reißen kann - auch wenn es dafür anderen Leuten fehlt. Das alles macht er für seinen Boss Catherine Case. Dabei schreckt er eigentlich vor nichts zurück. Dank ihm und den anderen Waterknives können diejenigen, die es sich leisten können, in Arkologien leben. Das sind künstliche Gebäude, die kleinen Städten ähneln. Sie sind von der Außenwelt getrennt, sodass die heiße Wüstensonne nicht spürbar ist, denn alles ist angenehm kühl. Wasser gibt es genügend, denn das wird zum Großteil wieder aufbereitet. Wer sich das nicht leisten kann, lebt so wie Maria als Zoner in den untergegangenen Städten. Wasser gibt es für viel Geld aus Pumpen zu kaufen. Maria lebt zusammen mit ihrer Freundin Sarah, die sich als Prostituierte ihr Geld verdient, in Phoenix in ärmlichen Verhältnissen unter den Augen einer Gang, die ihnen das Leben schwer macht. Lucy hingegen lebt ebenfalls in Phoenix, aber als Journalistin. Sie könnte eigentlich zu ihrer Schwester in den Norden, wo es noch Wasser gibt, aber sie hängt zu sehr an der Stadt, als dass sie sie verlassen könnte.
Umsetzung
Man hat drei unterschiedliche Handlungsstränge, die miteinander verknüpft sind und am Ende zusammen fließen. Das wurde toll umgesetzt. Ich muss allerdings sagen, dass mir der Einstieg zu beginn schwer gefallen ist. Es war erstmal schwer, herauszufinden, wer die Protagonisten des Buches sind, wen man sich merken sollte und wer eher eine nebensächliche Rolle spielt. Außerdem konnte ich mit einigen Begriffen zu Beginn nicht wirklich etwas anfangen, da deren Bedeutung erst im Laufe der Zeit erklärt wurden. Nichtsdestotrotz hat mir der Thriller gefallen. Es war interessant, mehr über das Leben der Leute zu erfahren. Es ist ein Roman über die drohende Zukunft der USA, aber ohne auf Science-Fiction zurück greifen zu müssen. Es ist ein Roman über die Natur des Menschen, über Menschen in Notsituationen und über Menschen mit Macht. Besonders das Ende konnte mich fesseln und überraschen. An anderen Stellen hat das Buch einem Krimi geähnelt, der beängstigend detailiert brutale "Vorgehensweisen" beschrieben hat.
Gestaltung
Die Gestaltung ist schlicht, ganz besonders gefällt mir aber der etwas glänzende Schriftzug "Water" unter der Schutzhülle. Toll wäre noch eine Karte von Arizona, Nevada und Kalifornien gewesen, weil es manchmal schwer war, sich alles räumlich vorzustellen, wenn man nicht ganz so bewandert mit der Karte der USA ist.
Bewertung
Ein interessantes Buch über die drohende Zukunft der USA, das die brutale Wahrheit auf spannende Weise mit kleinen Schwächen aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Meine Bewertung:
4/5


Vielen Dank an Blessing für das Rezensionsexemplar!