Selection von Kiera Cass




Titel: Selection (Tetralogie)
Autorin: Kiera Cass
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Kategorie: Jugendbuch, Zukunft, Liebe
Verlag: Fischer Sauerländer
gelesen im: März 2015 (eBook)

Reihe:
1. Selection
2. Die Elite
3. Der Erwählte (The One)
4. Die Kronprinzessin
The Heir (engl. "das Erbe"), erscheint am 05.05.2015 auf Englisch
5. Die Krone

Meine Bewertung: 4/5


Klappentext

des ersten Bandes

"Die Chance deines Lebens? 35 perfekte Mädchen und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?"

Erster Satz


Meine Meinung

Gelesen habe ich die ersten drei Bücher, wenn man von den ersten paar Seiten absieht, innerhalb von vier Tagen. Am Mittwoch hatte ich nach der Klausur nicht mehr viel Lust für die Klausur am Donnerstag zu lernen und hab mich hingesetzt und angefangen zu lesen. Am Donnerstag hatte ich dann Selection durch und Freitagnacht denn auch "Die Elite". "Der Erwählte" habe ich dann am Samstag beendet. Vielleicht habe ich das nach dem ganzen Klausurenstress auch einfach mal gebraucht.
Die Bücher haben mich irgendwie gefesselt, sodass ich sogar ziemlich spät in die Nacht hinein gelesen habe. Und ich hätte im dritten Teil fast geweint, jedenfalls war ich den Tränen sehr nahe.

Aber nun zu meiner Bewertung; Die Cover sind wirklich schön und haben mich ehrlich gesagt auf die Bücher aufmerksam gemacht. Auch dass sich die gesamte Geschichte in der Zukunft spielt, wobei der vierte Weltkrieg bereits stattgefunden hat und die gesamte Gesellschaft in ein Kastensystem unterteilt ist, hat mein Interesse geweckt. Ich mag Dystopien. Die Bücher sind aus der Ego-Perspektive von America erzählt, was mir persönlich sehr gefällt. Allerdings hat es mir nicht gefallen, dass die Titel der Reihe mir schon den Ausgang der Geschichte verraten haben. Sprachlich gesehen ist das Buch recht einfach gehalten, was für ein Jugendbuch vielleicht doch etwas zu einfach gehalten ist. Nicht dass ich Sätze a la Frank Schätzing gebraucht hätte, aber ein bisschen mehr Anspruch und sprachliche Vielfalt hätten dem Buch sicherlich ganz gut getan.

Inhaltlich gesehen finde ich die Geschichte auch sehr interessant, erinnert sie mich doch irgendwie an die TV-Show Bachelor - ein Mann und jede Menge Mädchen, die sich um ihn streiten, um die "wahre Liebe" zu finden. Zum Glück wurden in diesem Buch keine Rosen verteilt. Zur Abwechslung aber eine Liebesgeschichte zu lesen war ganz schön. So spannend und interessant der erste und dritte Teil waren, so zäh war leider auch der zweite. America kann sich nämlich nicht zwischen Maxon (dem Prinzen) und Aspen (ihrer Jugendliebe) entscheiden und man kann ihr förmlich mit zusehen, wie sie in das nächste Liebes-Missgeschick/Unglück läuft. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich das ewige Liebes-Hin-Und-Her zwischenzeitlich doch sehr strapaziert hat, an dieser Stelle wurde nämlich etwas übertrieben. Ich hatte das Gefühl, dass sich im zweiten Teil nicht viel getan hat und ein und dieselbe Problematik in den ersten drei Büchern sich immer wieder wiederholt hat bis sie sich erst auf den letzten Seiten gelöst hat.

Am meisten hat mich die Rahmenhandlung interessiert: Rebellen aus dem Norden und dem Süden greifen immer wieder das Schloss an, um ihre Interessen durchzusetzen. Ein gesellschaftliches System, das sehr spannend ist und leicht an die Tribute von Panem erinnert, und dazu noch Zickenkrieg vom Feinsten!

Meine Empfehlung: Wenn ihr ein Buch für die Ferien braucht, ein bisschen Liebesgeschite und Streitereien zwischen Mädchen, dann greift zu Selection . Die ersten drei Bücher können ziemlich spannend sein, haben aber teilweise auch ihre Längen aufgrund der Liebesgeschichte. Ab und zu kommen aber interessante Wendungen, während der Abschluss der Reihe ziemlich spannend und ein bisschen unlogisch ist.

Bei meiner Suche heute Mittag habe ich erfahren, dass es einen vierten Teil geben wird: The Hair (zu deutsch "das Erbe", Nachtrag: Im Deutschen heißt das Buch es "Die Kronprinzessin"). Zwar erscheint der Teil erst am 05.05.2015 in Englisch, ist aber hoffentlich auch bald auf Deutsch zu haben. Man merkt, dass das Buch ursprünglich nicht geplant war und jetzt wohl den Gegenpol, nämlich unsere Bachelorette bilden soll! (Wer nicht gespoilert werden möchte, sollte sich lieber den Klappentext dazu nicht durchlesen, aber wer möchte, findet ihn hier).

Es gibt noch viele kleine Novellen zusätzlich zu kaufen: The Queen, The Prince, The.... wie sie doch alle heißen. Auch ich habe noch das Buch "Selection Storys - Liebe oder Pflicht" als eBook da und werde es höchst wahrscheinlich auch lesen. Es enthält die beiden Kurzgeschichten The Prince und The Guard, die die bereits geschilderten Ereignisse aus Sicht des Prinzen und aus Sicht von Aspen erzählen. Außerdem gibt es dann das Ganze nochmal aus Sicht der Königin (The Queen) und aus Sicht von Marlee (The Favorite). 

Nachtrag: Ich habe etwas in die Geschichten rein gelesen und war der Meinung, dass sie mir keinen Mehrwert bieten, da die bekannten Problematiken einfach nur wiederholt wurden.

Wie dem auch sei, freue ich mich natürlich auf die Fortsetzung und kann es kaum erwarten, sie zu lesen. Auch wäre eine Verfilmung der Reihe toll, aber das hat bis jetzt trotz zweier Anläufe nicht wirklich geklappt - schade!

Habt ihr Selection gelesen? Wie fandet ihr es?

Kleiner Bericht

(c) Sanja | Nikon D5100 | F/5.6 | 1/45s | ISO 6400 | 55 mm
entstanden in der Abenddämmerung, Schlösser von Liebenden an einer Brücke
Hey ihr alle, ich wollte euch nur einen kurzen Bericht geben, was bei mir so alles gerade los ist. Momentan sitze ich alleine zuhause, weil mein Freund für ein paar Tage zu seinen Eltern fährt. Ich bleibe aber hier, weil ich noch arbeiten muss und einiges zu erledigen habe. Gestern und vorgestern habe ich meine beiden letzten Klausuren von insgesamt sechs geschrieben, nachdem ich fast zwei Monate förmlich in der Bibliothek gelebt habe. Es war jeden Tag das Gleiche - morgens aufstehen, um 8:30 Uhr in der Uni sein, lernen, um 12:00 Mittagessen, lernen, um 16:30 kurz Pause im Bistro, lernen, einkaufen gehen, nach Hause fahren. Ich hatte kein Leben mehr, ich war eine einzige Maschine, die funktionieren musste. Wir wussten ab und zu nicht mal mehr, welcher Wochentag war. Aber ich glaube, es hat sich gelohnt. Ich habe so viel wie noch nie gelernt und ich persönlich hatte auch das Gefühl, dass es besser lief als in den letzten Semestern. Was dabei raus gekommen ist, werde ich in den nächsten Wochen hoffentlich erfahren. Heute war ich dann seit Langem wieder arbeiten und morgen ist mein erster wirklicher freier Tag - endlich!

Ich habe vor, eine Rezension zu Night School zu schreiben, weil ich die Reihe schon vor drei Monaten gelesen habe und dann, sobald ich mit der Reihe durch bin, über Selection von Kiera Cass zu schreiben. Am Mittwoch habe ich nämlich das erste Buch durch gelesen, obwohl ich für meine letzte Klausur hätte lernen sollen. Aber dazu hatte ich überhaupt keine Lust mehr und so hab ich eben den ganzen Nachmittag gelesen, genauso wie gestern und heute. Mittlerweile habe ich fast den zweiten Band durch und ich schätze mal, am Wochenende wird noch der letzte Band plus Bonusmaterial folgen. Hat sie schon jemand lesen? Ich find's ein bisschen schade, dass ich allein schon durch den Titel des dritten Buchs weiß, wie es ausgeht. Danach hab ich noch ein paar Bücher zur Auswahl, wahrscheinlich fange ich aber wieder irgendetwas an und entscheide mich spontan :) Oder ich frag euch einfach! Aber dazu schreib ich vielleicht nochmal extra einen Post :)

Außerdem wartet noch die Glossybox vom März bei der Post und auch zu der im Februar habe ich noch nichts geschrieben (und über die Weihnachts-Edition, aber interessiert euch die noch?). Da mein Freund jedenfalls weg ist, kann ich den ganzen lieben langen Tag fotografieren und das werde ich morgen auch tun! Zusätzlich hab ich noch ein paar Tipps, wie man sich am Besten seinen Stundenplan zusammen stellt, weil das neue Semester ja bald beginnt.

Nachdem ich dann am Dienstag nochmal arbeiten gehe, fahre ich zu meinen Eltern, weil wir in einer Woche zusammen mit meinem Freund in den Ski Urlaub fahren. Endlich Urlaub, ich freue mich schon richtig darauf! Während der Zeit werdet ihr höchst wahrscheinlich nichts von mir hören, da ich meinen Laptop nun zum vierten Mal eingeschickt habe und hoffentlich endlich mein Geld zurück bekomme. Naja. Im neuen Semester arbeite ich dann wieder als Tutorin für Informatik und werde dann im Herbst dabei sein, wenn die Klausuren korrigiert werden. Wird bestimmt spannend, mal zu erfahren, wie so etwas abläuft!

Ich wünsch euch noch einen schönen Abend,
alles Liebe,
Sanja

9 Tipps zum Sparen!



Die Zeit ist knapp und trotzdem möchte ich mal wieder etwas schreiben. Momentan lerne ich für Klausuren, gerade sitze ich schon wieder in der Bibliothek, die mittlerweile mein zweites Zuhause geworden ist. Ich lerne nur noch hier, da bin ich viel effektiver. Aber jetzt zu den Tipps!

  1. Melde dich bei der Stadtbibliothek an! Das spart so unglaublich viel Geld! Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich schon ausgeliehen und verschlungen habe. Als Student ist der Jahresbeitrag auch günstiger und man bezahlt ca. 10€ und kann dafür alles ausleihen. Die meisten Bibliotheken haben auch eine Online-Bibliothek, bei der man ganz einfach eBooks, Hörbücher oder e-Magazine von zuhause aus ausleihen kann. Das mache ich auch oft im Urlaub, wenn ich nicht so viele Bücher im Koffer mitnehmen kann und nichts mehr zu lesen habe - ziemlich praktisch! Außerdem kann man oft auch DVDs und Blu-Rays ausleihen. Das geht in unserer Bib für 1€ pro Woche und die Filme sind sogar relativ neu. Wir leihen dort regelmäßig aus, weil es viel günstiger ist als selbst zu kaufen, bei einem DVD-Verleih auszuleihen oder ins Kino zu gehen.
  2. Geh in die Mensa und koche am Wochenende selbst! Für Studenten ist es meist sehr günstig, in der Mensa zu essen. Für ein paar Euro bekommt man eine ganze Mahlzeit, ohne vorher einkaufen zu müssen und ohne die Zeit (und Ressourcen) fürs Kochen und den Abwasch verschwenden zu müssen. Am Wochenende, wenn die Mensa (bei uns jedenfalls) nicht geöffnet hat, lohnt es sich aber auf jeden Fall, selbst zu kochen anstatt sich eine Pizza oder einen Döner zu holen, denn selbst kochen ist auf jeden Fall noch günstiger und man weiß, was drin ist.
  3. Lern in der Uni! Momentan in der Klausurenphase sitze ich den ganzen Tag in der Uni, oft auch samstags und manchmal auch sonntags. Dort lerne ich dann von 8:30 bis ca. 19:30. In der Uni-Bibliothek habe ich alles, was ich zum Lernen brauche -  spart mir also zuhause jede Menge Strom und Wasser und damit auch Geld. Ich kann euch also nur empfehlen: Seid so wenig wie möglich zuhause!
  4. Unisport! Das Sportangebot an der Uni ist meistens sehr günstig. Ein Semester Schwimmen kostet bei uns z.B. 15€ und ein Semester Tanzkurs kostet 15€. Wenn ich das mit den Preisen von Vereinen oder Tanzschulen vergleiche ist das unschlagbar. Ich habe früher keinen Tanzkurs gemacht und tanzen dann vor zwei Semestern an der Uni gelernt, das hat bestimmt 150€ gespart. Außerdem ist das Angebot riesig und man findet bestimmt irgendetwas, das man mag :)
  5. Plane dein Essen! Oft hat man in einem kleinen Haushalt das Problem, dass Lebensmittel schneller verderben, als man sie essen kann. Mein Tipp ist also: Plane dein Essen. Wann möchtest du was essen? Wann bin ich vielleicht auf einen Geburtstag eingeladen oder gehe mit Freunden weg und brauche nichts? Wenn man sich vorher überlegt, was man überhaupt braucht, kann man viel gezielter einkaufen gehen.
  6. Preise vergleichen! Bevor ich irgendwo im Internet kaufe, vergleiche ich eigentlich immer die Preise. Meistens beobachte ich sie auch, wie z.B. auf amazon. Wenn ich etwas möchte, setzte ich es mir erst einmal auf den Wunschzettel und beobachte den Preis eine Zeit lang. Der schwankt bei amazon nämlich erheblich. Wenn ich dann ein Gefühl bekommen habe, was günstig und was teuer ist, weiß ich auch, zu welchem Preis ich kaufen kann. Ein kleines Beispiel: Mein Lieblingsparfüm kostet manchmal 26€, manchmal aber auch nur 13€ für die gleiche Flasche!
  7. Sparen = Konsumverzicht! Ein Satz, den mir meine Mutter früh beigebracht hat. Wer sparen möchte, muss auf Konsum verzichten. Ganz einfach ist es: Wenn ich heute auf etwas verzichte, kann ich es mir vielleicht später für einen günstigeren Preis holen. Bei den meisten Produkten ist das nämlich der Fall: Handys, Laptops, Bücher, DVDs. Je "älter" das Produkt ist, desto weniger kostet es. Manchmal lohnt es sich, auf etwas zu warten!
  8. Sammle Punkte! Hoffentlich gibt es die bei euch auch noch: Die klassischen Sammelheftchen beim Bäcker. Wer 9 Brote kauft, bekommt das 10. umsonst. Ganz einfach. Wenn man sowieso immer zum gleichen Bäcker, Metzger oder Bücherladen geht, lohnt es sich auf jeden Fall, bei solchen Sammelaktionen mitzumachen. Allerdings kann ich von Aktionen abraten, bei denen man sich dann von den Punkten etwas holen kann, aber nur, wenn man noch Geld drauf legt. Das, was dort erst wie ein Schnäppchen aussieht, kann richtig teuer werden. Bei Payback mache ich übrigens auch mit, aber ich lasse mir das Geld auszahlen (das geht wirklich). Innerhalb von einem Jahr sind dadurch auch nochmal knapp 30€ zusammen gekommen.
  9. Studenten-Rabatte nutzen! Sehr, sehr oft gibt es Rabatte für Studenten: Im Schwimmbad, bei Elektronik-Herstellern und und und. Es lohnt sich also immer, vorher einfach zu googeln, vielleicht spart man so auch nochmal ein paar Prozente.
Was sind eure besten Spar-Tipps? :)

Erfahrungsbericht || Bewerbung & Auswahlwochenende | Stiftung des Deutschen Volkes


Ich dachte mir, dass ich einfach mal einen Erfahrungsbericht zum Auswahlwochenende der Stiftung des Deutschen Volkes schreibe. Bisher gibt es im Internet recht wenige und ich persönlich hätte es als sehr hilfreich empfunden, wenn es noch mehr gegeben hätte - also mache ich das jetzt!

Die Studienstiftung


Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist eines der größten und ältesten Begabtenförderungswerke in Deutschland, das unabhängig von politischen, religiösen und weltanschaulichen Vorgaben Stipendien vergibt. Aktuell werden ca. 12.000 Studierende und 2.000 Promovierende gefördert, wobei pro Jahr ca. 2.500 Studenten neu aufgenommen werden. Das Besondere ist außerdem, dass generell alle Studiengänge gefördert werden. Die Förderung besteht aus einer ideellen Förderung und einer finanziellen Förderung. Zur ideellen Förderung gehören z.B. Sommerakademien und wissenschaftliche Kollegs. Die finanzielle Förderung besteht aus einer Studienkostenpauschale (300€), die jeder Stipendiat erhält und eventuell einem Grundstipendium, das angelehnt an die Anforderungen des Bafögs vergeben wird und, anders als das Bafög, nicht zurück gezahlt werden muss. Ungefähr 60% der Stipendiaten erhalten dabei nur die Studienkostenpauschale.


Der Weg zum Auswahlwochenende

Seid ihr Abiturient und habt eine sehr gute Note im Abitur geschrieben, schlägt euch die Schulleitung normalerweise für eine Stiftung vor (Frist Mitte Juli). Diesen Weg gehen ein Großteil der Bewerber. Nach einem Vorschlag erhaltet ihr einen Brief mit dem Hinweis, dass ihr vorgeschlagen worden seid und der Bitte, einen Bewerbungsbogen und einen Lebenslauf (ausführlich & tabellarisch) mit verschiedenen Zeugnissen zurück zu senden. Macht ihr das, erhaltet ihr automatisch eine Einladung zur der Abiturientenauswahl.
Ein anderer Weg ist die Selbstbewerbung mit Auswahltest, bei dem der Anmeldeschluss im Januar liegt. Das geht allerdings nur für Studenten im 1. & 2. Semester. Nach dem Auswahltest werden die Testbesten ebenfalls zu einem Auswahlwochenende eingeladen.
Seid ihr Student, so könnt ihr vom Prüfungsamt oder von einem Hochschullehrer vorgeschlagen werden. Vom Prüfungsamt werdet ihr normalerweise vorgeschlagen, wenn ihr zu den 2% der Besten eures Jahrgangs gehört. Das ist z.B. bei Medizinern der Fall, die ihr Physikum mit 1,0 bestanden haben.

Ich wurde durch einen meiner Professoren im Ende des 2. Semesters/Anfang des 3. Semesters vorgeschlagen, nachdem ich ihn persönlich gefragt habe. Ich kann jedem nur raten, sich einfach zu trauen. Wenn du davon überzeugt bist, dass du den Anforderungen der Studienstiftung entsprichst, trau dich und frage. Versuchen kostet nichts.

Das Auswahlwochenende

Es gibt meines Wissens nach verschiedene Auswahlwochenenden (pro Jahr über 150), ich kann euch etwas zu der Auswahl für Abiturienten und der Hochschulauswahl erzählen. Die Auswahl für Abiturienten findet, logischerweise, dann statt, wenn ihr nach dem Abitur durch eure Schule vorgeschlagen worden seid, also meistens ist man dann schon im ersten Semester. In die Hochschulauswahl kommt man, wenn man durch das Prüfungsamt oder einen Hochschullehrer vorgeschlagen wurde. Typischerweise ist das so im 3-6. Semester.

Zuerst werde ich ausführlich von der Hochschulauswahl berichten, weil ich dort vor zwei Wochen war und danach werde ich noch kurz etwas zur Auswahl der Abiturienten sagen. Beide Auswahlwochenenden laufen im Allgemeinen sehr ähnlich ab und unterscheiden sich nur in Details.

Kommissionsmitglieder

Die Kommissionsmitglieder sind unabhängige Alumni oder Promotionsstipendiaten, die ehrenamtlich an den Auswahlseminaren teilnehmen. Sie sind an jedem Auswahlseminar unterschiedlich. Meistens sind sie fachlich ein Querschnitt aus allen Richtungen, da auch die Kandidaten sehr unterschiedliche Fächer studieren.

Gespräche

Bei dem Auswahlwochenende führt man zwei Einzelgespräche zu je 40min mit Kommissionsmitgliedern, wobei eines davon fachnah und das andere fachfremd ist. Bei dem fachnahen Gespräch geht es besonders um das Studium. Es wird zwar gesagt, dass keine fachlichen Fragen gestellt werden, denn die fachliche Eignung sei bei guten Noten ja unumstritten, allerdings habe ich von anderen aus meiner Gruppe gehört, dass ihnen auch fachliche Fragen gestellt wurden. Das ist mir nicht passiert. Ich wurde vor allem gefragt, was ich später mal machen möchte, etwas zur aktuellen Entwicklung usw. Im fachfremden Gespräch ging es vor allem um meinen Lebenslauf und den Bewerbungsbogen, den man vorher eingeschickt hat. Den solltet ihr wirklich in- und auswendig können! Ihr solltet wissen, von wann bis wann ihr in welcher AG oder auf welchem Schüleraustausch wart, was ihr in eurer Freizeit macht und wie ihr euch genau ehrenamtlich engagiert. Ich habe mir die ganzen Unterlagen vorher nochmal ausgedruckt und durchgelesen, weil ich Angst hatte, irgendetwas zu vergessen, wenn ich aufgeregt bin.
Ich wurde nach einer AG gefragt, an der ich in der Schule teilgenommen habe und nach meinen Nebenjobs. Außerdem ging es um meine Hobbies und meine Arbeit in der Fachschaft.

Tipps für die Einzelgespräche
Ich möchte euch noch ein paar Tipps geben, die euch vielleicht helfen könnten.

  • vorher regelmäßig Zeitung lesen (das sollte man eh machen)
  • sich selbst googeln und unpassende Einträge entfernen (falls sie mit einem zusammen hängen)
  • auf die öffentlich sichtbaren Dinge in sozialen Netzwerken achten (andere wurden in facebook mit "unpassenden" Fotos gefunden; das machen zum Teil auch Arbeitgeber)
  • sich nicht verstellen oder besser darstellen als man ist
  • zugeben, wenn man etwas nicht weiß anstatt zu raten
  • nicht zu sehr von sich selbst überzeugt sein
  • Gründe überlegen - Warum engagiere ich mich dort? Warum studiere ich das? Was möchte ich später machen?
Außerdem gibt es noch Gruppendiskussionen. Zusammen mit vier anderen Kandidaten, die bunt gemischt von verschiedenen Fachrichtungen kommen können, bildet man eine Gruppe. Immer einer hält bei einem Termin ein Referat über ein selbst ausgewähltes Thema, das maximal 10 min lang sein darf. Danach wird 20 min in der Gruppe diskutiert und es wird erwartet, dass der Vortragende die Rolle des Moderators übernimmt. Das Kommissionsmitglied, das für jede Gruppendiskussion gleich ist, hält sich dabei im Hintergrund und beobachtet lediglich.

Tipps für das Referat
  • Karteikarten schreiben, Referat sicher vortragen können ohne abzulesen
  • selbstsicher stehen
  • langsam sprechen
  • auf die Zeit achten (Armbanduhr mitnehmen!)
  • Thema; verständlich für fachfremde, ein Thema mit Diskussionspotential
  • am Ende einen Abschluss machen und das wichtigste zusammenfassen
  • Fragen für die Diskussion schon im Vorhinein überlegen
Schiebt das Referat zuhause nicht auf. Man gerät in Gefahr, das Referat erst wenige Tage vorher zu machen, weil man immer etwas anderes zu tun hat. Nehmt euch die Zeit und überlegt euch ein gutes Thema, recherchiert dazu und übt es zuhause vor anderen! Besonders die Zeit von 10min kann bei umfangreichen Themen schnell knapp werden und die dürft ihr nicht überschreiten, denn sonst wird euer Referat evtl. durch das Kommissionsmitglied beendet. Mein Referat hatte das Thema "Die Gefahren eines Überwachungsstaats", wir haben aber auch über Neuro-Enhancement, die Patentierung von Medikamenten, multiresistente Keime und den Weg zur Unsterblichkeit diskutiert, da drei meiner anderen Gruppenmitglieder Medizin/Chemie studiert haben. Man muss sich also schnell auf andere Themen einstellen und gute Argumente finden.

Tipps für die Diskussion
  • Zettel & Stift dabei haben, um bei den Referaten der anderen mitzuschreiben
  • in der Diskussion Aspekte des Vortrags aufgreifen
  • Lösungsansätze zum evtl. genannten Problem überlegen
  • niemanden unterbrechen oder anderen reinreden
  • Meinungen gut begründen
  • als Moderator darauf achten, dass man alle zu Wort kommen lässt und kurz vor Ende der Zeit eine kleine Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse machen
Bei der Diskussion, so war mein Eindruck, wird vor allem darauf geachtet, ob ihr auf Argumente anderer Gruppenteilnehmer eingeht und ob ihr eure Meinung vertreten und mit Gründen belegen könnt.

Zeitplan

Einen beispielhafter Zeitplan habe ich mal aufgeschrieben. Natürlich nimmt man nicht an allen Einzelgesprächen teil, da man ja nur zwei hat. Bei mir lag eins samstags und das andere sonntags.

Samstag

bis 12:00 Anreise der Kandidaten
12:00-13:00 Mittagessen
13:00-13:30 Begrüßung im Plenum
13:30-14:00 Gruppendiskussion
14:00-14:10 Pause
14:10-15:30 Einzelgespräche, zwei Runden zu je 40min
15:30-16:00 Gruppendiskussion
16:00-16:20 Pause mit Kaffee und Kuchen
16:20-17:40 Einzelgespräche, zwei Runden zu je 40min
17:40-18:10 Gruppendiskussion
18:10-19.10 Abendessen
19:10-19:50 Einzelgespräche, eine Runde
19:50-20:20 Gruppendiskussion
20:30-21:00 Informationsveranstaltung (freiwillig)

Sonntag

7:30-8:30 Frühstück
8:30-10:30 Einzelgespräche, drei Runden je 40min
10:30-10:50 Pause mit Kaffee
10:50-12:10 Einzelgespräche, zwei Runden je 40min
12:10-12:40 Gruppendiskussion
12:40-13:40 Mittagessen

Das erste was ich sagen kann: Es ist anstrengend. Richtig anstrengend. Das Auswahlseminar liegt zwar ungefähr in der Nähe des Hochschulortes, oft hat man aber trotzdem eine Anreise von mehreren Stunden. Ich bin z.B. an dem Samstag um 5:00 aufgestanden und hatte eine lange Fahrt. Wenn man dann noch den ganzen Nachmittag Gespräche führt, diskutiert und vorträgt, kann das ziemlich anstrengend werden. Ich hatte jedenfalls nachmittags (16:00) schon mit richtig starken Kopfschmerzen zu kämpfen. Das Seminar ist also auch ein Test eures Durchhaltevermögens.

Bei der Begrüßung erhält man eine kurze Einführung darin, welche Kandidaten die Stiftung sucht und die Kommissionsmitglieder stellen sich kurz vor. In den Informationsveranstaltung abends wurde über das Angebot der Studienstiftung, insbesondere über das ideelle gesprochen und es wurde die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen. Diese Veranstaltung ist aber keine Pflicht gewesen.

Statistiken

Ich mag Statistiken, deswegen noch ein paar Zahlen aus dem Jahresbericht von 2013 (Quelle):

  • Teilnehmer am Verfahren: 9.126, davon erhielten 2.574 eine Förderzusage (28.2%)
  • Vorgeschlagen von Schulen: 5.212, davon erhielten 1.307 eine Förderzusage (25.1%)
  •  insgesamt haben 762 an den Auswahltests teilgenommen; "Testbeste": 291, davon erhielten 60 eine Förderzusage (60%)
  • Geförderte: 11.195 Studierende und 1.273 Promovierende
  • 46.5% der Geförderten sind Frauen 
  • die meistgeförderten Fächer sind: Rechts-/Wirtschafts- & Sozialwissenschaften (23,2%), Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (21.2%), Mathematik/Naturwissenschaften (20.4%), Sprach- & Kulturwissenschaften (inkl. Theologie und Psychologie, 18.4%), Ingenieurwissenschaften (11.1%)

Die Abiturientenauswahl

Die Abiturientenauswahl geht von Freitagabend bis Sonntagmittag, was aber nicht heißt, dass es weniger Gespräche gibt. Die Gespräche gehen samstags bei der Hochschulauswahl einfach nur länger in den Abend hinein.

Auch bei den Gesprächen gibt es einen kleinen Unterschied. Während man bei der Hochschulauswahl ein fachnahes und ein fachfremdes Gespräch hat, gibt es bei der Abiturientenauswahl diese Unterscheidung nicht. Mit wem ihr das Gespräch führt, ist vollkommen zufällig und nicht speziell auf euer Fach abgestimmt. Auch gibt es hier wahrscheinlich gar keine fachlichen Fragen, sondern es dreht sich alles um euren Lebenslauf. Auch auf Fragen zu dem Namensgeber eurer Schule solltet ihr euch vorbereitet haben, denn danach wird ganz besonders gerne gefragt.

Abschluss

Abschließend kann ich nur sagen, dass das Auswahlseminar eine lohnenswerte Erfahrung ist, unabhängig davon, ob man aufgenommen wird oder nicht. Man lernt an einem Wochenende unglaublich viele und interessante Menschen kennen und kann sich dadurch mit anderen Studenten, auch aus anderen Fachrichtungen, austauschen. Ich fand es z.B. sehr interessant, mehr über den Medizin-Studiengang zu erfahren oder darüber, wie es an anderen Unis läuft.

Auch kann man rein gar nichts über das eigene Gefühl sagen. Man kann mit einem super guten Gefühl nach Hause fahren und abgelehnt worden sein oder sich total unsicher sein und aufgenommen worden sein. Aus dem, was ich erfahren habe, sucht die Studienstiftung nicht den perfekten Studenten, sondern Leute, die sich vor allem ehrenamtlich engagieren oder es schwer hatten und trotzdem sehr gute Leistungen bringen.

Mein großer Umschlag, der die Aufnahme in die Studienstiftung bedeutet, lag am Donnerstag bei mir im Briefkasten. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Ich hoffe, ich konnte manchen mit meinem Erfahrungsbericht helfen. Für eure Fragen und Erfahrungen bin ich gerne offen!

Hinweis: Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit der oben gemachten Angaben. Der Großteil davon beruht auf meiner persönlichen und individuellen Erfahrung.

Weiterführende Links

Darüber hinaus gibt es ein BeSte Forum zum Austausch von Bewerbern. Interessant waren auch die Artikel aus der FAZ und der Zeit Online.